envato/ StiahailoAnastasiia
Eine alte Frau liest die Bibel (Symbolbild)

Trotz der Konsequenzen – Meilin kehrt dem Buddhismus den Rücken

Diese 60-jährige Frau aus den Bergen im Südwesten Chinas, die seit mehr als zehn Jahren Christin ist, hat ihren Frieden gefunden. Und dies, obwohl sie von ihrer Gemeinschaft verfolgt wurde, weil sie sich vom Buddhismus abgewandt hatte.

Meilin war eine hingebungsvolle buddhistische Gläubige. Doch tief in ihrem Inneren war ihr Herz mit Kummer erfüllt. Sie erfuhr vom Gott der Christen, als eine Freundin sie zu sich nach Hause einlud, um Pastor Zheng (Name geändert) zuzuhören, der über die Schöpfung Gottes, den Sündenfall und die Kreuzigung Jesu predigte. Meilin fragte sich: «Ist es wahr? Kann es einen so guten Gott geben?» Sie erhielt eine Bibel, las sie in ihrer Freizeit allein, ohne viel zu verstehen, und versuchte dann, an anderen christlichen Treffen teilzunehmen. Nach und nach lernte sie Jesus kennen und begann sofort, den Menschen in ihrer Umgebung begeistert das Evangelium zu erzählen, indem sie ihnen sagte: «Jesus ist der Herr.»

Ihr Herz war voller Feuer und Freude, denn sie wusste, dass es das war, was Jesus liebte. Und monatelang war das kein Problem.

Der Zorn des grossen Buddha

Zwei Jahre später kam das Dorfkomitee zusammen und beschloss, alle Gläubigen im Dorf, einschliesslich Meilin, zu verhaften. «Wir sind alle Buddhisten in diesem Dorf. Wir erlauben hier nur Buddhisten. Wenn ihr Buddha verleugnet, beleidigt ihr den ‹Grossen Buddha›. Jetzt müsst ihr euch an die Regeln halten und diese Vereinbarung unterschreiben», sagte ein Mitglied des Komitees. Die Vereinbarung sah vor, dass sie künftig nicht mehr an christlichen Hochzeiten oder Beerdigungen teilnehmen durften.

Meilin war nicht bereit, zu unterschreiben. Die Verfolgung nahm daraufhin zu. Ihr Ackerland und die Dorfsubventionen wurden ihr für zehn Jahre entzogen, was einen Verlust von umgerechnet etwa 1500 Schweizer Franken bedeutete. Meilin klagte jedoch vor Gericht und gewann den Prozess.

Erneute Verfolgung

Am zweiten Tag, nachdem Meilin ihren Prozess gewonnen hatte, kamen einige Dorfbewohner und beschädigten ihr Haus. Sie rief die Polizei und forderte die Dorfbewohner auf, zu gehen. Deren Wut wurde durch die Verwüstung des Hauses jedoch nicht besänftigt und am nächsten Tag kamen sie mit einem Bulldozer zurück. Sie versperrten den Zugang zum Haus mit Erde und Steinen. Meilin war der Meinung, dass es sinnlos sei, die Polizei zu rufen, da diese Leute keine Angst vor der Polizei hätten. Sie riefen: «Versucht doch, das ganze Dorf zu verhaften!»

Am dritten Tag kehrte die Menge zurück und stellte diesmal das Wasser und den Strom in Meilins Haus ab. Die Familie ging in die nächstgelegene Stadt, um den Vorfall zu melden, aber es half nichts. Das Ackerland, das Meilin gehörte, und die Dorfsubventionen wurden nicht zurückgegeben und auch die Wasser- und Stromversorgung wurde nicht wiederhergestellt. Aufgrund dieses Ereignisses musste Meilins Familie jahrelang Wasser aus Brunnen holen. Und auch heute noch ist sie für die Stromversorgung auf einen Generator angewiesen.

Gestärkt durch Gnade

«Als die Verfolgung begann, war ich sehr traurig und verstand nicht, warum es notwendig war, dass die Nachfolger Christi so etwas durchmachen müssen», sagt Meilin. «Wenn ich traurig war, habe ich gebetet und im Wort Gottes gelesen. In 2. Timotheus Kapitel 2, Vers 1 heisst es: ‹So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus›.» Diese Worte trösten sie.

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