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Martin Sheen

«Apocalypse Now» – Martin Sheen – zwischen Hollywood, Heilung und humanitärer Hilfe

Am 3. August feierte Martin Sheen seinen 80. Geburtstag. Der Hollywood-Star, der mit dem Oscar-prämierten Film «Apocalypse Now» bekannt wurde, unterstreicht längst, dass seine Hinwendung zu Jesus wichtiger war als seine «Filmografie».

Am 3. August feierte Martin Sheen seinen 80. Geburtstag. Der Hollywood-Star, der mit dem Oscar-prämierten Film «Apocalypse Now» bekannt wurde, unterstreicht längst, dass seine Hinwendung zu Jesus wichtiger war als seine «Filmografie». Niemand kannte Martin Sheen (80), bis Francis Ford Coppola ihn 1979 für die Rolle des Captain Benjamin Willard anfragte. Im Anti-Vietnamkriegsklassiker «Apocalypse Now» spielte er den Helden, der sich in ein gewalttätiges und gleichzeitig sinnentleertes Abenteuer hineinbegab. Die ZEIT konstatierte damals: «Nach ihm dürfte es eigentlich keine anderen Kriegsfilme mehr geben.»

«Das Herz der Finsternis»

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Martin Sheen und Francis Ford Coppola

Captain Willard bekommt im Vietnamkrieg den Auftrag, den abtrünnigen Colonel Kurtz zu liquidieren. Mit einigen Soldaten macht er sich per Boot auf den Weg zum definierten Feind. Allerdings wird im Verlauf der Handlung deutlich, dass Gut und Böse sich nicht so einfach bestimmen lassen. Der achtfach prämierte Film «Apocalypse Now» ist eine filmische Wiederauflage des Buch-Klassikers von Joseph Conrads «Das Herz der Finsternis».

«Ein seelisches Wrack»

Martin Sheen wurde immer wieder gefragt, wie es ihm bei den Dreharbeiten seines bekanntesten Films ging. Sein Kommentar: «Ich war ich ein seelisches Wrack, zerrissen zwischen meinen Pflichten als Ehemann, Vater und Schauspieler. Nehmen Sie die Anfangsszene des Films, in der ich in einem Hotelzimmer halluziniere und ausraste: Das war nicht gespielt. Das war ich selbst. Wir drehten die Szene im August 1976, an meinem 36. Geburtstag; ich hatte den ganzen Tag getrunken und liess mich vor der Kamera ganz tief in meinen Selbsthass und meine Verzweiflung fallen. Francis Ford Coppola war völlig geschockt und wollte mir hinterher unbedingt das gedrehte Material zeigen, doch ich wollte die Bilder nie sehen und ging deshalb auch nicht zur Premiere. Als ich den Film schliesslich 1979 im Kino sah, war das ein heilsamer Schock: Ich erkannte, dass ich ein schweres Problem hatte. Aber erst anderthalb Jahre später habe ich es in den Griff bekommen.»

Bei den Dreharbeiten zu seinem nächsten Film «zwang» der damalige Regisseur ihn, «Die Brüder Karamasow» von Dostojewski zu lesen. Das änderte sein Leben. Als er das Buch fertig gelesen hatte, ging Sheen zur einzigen englischsprachigen Gemeinde in Paris, hämmerte an die Pforten und sagte: «Ich möchte beichten und wieder in die Kirche eintreten.» Der Priester meinte nur: «Kommen Sie am Samstag um 12 Uhr. Seien Sie bloss pünktlich, denn um 13 Uhr habe ich eine Hochzeit.» So begann die Heimkehr des Martin Sheen.

Eine neue Perspektive

«Seitdem hat mein Leben wieder ein Zentrum, eine Richtung, einen Sinn», betont Sheen lautTagesspiegel. Und er krempelte sein Leben um. Der Glaube wurde eine konstante Grösse für ihn. Und das hatte Auswirkungen: Alkohol spielte keine Rolle mehr in seinem Leben. Stattdessen engagierte er sich im Dunstkreis zwischen Religion und Politik. Er traf Martin Luther King jr., traute sich aber nicht, ihn anzusprechen. Er engagierte sich für Glauben und Bürgerrechte – und wurde dafür in den USA vielfach verhaftet. «Mein Ziel ist es, auf mindestens eine Verhaftung pro Lebensjahr zu kommen. Jetzt bin ich 73, habe es aber erst auf 68 Festnahmen gebracht. Langsam muss ich also mal wieder aktiv werden», sagte er 2014.

«Nur ein Dutzend Filme, auf die ich stolz sein kann»

Dabei gab er zu, die meisten seiner Filme nur wegen des Geldes gedreht zu haben: «Sie sind schrecklich», meinte er, doch er wollte seine Familie ernähren. «Insgesamt gibt es vielleicht ein Dutzend Filme in meiner Karriere, auf die ich stolz sein kann.»

1983 wurde Sheen für sein humanitäres Engagement ausgezeichnet, als er die «Laetare-Medaille» erhielt, die seit 1883 von der University of Notre Dame in Indiana für herausragende Leistungen in Kunst und Wissenschaft verliehen wird. Ausgezeichnet werden damit Menschen, die «die Ideale der Kirche veranschaulichen und einen Beitrag zum Erbe der Menschheit leisten».

Der Trailer zu «Apocalypse Now»:

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