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Bruce Locher

Lektionen des dunklen Tals – Krise in der Firma und persönlicher «War Room»

In den vergangenen Jahren wurde Bruce Locher durch Krisen geformt. Mit seiner Familie lebt der Geschäftsführer von Flowerpoint auf dem Belpberg und hat gelernt, wie er selbst im dunklen Tal inneren Frieden finden kann.

In den vergangenen Jahren wurde Bruce Locher durch Krisen geformt. Mit seiner Familie lebt der Geschäftsführer von Flowerpoint auf dem Belpberg und hat gelernt, wie er selbst im dunklen Tal inneren Frieden finden kann.

Als sich die Fruchtsäfte an Bruce Lochers (*1967) Marktstand schlecht verkauften, stellte er fest, dass etliche der gutlaufenden Stände von Christen betrieben wurden. Das erweckte seine Aufmerksamkeit. «So begann ich mich für den christlichen Glauben zu interessieren», erzählt Bruce, der zuvor mehr an Esoterik interessiert war. Schliesslich fand er zu einem lebendigen Glauben an Jesus, 2008 liess er sich taufen. Zu Elisabeth, einer dieser Verkäuferinnen, entwickelte sich eine Beziehung, welche zur Ehe führte.

Erfolge und ein harter Schlag

Daraufhin stieg Bruce ins Blumengeschäft seiner Frau ein. Elisabeth kümmerte sich um die Blumen, Bruce um den geschäftlichen Teil. «Das Ganze wuchs und so konnten wir eine Filiale nach der anderen öffnen.» Es entwickelte sich leicht. «Letztlich hatten wir 13 Filialen.»

Der Verlust ihres ersten Kindes im Jahr 2009, es verstarb im achten Schwangerschaftsmonat, war ein harter Schlag, den vor allem Elisabeth nur schwer verarbeiten konnte. Die Heilung dieser Wunde sollte Zeit brauchen. In den folgenden Jahren, 2010 und 2011, wurden Lochers zwei Kinder geboren. Sie freuten sich an ihrer Familie und auch über das florierende Geschäft.

Wenn eine Krise zu persönlichem Wachstum führt

«Wir stellten fest, dass das Geld immer weniger wurde und so suchten wir nach den Gründen.» Das war 2016 und der Beginn einer längeren Krise. Nachdem sich die Situation weiter verschlechterte, fassten sie ein Konkurs ins Auge.

«In dieser Zeit fragte ich oft: Herr, warum? Ständig verglich ich mich mit anderen Unternehmern, bei denen es besser lief.» Doch dann merkte Bruce, dass ihm diese Fragen nicht weiterhalfen. Als er einem gläubigen Unternehmer von seiner Situation erzählte, empfahl dieser, die Psalmen zu lesen. «In diesen Jahren begann ich, vermehrt die Bibel zu studieren.»

Diese Gewohnheit sollte für Bruce ein grosser Gewinn werden. Die Psalmen zeigen, wie man klagen und dann doch auf Gott blicken und seine Güte rühmen kann. «Beim Lesen der Bibel kam ich oft zur Ruhe. Natürlich musste ich weiterhin schwierige Entscheide treffen, dies fällt aber leichter, wenn man von göttlichem Frieden erfüllt ist.»

Durch das dunkle Tal gehen

«Es war eine schwere Zeit, ein belastendes, dunkles Tal. Trotzdem möchte ich es nicht missen. Gott versprach, uns durchs dunkle Tal zu begleiten und das tat er auch.» Die Erfahrung, wie Gott trägt, prägte Bruce. In früheren Jahren stand Bruce nie mitten in der Nacht auf, um in Gottes Gegenwart zur Ruhe zu kommen. Doch jetzt lernte er, Gott zu suchen und mit innerem Frieden wieder einzuschlafen.

Ein märchenhaftes Happyend stellte sich nicht ein. Nach vergeblichen Bestrebungen, Geld aufzutreiben, mussten Lochers im Oktober 2018 Konkurs einreichen und die Flowerpoint GmbH aufgeben. Mit einem Privatdarlehen aktivierten sie eine Auffanggesellschaft, worüber die Filialen weiter betrieben werden konnten. «Mitarbeiter, Fahrzeuge und die übriggebliebenen neun Standorte konnten übernommen werden.» Wenige Monate später bot ihnen jemand aus dem persönlichen Umfeld überraschend ein weiteres Darlehen an.

Es geht aufwärts

Einen neuen, vertrauenswürdigen Lieferanten zu finden, war in der geschäftlich fragilen Situation alles andere als einfach. «Letztlich fanden wir einen Blumenlieferant, es war der einzige, der bereit war, uns zu beliefern.» Im Herbst 2019 nahmen sie Gespräche mit einem weiteren Lieferanten auf. Diese Geschäftsbeziehung half enorm und auch der Zeitpunkt sollte sich als richtig herausstellen, denn eine weitere, diesmal globale Krise war im Anmarsch.

«Nach Ausbruch der Coronakrise mussten wir unser Geschäft eine Zeitlang schliessen.» Für Bruce war es sozusagen die Krise Nummer zwei. «Auch wenn wir in der Coronakrise beissen müssen – wie viele andere auch –, haben wir in Gott ein starkes Fundament gefunden.» Vor ein paar Jahren, als sich alles dunkel und hoffnungslos anfühlte, hätte Bruce nie gedacht, dass die Lektionen, die er damals lernte, Jahre später ein grosser Gewinn sein würden.

Trotz mangelnder Geschäftsvision ...

«Lange Jahre lebten meine Frau und ich ohne klare Vision. Natürlich verkauften wir Blumen und schufen Arbeitsplätze. Darüber hinaus fehlte uns aber Vision und klare Ausrichtung.» Nach einem «mühsamen» Gespräch mit einem Jobcoach kam einiges ins Rollen. Noch immer ist Bruce dran, die Vision zu entdecken, die Gott für ihre Firma und für ihr Leben hat.

... eine klare Richtung im Leben

Was sein persönliches Leben betrifft, ist Bruce aber durchaus klar ausgerichtet. Nach wie vor ist die Bibel sein treuer Begleiter. Gottes Wort gibt ihm Halt und Richtung. «Mein Auto wurde zu meinem War-Room», sagt Bruce in Anlehnung an dengleichnamigen Film. «Im Auto kann ich mich zurückziehen zum Beten und zum Lesen der Bibel. Da ich viel im Auto unterwegs bin, ist mir dieser Raum nahe.» Beim Fahren hört er Lobpreismusik und proklamiert die Güte Gottes. Er weiss: Gott wird ihn nie verlassen, egal, was kommen mag.

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