Die Kriegerin auf Kufen – Katie Uhlaender – zwischen Verlust, Tränen und Trauer

Die Skeleton-Fahrerin Katie Uhlaender ist eine Kriegerin, so nannte sie ihr Dad. Als er starb, war ihr alles egal. Auch wurde sie wütend auf Gott. Doch anstatt ihm den Rücken zu kehren, sagt sie: «Der Herr spielt eine grosse Rolle in meinem Leben.»

Mit ihrem feuerroten Haar donnert sie durch den Skeleton-Eiskanal. Katie ist eine Kriegerin, so nannte sie ihr Dad. Als er starb, spielte für sie alles keine Rolle mehr. Auch wurde sie wütend auf Gott. Doch ihm den Rücken zu kehren, war für sie keine Option. «Der Herr spielt eine grosse Rolle in meinem Leben.»Katie Uhlaender hat sich entschieden zu kämpfen. Sie erinnert sich zurück an die Spiele vor vier Jahren in Vancouver. Sie stand oben und die Menge skandierte: «USA!, USA!» Pfeilschnell schoss sie durch die Eisbahn, doch nahe der letzten Kurve ein Fehler. «Uhlaender 11» hiess es auf der Anzeigetafel. Rang elf statt eins. «Doch ein Teil von mir kümmerte sich nicht darum», erzählt Uhlaender in der «Guide Post». Denn ein Jahr vorher habe sie ihre wichtigste Person verloren. «Er war mein grösster Fan. Er war meine Inspiration. Was spielte das alles ohne ihn für eine Rolle?»

Ihr Vater, Ted Uhlaender war ein Major-League-Baseballer. «Ich war sein Mädchen. Aber damit ich nicht falsch verstanden werde: Er liess mich nie gewinnen, nicht einmal beim Kartenspielen. Aber er zeigte mir, wie man besser wird und nie aufgibt.» Auch baue sie auf Gott, seit sie klein sei. «Er hat einen Plan für mein Leben. Ich bete oft, dass er meine Schritte lenkt.»

Die Wut

Eine Freundin von ihr sei Skeleton gefahren und habe ihr den Sport nahegebracht. Zuerst habe sie sich ein wenig gefürchtet, aber dann einen enormen Spass bei der ersten Fahrt gehabt. «Es war gefährlich und ein wenig verrückt. Doch mein Vater hat mich verstanden. Er sagte: 'Wenn du es liebst, dann tu es!'» Sie tat es, trainierte täglich, gewann den nationalen Jugendtitel, dann die nationale Meisterschaft und bald auch die WM. Ihr Vater genoss mittlerweile das Leben als Farmer nach seinem Rücktritt vom Baseball. Er verpasste fast nie ein Rennen, und falls doch, telefonierten die beiden. «Du bist eine Kriegerin», pflegte ihr Vater stets zu sagen, und: «Ich bin so stolz auf dich.»

2006 wurde sie Olympia-Sechste. Und sie strebte auch 2010 nach Edelmetall. Doch dann kam 2008 die Krebs-Diagnose für ihren Vater: «Ich war wütend auf das Leben, auf den Krebs, auf Gott. Warum er? Warum jetzt? Ich geriet in Panik, es war, als würde ich im freien Fall einen Berg hinunterstürzen.»

Der Verlust

Sie wurde langsamer auf der Piste, ihr Vater fragte nach den Gründen. Katies Antwort: «Ich will nicht hier sein, sondern bei dir!» Doch ihr Vater baute sie auf, sie hörte auf ihn. Dann der 12. Februar 2009 am Weltcup: Wie üblich rief Katie eine Stunde vor dem Start ihren Vater an. «Bist du bereit, gegen die Gravitation zu kämpfen, bereit verrückt zu sein?», fragte er. «Ja, ich bin eine Kriegerin!», rief sie. «Gut so, sorge dich nicht um mich!», antwortete er. Und er sagte mehrfach, dass er sie liebe.

Katie holte Silber und spürte, dass die Olympischen Spiele in Vancouver 2010 damit wieder nahe rückten. Freudig dachte sie an ihre Familie. Wenig später erhielt sie die Nachricht: Nur wenige Stunden später erlitt ihr Vater eine Herzattacke. Er überlebte nicht.

Die Bitterkeit weicht

Katie war ausgebrannt. «Ich hatte meine Zuflucht verloren.» Sie schrie: «Herr, warum hast du ihn mir weggenommen?» Doch der Herr blieb still. Sie began zu taumeln. In Vancouver platzten dann auch alle sportlichen Träume. Der Auftritt misslang. Sie betete: «Herr, hilf mir, die Wut und den Schmerz zu überwinden. Hilf mir, die Katie zu sein, die mein Vater immer in mir sah.»

Dann ging sie erstmals auf die Farm, seit ihr Vater gestorben war. Sie packte an, gewann Freude an der puren, harten Arbeit. Die Bitterkeit gegenüber Gott wich, schliesslich habe er ihr den wunderbarsten irdischen Vater gegeben, den man haben könne. Und sie besann sich darauf, was er ihr mitgegeben habe.

Und so startete sie mit neuer Kraft an den Olympischen Spielen. Vor dem Start sagte sie: «Bereit, die Gravitation herauszufordern. Bereit, eine Kriegerin zu sein. Bereit, Vater stolz zu machen!» Katie erreichte zweimal einen vierten Rang, ihr bisher bestes Olympia-Ergebnis.

Olympisches Edelmetall ist Katie Uhlaender auch 2018 in Südkorea verwehrt geblieben. So bleibt die Weltmeisterin von 2012 weiterhin ohne einen Podestplatz an Olympischen Spielen. Doch den Frieden in ihrem Herzen kann ihr niemand nehmen. Und dieser Frieden ist für jeden Menschen erreichbar. Jesus Christus ist nur ein Gebet entfernt.

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