Fussballer Daniel Torres – «Jesus war mein einziger Ausweg»

Als der kolumbianische Mittelfeldspieler Daniel Torres im Fussballclub Santa Fe erfolgreich wird, verfällt er dem Alkohol. Bald darauf darf er nicht mehr spielen, sitzt monatelang auf der Ersatzbank. Doch dies ist nicht seine Endstation.

Als der kolumbianische Mittelfeldspieler Daniel Torres im Fussballclub Santa Fe erfolgreich wird, verfällt er dem Alkohol. Bald darauf darf er nicht mehr spielen, sitzt monatelang auf der Ersatzbank. Doch dies ist nicht seine Endstation.

Schon als kleiner Junger träumt Daniel Torres davon, Fussballer zu werden, am liebsten zentraler Stürmer. «Wenn ich berühmte Spieler traf, sagte ich ihnen: 'Ich bitte dich um kein Foto, denn in Zukunft wirst du mich um ein Foto bitten!'», berichtet der Kolumbianer, der seit August für den spanischen Verein «Deportivo Alavés» im Mittelfeld spielt.

Zwei Flaschen Whisky pro Abend

Doch der Weg des talentierten Fussballers war nicht immer gerade – denn wie viele andere Sportler wird auch Torres vom Erfolg und dessen Vorzügen geblendet. Bereits in jungen Jahren erlebte er keinerlei Kontrolle durch seine Eltern, und so kann er sich auch im Erfolg nicht selbst kontrollieren. «Ich erhielt all das, was wirklich gut ist, wenn man es richtig verwaltet: Prestige, ein gutes Gehalt, Anerkennung im Fussball… Meine Situation war ein riesiger Segen für mich. Doch ich begann zu trinken.» Eigentlich mag er keinen Alkohol. Doch Whisky schmeckt ihm. «Ich allein konnte zwei Flaschen an einem Abend austrinken. Man sah es mir auch an - und man roch es. Aber am nächsten Tag trainierte ich wieder ganz normal. Ich weiss nicht, wie mein Körper das aushielt.»

Die schlimmste Zeit

Doch in seinem damaligen Club, dem «Santa Fe de Bogotá», merkt man, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Immer wieder wird er bei Alkoholtests positiv getestet – und dennoch lassen ihn die Vorsitzenden weiterspielen. «Bis 2011 ein neuer Trainier kam und mich auf die Bank setzte – sechs Monate spielte ich nicht.» Ein Wechsel zum «Nacional de Medellín» bringt nicht die erwartete Veränderung – ist doch die kolumbianische Stadt Medellín bekannt für ihr ausschweifendes Nachtleben. Es geht immer weiter bergab mit Daniel Torres. Nach einem erneuten Alkoholtest, der positiv ausfällt, wird er von drei Spielen suspendiert. Dann schmeisst der Club ihn raus.

«Ich hatte mich gerade von meiner Frau und meinem Sohn getrennt. Ich fuhr im Taxi zum Flughafen und hörte meinen Namen im Radio – ich stand auf der Liste derjenigen, die den Club verlassen mussten… Es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich wusste nicht, was aus meinem Beruf werden würde. Ich hatte meine Frau und meinen Sohn verloren, jetzt war ich auch noch dabei, den Fussball zu verlieren. In den Medien wurde ich als 'Säufer' bezeichnet, das wirkte sich auch auf meine Familie aus…»

Neue Hoffnung

Doch als er ganz unten ist, strecken ihm zwei Menschen die Hand hin: Zum einen der Präsident seines ehemaligen Clubs Santa Fe, der ihm eine zweite Chance geben will, zum anderen die Pastorin Sandra Medina, Schwiegermutter des Torwarts von Santa Fe. «Er stellte mir Sandra Medina vor und sie begann, mir von Jesus zu erzählen. Erst hörte ich nicht auf sie – aber als es mir dann so dreckig ging, nahm ich eine Bibel in die Hand und sagte mir: 'Ich möchte mal schauen, was sie anzubieten hat.'

Die Bibel sagt, dass in Gott alles neu wird. Wenn jemand Jesus Christus annimmt, nimmt er alle Sünde weg, wäscht jeden Fleck rein und ein neuer Mensch wird geboren. Ich musste von Neuem geboren werden, das war mein einziger Ausweg! Ich ging zu Sandra und sie betete mit mir… Im Januar ging ich zurück zu meiner Frau. Es war schwer, mein Ansehen wieder zu bereinigen. Niemand glaubte mir. Jedes Mal, wenn ich zu spät zum Training kam, machte man einen Alkoholtest. Aber mein Leben hatte sich komplett geändert!»

Gottes Wille auf dem Spielfeld

Wie viele christliche Sportler hat auch Daniel Torres ein Ritual: Vor jedem Spiel geht er barfuss auf den Platz – dies ist seine Weise, sich bewusst zu machen, dass Gott auf dem Spielfeld anwesend ist und dass dieser Ort in gewisser Weise «heilig» ist. «Ich gehe nicht barfuss auf den Rasen, um mir ein positives Ergebnis zu garantieren, sondern vielmehr, weil mir dann bewusst wird, dass Gott dort anwesend ist. Und dass das geschieht, was Gott möchte!»

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