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Ein betender arabischer Muslim

Muslimischer Atheist – «Jesus spricht turkmenisch!»

Ein Atheist mit muslimischem Hintergrund entdeckt, dass Jesus turkmenisch spricht. Einst war Silas (Name geändert) in der Schule von kommunistischen Lehrern zum Atheismus erzogen worden…

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion «besorgte mein Vater einen der ersten Videokassetten-Rekorder in meinem Dorf. Wir erhielten von jemandem den Film 'Jesus'. Dadurch hörte ich Jesus in meiner Sprache sprechen.»

Das stand im Kontrast zu dem, was Silas (Name geändert) in der Schule unterrichtet wurde. Kommunistische Lehrer hatten den Atheismus indoktriniert; gleichzeitig war er von Geburt und Kultur her ein Muslim.

Silas aber bewegten ernsthafte Fragen nach Gott, falls es ihn geben würde. «Als Teenager versuchte ich, Antworten auf meine Fragen zu finden. Warum gibt es den Tod? Wenn es Allah gibt, warum ist er dann so weit weg? Wie kann ich vor ihm bestehen?»

Schockierende Aussagen

«Da ich keine Antworten finden konnte, die mein Innerstes befriedigten, machte der Atheismus Sinn für mich.» Dann schockte ihn sein Schwager mit der Ankündigung, dass er Christ geworden sei. Kurz darauf sah Silas den Jesus-Film an. Plötzlich wurden seine Fragen beantwortet: Der Tod war durch den Sündenfall von Adam und Eva in die Menschheit gekommen und Jesus kam, um die Sünde zu beseitigen.

Gott war also nicht fern, sondern nah – und er liebte die Welt so sehr, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben erbt.

Brücke, dünner als ein Haar?

«Von klein auf hatte ich Angst vor dem Tod. Ich war besorgt über meine Sünden. Wie kann ich vor dem Gericht Gottes bestehen? Wie können wir das Dilemma des Todes lösen? All das wurde nun in Jesus Christus beantwortet.»

Der biblische Bericht über den Himmel war besonders reizvoll, weil der Islam kaum Hoffnung auf einen Platz im Paradies bietet. «Das Konzept im Islam lautet, dass es eine Brücke gibt, die dünner ist als ein Haar, schärfer als ein Schwert, und darunter ist ein Feuer», erinnert sich Silas. «Wenn man genug gute Taten vollbracht hat und wenn man alles befolgt hat, dann schafft man es vielleicht über die Brücke. Eine Garantie gibt es nicht.»

Plötzlich Hoffnung

Überwältigt nahm Silas Jesus in sein Leben auf, genau wie sein Schwager. «Ich fand Frieden und Freude, wie ich sie noch nie erlebt hatte.» Wie die samaritanische Frau, die ihrem ganzen Dorf von Jesus erzählte, begann Silas, jedem in seinem Ort von den Wundern der Erlösung zu berichten. «Ich fing an, ununterbrochen von Jesus zu reden.» Seine Mutter nahm Jesus an, ebenso viele seiner Freunde. Die Gruppe wuchs auf 60 Personen an.

Später zog Silas in die Hauptstadt Aschgabat, um internationales Recht zu studieren und Anwalt zu werden. Er erhielt eine Stelle im Ministerium für Aussenwirtschaftsbeziehungen. Nach einiger Zeit kündigte er die Stelle, um sich ganz der Evangelisation zu widmen.

(K)eine Religionsfreiheit

Die Polizei im mehrheitlich muslimischen Turkmenistan führte Razzien in Kirchen durch, dann wurden Versammlungen verboten. Da Silas Anwalt war, wehrte er sich gegen diesen Machtmissbrauch, denn er wusste, dass die turkmenische Verfassung Religionsfreiheit garantierte.

«Wir befolgen Befehle», zögerten die Polizisten. «Es gibt ungeschriebene Befehle von oben.» Silas weigerte sich, nachzugeben und hielt weiterhin Gottesdienste ab. Daraufhin verschärften die Behörden die Unterdrückung. Er erschienen negative Zeitungsartikel. «Man versuchte, die Leute vor mir abzuschrecken.»

Auf der Strasse

Die Polizei warf ihn und seine Frau mit den beiden Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren aus der Wohnung. «Wir waren wie Obdachlose. Meine Frau weinte mit den beiden Kleinkindern. Sie wollten, dass ich mit meinen Aktivitäten aufhöre und keine Gemeinden mehr gründe.»

Silas versuchte zu kämpfen, denn die Verfassung Turkmenistans sieht eine säkulare Regierung mit Religionsfreiheit vor. Silas suchte und konfrontierte den Reporter, der ihn in der Zeitung verleumdet hatte. «Warum haben Sie diese Dinge über mich geschrieben? Du kennst mich doch gar nicht.» Der Reporter verwies auf geheime Polizeiberichte.

Zuletzt blieb die Flucht

Silas bat seinen Anwalt, den Reporter wegen Verleumdung zu verklagen. Doch er wurde davor gewarnt, sich mit den höheren Mächten hinter dem Artikel anzulegen. «Das könnte einen 'Autounfall' verursachen.»

Silas wurde mehrfach verhaftet. Zuerst wurde er mit anderen Menschen in eine Zelle gesteckt und als die Behörden erkannten, dass er Mitgefangene für Christus gewinnen würde, in Isolationshaft.

Einmal, als er auf dem Weg ins Dorf war, rammte ein Sattelschlepper sein Auto, in dem seine ganze Familie sass. Er kam von der Böschung ab und rollte den Hügel hinunter. Seine Frau war im fünften Monat schwanger. «Ich hätte fast meine Frau verloren», sagt Silas. Das ungeborene Baby überlebte nicht.

Silas floh mit seiner Familie zunächst nach Russland, dann nach Norwegen und nun in die Vereinigten Staaten. Schliesslich startete er ein Radio- und Fernsehprogramm, um die gute Nachricht von Jesus vom Ausland aus in Turkmenistan und anderen muslimischen Ländern zu verbreiten.

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