Schluss mit toter Religiosität – «Jesus bringt echte Freiheit»

Vier Jahrzehnte war Christoph Wälchli Teil einer strengen religiösen Gemeinschaft. Die vielen Verhaltensregeln verhalfen ihm aber nicht zu einer echten Gemeinschaft mit Jesus. Doch dann erfuhr er wahre Freiheit, die nur Jesus geben kann.

Vier Jahrzehnte war Christoph Wälchli Teil einer strengen religiösen Gemeinschaft. Die vielen Verhaltensregeln verhalfen ihm aber nicht zu einer echten Gemeinschaft mit Jesus. Doch dann erfuhr er wahre Freiheit, die nur Jesus geben kann.Christoph Wälchli aus (43) Kaufdorf wuchs als vierzehntes von fünfzehn Kindern in einer strenggläubigen Familie auf. Gemeinsam mit vier älteren Brüdern stieg er 2001 in den elterlichen Holzverarbeitungsbetrieb ein. Im selben Jahr heiratete er seine Frau Pia. Im Jahr 2007 wurde er Teilhaber. Christoph Wälchli baute sich ein angenehmes Leben auf – zumindest äusserlich.

Ein einengendes Christentum

In der Gemeinschaft war der Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes sehr wichtig. Haarschnitt und Kleider unterlagen genauen Richtlinien. Frauen mussten Röcke und Strümpfe tragen und die Haare aufbinden. Es war wichtig, das äusserliche Bild zu wahren. Schnauz oder Bart waren nicht erlaubt. Die Mitglieder waren stets auf der Hut, was die anderen über sie denken würde. «Ich hatte das Bild eines strafenden Gottes,» erinnert sich Christoph. «Ich glaubte an einen Gott, der aus dem Himmel herunterblickt, um zu sehen, wo jemand bestraft werden musste.»

Nach Vergehen lag es an den Gemeindeältesten, eine Busszeit zu definieren und auch zu bestimmen, wann genügend Busse getan wurde. «Mein Vater wurde aufgrund einer Sünde aus der Gemeinde ausgeschlossen. In jener Zeit weigerten sich die Gemeindeglieder, meinem Vater die Hand zu reichen oder mit ihm am selben Tisch zu sitzen.»

Für die Gemeinschaft wurde nur derjenige als echter Christ betrachtet, der von ihnen getauft wurde.

Ausstieg

Als einmal Christophs Kinder in die Mangel genommen wurden, wurde die Situation für Pia und Christoph unerträglich. Die Kinder wurden befragt, ob sie im Winter Skifahren würden und ähnliche Dinge. Solche sportlichen Aktivitäten wurden von der Gemeinschaft nicht gerne gesehen. Lange kam für Christoph ein Ausstieg nicht in Frage. Doch dann kam der Punkt, an dem er diese Option ernsthaft in Betracht zog. Und schliesslich wandten sie sich als Familie von der Gemeinschaft ab.

Nach dem Ausstieg war Christoph von seinen Brüdern als Mitinhaber des Betriebs nicht mehr erwünscht. Sie kündeten ihm. Er musste alle seine Aktien verkaufen und eine neue Arbeitsstelle suchen.

Obwohl der Verlust der Arbeitsstelle und auch der Schnitt von seiner Familie eine Herausforderung waren, waren sie über dem Ausstieg aus der Gemeinschaft sehr erleichtert. Doch dann kam plötzlich einiges ganz schnell ins Rollen.

Jesus gefunden

Ohne mit Christoph Rücksprache zu nehmen, übergab Pia ihr Leben Jesus Christus. Die Veränderung in ihrem Leben war gut ersichtlich. Sie war erfüllt von Freude, Ruhe und Frieden. «Das will ich auch!» sagte sich Christoph. «Ich fing an, Gott zu suchen. Und bei der gemeinsamen Bibellese mit Pia wurden die Worte plötzlich lebendig.»

Schritt für Schritt fand Christoph zu einer lebendigen Beziehung mit Jesus. Im Gegensatz zu seiner Vergangenheit ging es jetzt nicht um ein äusserliches Ausleben von Religion, sondern darum, echte Gemeinschaft mit Gott zu pflegen. «Plötzlich erkannte ich, dass ich knapp 40 Jahre in reiner Tradition und nicht wirklich in einer Beziehung mit Jesus gelebt hatte.» Doch jetzt war alles anders.

Echte Freiheit

Mit der Beziehung zu Jesus hatte Christoph auch echte Freiheit gefunden. Er wurde beispielsweise frei von seiner Pornografiesucht, welche ihn jahrelang im Griff gehalten hatte. Als er Pia seine vergangene Sucht bekannte, konnte sie ihm von Herzen Vergebung zusprechen. Das war für ihn sehr erleichternd.

«Heute weiss ich, dass ich nicht hoffnungslos verloren bin, wenn ich in eine Sünde tue. Der Zugang zum himmlischen Vater ist mir offen. Ich kann zu ihm kommen, meine Sünde bekennen und Vergebung annehmen.» Das führt zu einer ganz neuen Lebensqualität. Und Christoph liebt es, über seinen Glauben zu sprechen. Während all der vergangenen Jahrzehnte hatte er sich gescheut, Jesus zu bekennen.

In seinem Leben hat Christoph viele Gefängnisse kennengelernt. Ob sexuelle Süchte, Unehrlichkeit und Heuchelei, Materialismus und übermässiges Karrieredenken oder auch Menschenfurcht, die ihn dazu führte, sich nicht zu Jesus zu bekennen – dies alles sind Gefängnisse, von welchen Jesus ihn befreit hat. Das ist der wahre christliche Glaube!

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