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(Links nach rechts:) Simon Tanner, Ernst Tanner, Hedi Tanner, Conny Brizza, Josephine Niyikiza

Josephine Niyikiza – In die Schweiz geflohen – heute ist sie Helferin

Josephine Niyikiza floh einst aus Ruanda, heute führt sie in der Schweiz das Werk «Love4all». Nun brachte ihre Geschichte sie zu einem besonderen Besuch bei der «Helimission» in Trogen.

Josephine Niyikiza floh einst aus Ruanda, heute führt sie in der Schweiz das Werk «Love4all». Nun brachte ihre Geschichte sie zu einem besonderen Besuch bei der «Helimission» in Trogen. Denn, wie sich nun herausstellte, war Ernst Tanner damals an der gleichen Stelle als Helfer im Einsatz…«Ihre Geschichte ist so brutal und so schlimm, dass man manchmal fast nicht mehr hinhören kann», sagt Conny Brizza, EDU-Gemeinderätin in Büllach (ZH). Auf ihren Reisen hatte sie schon in Israel mit Menschen aus Ruanda Kontakt. «Die Versöhnungsarbeit bewegt mich.»

«Vor zwei Jahren habe ich Josephine an einem Frauennachmittag in Bubikon kennengelernt. Wir haben uns danach mehrfach getroffen», erinnert sich Conny Brizza. «Nachdem ich kürzlich ihr Buch 'Auf der Flucht getrennt' las und gleich danach 'Dem Tod entronnen – immer wieder' von Ernst Tanner, fragte ich die beiden, ob sie sich kennenlernen wollen. Denn Ernst Tanner beschreibt, wie er im Kongo in einem Flüchtlingslager ein solches Elend sah, wie er es sonst nie angetroffen hatte. Und Josephine war in einem solchen Lager.»

Zehn Jahre auf der Flucht

Vor wenigen Tagen kam es nun zu diesem Treffen. «Es war sehr herzlich. Josephine sagte, dass sie mit Worten nicht den Dank ausdrücken kann für die Hilfe, die Ernst Tanner damals in Afrika leistete.»

Obschon Josephine verbittert sein könnte, hat sie vergeben. «Sie verlor einen grossen Teil ihrer Familie in diesem Konflikt und hat nur überlebt, weil sie sich im Haus verstecken konnte.»

Auf der zehnjährigen Flucht von Ruanda über Bukavu im Kongo bis in die Schweiz lernte sie ihren Ehemann Désiré kennen. Mit ihm hat sie drei Söhne, Patrick (23), Joyeux (21) und Espoir (17). Alle kamen auf der Flucht zur Welt.

In der Schweiz zusammengekommen

Dann aber wurde das Paar auf der Flucht getrennt. Josephine kam 2004 mit dem jüngsten der drei Kinder in die Schweiz. Der Rest der Familie war auf einen Schlag unauffindbar.

Zwei Jahre später konnten die beiden anderen Söhne jedoch ausfindig gemacht und in die Schweiz gebracht werden und ihr Mann konnte 2013 ebenfalls in die Schweiz kommen.

Conny Brizza: «Gott sei Dank, konnte man die Familie nach so langer Zeit ausfindig machen. Seither wohnen sie vereint in Rapperswil-Jona.»

«Helden kommen zusammen»

24 Jahre später trafen sich Josephine Niyikiza und Ernst Tanner. «Doch heute ist Ernst mit seiner Frau Hedi pensioniert und Josephine die neue Heldin und Helferin. Ihre Geschichte und ihr Weg sind so beeindruckend, dass auch sie einen Ehrendoktortitel verdient hätte wie Ernst von der Aero Suisse, die ihm einen Orden verliehen haben und ihn damit einreihen mit all den Helden der Lüfte, wie Claude Nicollier, Bertrand Piccard, die Rega und so weiter.»

Niyikiza hat sich mit ihrem Verein «Love4all» zum Ziel gesetzt, Menschen in Ruanda zu unterstützen und ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Zudem spricht sie auf Veranstaltungen über ihre Lebensgeschichte.

Im laufenden Jahr sollte ihr Weg das erste Mal zurück nach Ruanda führen. Corona machte jedoch einen Strich durch die Rechnung – im kommenden Jahr soll es nun aber soweit sein.

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