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Joy Anderson

Im finsteren Tal – In den Fängen der Menschenhändler

Joy Anderson hatte nur noch Sehnsucht nach einem «normalen» Leben. Stattessen «hatte ich Zuhälter, die mir Pistolen an den Kopf hielten». Bis Gott und das FBI eingriffen …

Dabei war ihre Kinderzeit idyllisch gewesen. Als sie zwei Monate alt war, wurde Joy Anderson von einer liebevollen christlichen Familie adoptiert. Ihre Kindheit war geprägt von Lachen und Musik – sie glänzte als Klavierspielerin.

In ihren Teenager-Jahren rückte das Klavier dann jedoch auf Kosten von Alkohol und Marihuana in den Hintergrund. Joy haute von zuhause ab und lebte bei verschiedenen Freunden. «Heimgehen wollte ich nicht mehr, weil ich nicht mehr nach diesen Regeln leben wollte.»

Schnelles Geld

Im Alter von 17 Jahren lernte sie in einem Club eine Frau kennen, die ihr erzählte, wie sie schnell viel Geld verdienen könnte – als Prostituierte. «Sie zog ein paar tausend Dollar heraus. Das war für mich eine Menge Geld.»

Joy war ebenso verzweifelt wie verletzlich. «Es war das perfekte Timing.» Sie fühlte sich nicht würdig, in einer gesunden Familie zu leben. «Nun war es, als käme die Dunkelheit, die mir sagt: ‘Hier bist du willkommen.’ Ich fiel auf eine Lüge hinein.»

Ihre «neue Familie» gab Joy Crack. Sie war umgehend süchtig. «Ich wusste auch, dass ich das brauchte, um alles zu tun, was man mir sagte. Die Droge half mir zudem, emotional auszuchecken. Wenn Männer zu mir kamen, musste ich nicht wirklich ganz da sein.» Die Dosis musste stetig erhöht werden. «Das wussten auch die Zuhälter. Das war die Zeit, als es richtig dunkel wurde.»

Traum von «Normalität»

Nach einigen schrecklichen Jahren, in denen sie als süchtige Prostituierte gehandelt wurde, begann Joy, von einem normalen Leben zu träumen. «Der Zuhälter brachte mich eines Tages an eine Tankstelle in Charlotte. Dort sah ich eine Familie in einem Minivan. Vater, Mutter, Kinder.» Sie wünschte sich diese Art von Normalität zurück. «Aber dieser Alltag fühlte sich einfach so weit weg von der Dunkelheit an, in der ich mich befand.»

Sie wollte fliehen, fürchtete aber um ihr Leben – sie blieb an ihre Sucht und ihre Situation gekettet. Im Laufe von zwölf Jahren wurde Joy von Bundesstaat zu Bundesstaat weitergehandelt.

Gott und FBI greifen ein

Im Jahr 2015 war sie einfach nur noch leer. Im Badezimmer-Spiegel erkannte sie sich selbst nicht mehr. «Ich wollte raus. Aus irgendeinem Grund wusste ich, dass ich zu Gott gehen musste. Ich fiel auf die Knie und schrie: ‘Wenn du mich hörst, hilf mir. Ich will raus.’»

Zwei Tage, nachdem sie zu Gott geschrien hatte, wurde Joy in ein Hotelzimmer gerufen. Ein FBI-Beamter empfing sie. «Wir ermitteln gegen Menschenhandel.»

Joy Anderson brach in Tränen aus. Sie wurde zu einer Anwältin für Opfer von Menschenhandel geführt. «Sie sagte zu mir: ‘Gott hat uns hierher geschickt, um dir zu sagen, dass er dich liebt und dass dies dein Ausweg ist. Und wenn du ihm dein Leben gibst, wird er dich befreien.’ Ich habe geheult wie ein Baby.»

«Du bist wertvoll»

Die Anwältin sagte ihr, dass sie wertvoll sei. «Und sie sagte mir, dass Gott mich für etwas anderes geschaffen hat und dass er mich aus dieser Dunkelheit herausholen wird – ich dachte an das Gebet, das ich im Badezimmer gebetet hatte und glaubte ihr. Es gab plötzlich ein Licht.»

In den nächsten zwei Jahren fand Joy aus den Drogen und übergab ihr Leben Jesus. Sie begann wieder Musik zu machen und die Anbetung im Gottesdienst einer lokalen Gemeinde zu leiten.

Gefangene werden frei

Auch heute noch ist sie von der Freiheit, die sie gefunden hat, überwältigt. «Ich wache nicht mehr auf und möchte nicht da sein, wo ich bin. Heute will ich da sein, wo ich bin, weil Gott mir einen Sinn gegeben hat und weil ich ihn so sehr liebe. Es fühlt sich so gut an.»

Joys Botschaft durch ihre Musik ist dieselbe, die sie empfangen hat: Die Liebe Gottes kann die Gefangenen befreien. Und sie betont: «Du bist wertvoll. Gott liebt dich sehr. Es hat einen Sinn, warum du da bist. Gott kann dir ein neues Leben schenken. Er kann dich von jeder Kette befreien.»

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