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Juni Felix

Kindheitstrauma überwunden – «Ich will Teil des Guten in dieser Welt sein»

Ständige Umzüge, der Vater alkohol- und drogensüchtig und die Mutter selbstmordgefährdet: Juni Felix blickt auf keine einfache Kindheit. Heute zeigt sie, dass ein Ausweg möglich ist.

Ständige Umzüge, der Vater alkohol- und drogensüchtig und die Mutter selbstmordgefährdet: Juni Felix blickt auf keine einfache Kindheit. Heute zeigt sie, dass ein Ausweg möglich ist.

«Ich wurde buchstäblich in einen Wirbelwind aus Chaos, Trauma und Drama hineingeboren», erinnert sich Juni Felix. «In meinen jungen Jahren haben wir nie das gefunden, was viele Menschen als Zuhause bezeichnen würden. Vor meinem achtzehnten Geburtstag sind wir dreizehn Mal umgezogen – und darin sind die Umzüge innerhalb der verschiedenen Staaten, in denen wir als eine sehr zerrüttete Familie umherzogen, noch nicht einmal mitgerechnet.»

Wann ist der Albtraum zu Ende?

Ihr Vater war drogen- und alkoholabhängig. «Er schlug meine Mutter und betrog sie, als wäre das sein Hobby.» Ihre japanische Mutter war einst im Alter von vier Jahren in Tokio zur Adoption freigegeben worden. «Sie war krank und selbstmordgefährdet. Ich selbst weinte im Klassenzimmer oft leise. Jeden Tag fragte ich mich, ob dies der Tag sein würde, an dem ich nach Hause kommen würde, um festzustellen, dass alles nur ein Albtraum gewesen ist.»

Juni Felix reflektiert: «Ich verstehe, dass meine Eltern aufgrund ihres Kindheitstraumas keine Ahnung hatten, wie man echte Liebe gibt oder empfängt.» Immerhin schaffte es ihre Mutter irgendwie, die Kinder in der Schule zu halten. Schon als kleines Kind wurde ihr klar, dass es einen anderen Weg geben musste, um das zu bewältigen, was man das menschliche Leben nennt. «Ich sammelte alle Informationen, die ich über psychische Gesundheit, Pläne und Strategien zur Heilung finden konnte. Ein Antrieb war immer, meiner Mutter Mut zu machen, nicht aufzugeben.»

Würdig?

Sie las jedes Buch, das sie zu Themen wie Liebe, Psychologie und gelingendem Leben finden konnte. Dabei entdeckte sie, dass viele Menschen sich mit der Gnade Gottes auseinandersetzten. Viele fühlten sich aber unwürdig, Gottes Liebe anzunehmen. «Wie können wir dann überhaupt Liebe, Heilung, Frieden und Freude von Gott oder irgendjemandem empfangen?»

Durch das eigene Trauma habe auch sie sich unwürdig gefühlt, Gott näher zu kommen. Sie habe sich wertlos gefühlt. «Manche von uns machen Erfahrungen, die niemand und nichts wiedergutmachen kann. Und das lässt uns vergessen, dass es Hoffnung gibt und dass wir gesund werden können.»

Würdig!

Mit 13 Jahren begann sie zu arbeiten. «Die Hälfte des Tages ging ich zur High School, die andere Hälfte des Tages arbeitete ich als Datenerfasserin bei einer Versicherungsgesellschaft, um für unsere Familie sorgen zu können.»

In der Fahrgemeinschaft auf dem Weg zu dieser Arbeit lernte sie eine Frau kennen, die ihr eine Studienbibel für Teenager schenkte. Sie versprach ihr, das ihr dieses Buch helfen würde, den eigenen Wert zu erkennen. Damals glaubte Juni Felix, dass sie weder Wert noch Bedeutung hatte. Doch als sie in der Bibel las, geschah etwas in ihrem Herz, mit dem sie nie gerechnet hatte. «Ich lernte Gott durch diese Seiten kennen. Und ich lernte den freundlichsten, fürsorglichsten, liebevollsten und fröhlichsten Menschen kennen – das war Jesus.»

Tragende Arme

Juni Felix lernte Jesus Christus als ihren Erlöser und Befreier kennen. «Oft muss man sich einfach nur in die Arme Jesu legen und sich von ihm festhalten lassen, während er einem mit seiner Liebe und Heilkraft erfüllt. Heilung ist ein Prozess. Zuerst müssen Sie es wagen zu glauben, dass Sie die Arbeit wert sind, denn Traumaheilung ist harte Arbeit.»

Sie habe sich selbst ein Versprechen gemacht, indem sie sagte: «Es gibt genug Missbrauch, genug Hunger und Ungerechtigkeit. Es gibt genug Böses, Traurigkeit und Leid. Und ich weiss nicht, wie, aber ich werde irgendwie ein Teil des Guten in dieser Welt sein.» Heute arbeitet Juni Felix unter anderem als Autorin, Bibellehrerin und Motivationsrednerin.

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