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Kamal Saleem

Überwältigt von Liebe – «Ich war Dschihadist»

Kamal Saleem ist für den «Heiligen Krieg» ausgebildet und geht in die USA, um seine Mission auszuführen. Die Christen, die er hasst, begegnen ihm mit solcher Liebe, dass er völlig aus dem Konzept gebracht wird...

Ich komme aus dem Libanon und meine Eltern waren aktiv in der Muslimbrüderschaft. In meinen frühsten Erinnerungen sitze ich mit Mutter am Tisch und sie lehrt mich meine Verpflichtungen gegenüber Allah. Immer wieder sagte sie mir, dass ich eines Tages ein Märtyrer sein würde. Dass ich für Allah sterben und den Islam ehren würde.

Leben für den Dschihad

Mit sieben Jahren kam ich in ein Trainingslager, wo ich lernte, mit einer Waffe umzugehen. Ganz spielerisch wurden wir Kinder an das Töten herangeführt.

Wir wurden auch für den so genannten «Kultur-Dschihad» geschult. Ein gewaltfreies Programm, das die westlichen Kulturen unterwandern und verändern soll. Freiheit war für uns anti-islamisch. Dagegen wollten wir vorgehen.

Mit 20 Jahren wurde ich ausgewählt, in den USA den Kultur-Dschihad zu leben. Ich suchte mir eine Wohnung in einer Kleinstadt im «Bible-Belt», einer Gegend in den USA, in der viele gläubige Christen leben. Ich fühlte mich berufen, durch die Kraft Allahs eine ganze Kultur verändern zu können.

Das Schicksal funkt dazwischen

In den ersten Wochen in den USA hatte ich einen schweren Autounfall, bei dem ich mir die Wirbelsäule brach. Der Arzt im Krankenhaus war unglaublich nett und voll Mitgefühl. Das ganze Personal behandelte mich so liebevoll, dass ich total skeptisch wurde. Wieso waren diese Christen so nett zu mir?

Die schwere OP verlief erfolgreich, zwei Wochen lang lag ich im Krankenhaus. Dann wurde ich entlassen, aber ich hätte in meinem Zustand nicht alleine leben können. Ich war auf Hilfe angewiesen, nur kannte ich niemanden. Da bot mir der Chirurg an, dass ich bei ihm Zuhause wohnen könnte.

Im Haus von Christen

Ich bekam ein wunderschönes Gästezimmer und wurde aufgenommen, als wäre ich ein Familienmitglied. Sie sammelten sogar in ihrer Kirche Geld, damit ich meine Krankenhausrechnung bezahlen konnte! Ich war überwältigt von der Liebe, die sie lebten und spürte, dass das irgendwie mit ihrem Glauben zusammenhing.

Als ich wieder alleine wohnen konnte, schenkten sie mir ein Auto und einen Schlüssel zu ihrem Haus. Sie sagten: «Wir wollen dich segnen. Du kannst immer zu uns kommen.»

Allah, wo bist du?

Zurück in meinem trostlosen Appartement, erkannte ich, dass mein ganzes Weltbild erschüttert worden war. Ich fiel auf die Knie und flehte zu meinem Gott: «Allah, mein Herr und König, ich bin verwirrt. Diese Christen sind gute Menschen. Ich kann nichts Schlechtes an ihnen finden. Sie wollen uns nicht töten. Sie sind anders, als ich gelernt habe. Diese Menschen haben eine Beziehung zu ihrem Gott und er spricht mit ihnen. Lass auch mich deine Stimme hören, ich möchte wissen, dass du mich liebst. Wenn du wahr bist, dann sprich zu mir.» Ich wartete, aber es blieb still.

Ich war verzweifelt. Wie konnte ich nur meinen Glauben in Frage stellen? Es gab nur einen Weg, meine Ehre zu retten: Ich musste mir das Leben nehmen. Als ich meine Waffe ansetzte, hörte ich deutlich, wie eine Stimme meinen Namen rief: «Kamal, Kamal! Warum betest du nicht zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?»

Ein neues Gebet

Ich fiel auf meine Knie und schrie aus ganzem Herzen: «Gott Abrahams, wenn du wahr bist, würdest du dann mit mir sprechen? Ich will dich kennenlernen!» Da erfüllte Gottes Herrlichkeit den ganzen Raum. Nicht nur, dass Gott zu mir sprach, er offenbarte sich mir. Ich sah einen Mann mit Wunden an den Händen und Füssen und fragte: «Wer bist du?»

Er antwortete: «Ich bin der 'Ich bin'. Ich bin der Anfang. Ich bin das Ende. Ich bin alles, was dazwischen ist. Ich kannte dich schon, bevor ich die Erde erschaffen habe. Ich habe dich im Mutterleib geformt. Steh auf, Kamal! Du bist mein Kämpfer und nicht deren Krieger.» Erschüttert rief ich: «Für dich will ich leben und sterben!» Aber er sagte: «Stirb nicht für mich. Ich bin für dich gestorben, damit du leben kannst.»

An diesem Tag wurde ich Christ und schmeckte zum ersten Mal die Freiheit Gottes. Das ist jetzt 30 Jahre her. Trotz Morddrohungen kann ich nicht aufhören, meine Geschichte zu erzählen. Meine Mission heute ist, Muslime herauszufordern, ihren Glauben zu hinterfragen. Denn Gottes Freund zu sein, das verändert alles.

Dieser Artikel erschien im November 2015 auf Jesus.ch.

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