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Joris Schwarzenbach

Freude an Evangelisation suchen – «Ich muss nicht von Jesus erzählen!»

«Mach dir keinen Druck!», sagt Joris Schwarzenbach allen, die sich unter Druck gesetzt fühlen. «Aber sei begeistert von Jesus und es werden sich von selbst Gelegenheiten im Alltag ergeben!»

«Mach dir keinen Druck!», sagt Joris Schwarzenbach allen, die sich unter Druck gesetzt fühlen. «Aber sei begeistert von Jesus und es werden sich von selbst Gelegenheiten im Alltag ergeben!»Joris Schwarzenbach (26) ist ein Zürcher, der in Bern lebt. Dort studiert er an der Pädagogischen Hochschule.

Joris hat schon verrückte Dinge getan, um die Aufmerksamkeit von Menschen zu gewinnen. «Einmal gingen wir mit einem Sarg durch die Stadt und kamen mit Passanten ins Gespräch über den Tod und was danach kommt.» Letztlich ist es ihm aber bei jedem Einsatz wichtig, dass er es mit Freude tut. «Es ist mir wichtig, dass es kein Müssen ist, von Jesus zu erzählen.»

Bitte kein Druck!

Wie destruktiv falscher Druck sein kann, hat er schon mehrmals selbst erlebt. Vor einiger Zeit spürte Joris den Druck, für jegliche krankscheinenden Menschen beten zu müssen. Wenn er irgendwo unterwegs war, wollte er stets göttlichen Impulsen folgen. Spontanes Handeln aufgrund von «Eindrücken» wurde sein Höchstes und es begann ihn zu stressen. Er und ein paar Freunde hatten erstaunliche Erfahrungen mit Gottes Führung gemacht, deshalb klammerte er sich an dieser Praxis fest. «Ich setzte mich unter Druck und irgendwann entschied ich mich, eine Zeitlang nur noch Menschen von Jesus zu erzählen, die mich darauf ansprachen oder zu denen ich in persönlicher Beziehung stand.»

Freude suchen

Dieser Schritt hiess aber nicht, dass er sich von einem evangelistischen Lebensstil verabschiedete. «Es ging ganz einfach darum, neu von Jesus begeistert zu werden und den Glauben auf eine Art zu teilen, die mir entspricht.» Joris betete, dass Gott ihm Möglichkeiten schenkt, seinen Glauben zu teilen. «Im Umgang mit Kollegen war ich gerne bereit, mich von geistlichen Impulsen führen zu lassen. Das stresste mich nicht.»

Bald schon fand er Gelegenheiten, mit Menschen über Jesus zu sprechen. Ob es der Lehrling war, dem er Nachhilfestunden gab oder die Frau, der er Computer-Lektionen erteilte – Menschen waren offen und schätzten es, wenn er sie an seinem Leben teilhaben liess. Die Freude, von Jesus zu erzählen, kam zurück.

Vom Glauben reden ist gesund fürs Glaubensleben

So wichtig ein evangelistischer Lebensstil auch sein mag, sollte es nie ein Druck sein. «Ohne dass ich selbst von Jesus begeistert bin, wird sich niemand für den Glauben begeistern lassen.» Manchmal ist es zwar nötig, sich einen Ruck zu geben, doch dann sollte die Freude am Evangelisieren kommen. Wenn sich die Freude nicht einstellt, rät Joris, einen anderen Weg zu suchen – einen, der einem besser liegt. Um nichts in der Welt will er aber verpassen, was ihn zutiefst befriedigt: anderen Menschen die Liebe von Jesus zu zeigen, in Taten und in Worten.

«Evangelisation ist nicht so mein Ding», hört man manchmal. Joris glaubt, dass ein evangelistischer Lebensstil zum normalen Glaubensleben dazugehört. «Viele Christen wissen nicht, wie sie ihren Glauben teilen können und fürchten sich, Fehler zu machen.» Es folgt Rückzug, die Begeisterung für Jesus lässt nach und macht einer destruktiven Bequemlichkeit Platz. Die Teilnahme an einem organisierten Einsatz hilft gegen geistliche Passivität. Denn damit setzt man sich automatisch selber mit Gott auseinander und wird in seinem Glauben herausgefordert und gestärkt. «Und wenn du anschliessend noch immer das Gefühl haben solltest, dass dieser praktizierte Stil nicht dein Ding ist, hast du zumindest eine gute Erfahrung gemacht. Dann sei einfach in deinem persönlichen Umfeld Salz und Licht.»

Das Wichtigste ist die Liebe

«Lass dich von Gottes Liebe leiten!» ist für Joris das Wichtigste. Er strebt mehr danach, Menschen in der Liebe Gottes zu begegnen, als diese zu einem Übergabegebet zu führen. Letzteres ist zwar wunderbar, liegt aber nicht in seiner Macht und Verantwortung.

 

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