Vergebung nach Abtreibung – «Ich liebte mein Leben so sehr, dass ich mein Kind dafür tötete»

Garrett Kell wächst in einer christlichen Familie auf, doch sein Leben an der Uni ist von Alkohol, Drogen und Mädchen bestimmt. Er liebt sein Leben über alles. Als seine Ex-Freundin schwanger wird, ist dieses Leben mit einem Mal bedroht...

Garrett Kell wächst in einer christlichen Familie auf, doch sein Leben an der Uni ist von Alkohol, Drogen und Mädchen bestimmt. Er liebt sein Leben über alles. Als seine Ex-Freundin schwanger wird, ist dieses Leben mit einem Mal bedroht. Und er trifft eine folgenschwere Entscheidung. Hier erzählt er seine Geschichte.Ich bin in einer ganz normalen Familie in West Virginia aufgewachsen. Meine Eltern waren Christen und wir gingen fast jeden Sonntag zur Kirche. Ich glaubte an Gott und hätte mich sicher als Christ bezeichnet, aber mein Leben an der High School und an der Uni machte deutlich, dass ich mein Verhalten nicht so sehr an christlichen Wertevorstellungen ausrichtete. Der Grund: Ich liebte mein Leben! Sport, Schule, Alkohol, Drogen und Mädchen, das war meine Welt.

Das geliebte Leben bedroht

Im zweiten Studienjahr ging ich mit einer Ex-Freundin aus. Und als wir so da sassen, wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Als ich sie fragte, sagte sie: «Ich bin schwanger – und das Kind ist von dir!» Ich hatte etwas Geld angespart und sagte, wir würden das schon irgendwie schaffen. Aber sie schaute mir in die Augen und fragte: «Ich will wissen, ob du bei mir bleiben wirst... Wirst du mich heiraten?» Ich war 20 Jahre alt, voller Hoffnungen, Träume, Ziele, ich hatte mein Leben – und ich liebte mein Leben, so wie es war! Ich war nicht bereit, sie zu heiraten und war meiner Meinung nach definitiv nicht bereit, Vater zu sein.

Eine Freundin lieh ihr 400 Dollar. Damit kaufte sie eine Pille und eines Abends nahm sie die Pille. Ich war dabei, als sie anfing zu bluten; ich war dabei, als wir unser Kind die Toilette runterspülten; ich war dabei, als wir beide weinten, obwohl wir gar nicht genau wussten, warum. Danach trennten sich unsere Wege. Aber mein Gewissen plagte mich. Ich trank immer mehr, nahm verstärkt Drogen und floh in ungesunde Beziehungen.

Die etwas andere Halloweenparty

In dieser ganzen Zeit gab es Menschen um mich herum, die mit mir über Jesus sprachen. Später zählte ich 17 Leute, die mir vom Evangelium erzählten. Aber ich sagte mir damals: Jesus, ich will dich nicht; ich brauche dich nicht, weil ich mein Leben liebe... An einem Halloween-Abend schmiss ich eine Party und lud Dave, einen alten Freund, ein. Im Zimmer hatte ich eine Tüte voll Marihuana und ein Sixpack seines Lieblingsbieres, dazu ein paar Mädchen organisiert. Ich dachte, das würde ein super Wochenende werden.

Aber er machte die Tür zu, setzte sich aufs Bett und sagte: «Ich mache diese Sachen nicht mehr.» Auf meine Frage, warum denn nicht, antwortete er: «Ich bin Christ geworden! Ich folge jetzt Jesus nach und ich bin dieses Wochenende hergekommen, um dir zu sagen, dass Jesus dich auch liebt!» Dave bezog an dem Abend ganz klar Stellung – und jedes Jahr an Halloween rufe ich ihn an und danke ihm dafür... Er sass auf der Party, während alle anderen alles mögliche machten, aber er hatte dabei einen Frieden und eine Freude, wie ich dies noch nie erlebt hatte. Er brauchte keine Flasche, kein Mädchen, er hatte etwas, das ich nicht hatte und hinter dem ich so lange hergerannt war... 

Gott spricht

Zwei Wochen später, ich war wieder mal an einer Party, überkam mich mit einem Mal alles, was ich getan hatte. Ich lief von der Party weg zu meinem Zimmer. Meine Eltern gaben mir jedes Mal, wenn ich wieder zur Uni fuhr, eine Bibel mit, die ich jeweils unter meinem Bett versteckte. Aber an dem Abend guckte aus irgendeinem Grund die Ecke der Bibel hervor. Ich nahm die Bibel in die Hand und öffnete sie blind an irgendeinem Ort – in Hesekiel 18. Dort stand: «Nur wer sündigt, muss sterben. Ein Sohn soll nicht für die Schuld seines Vaters zur Rechenschaft gezogen werden und ein Vater nicht für die Schuld seines Sohnes. Wer mir dient, kann vor mir bestehen, und wer mir den Rücken kehrt, wird seine Strafe bekommen. Wenn sich aber ein Mensch, der mich verachtet hat, von allen seinen Sünden abwendet, wenn er von da an auf meine Weisungen achtet und für Recht und Gerechtigkeit eintritt, dann wird er nicht sterben, sondern sein Leben behalten.»

Ich schlug die Bibel zu und war schockiert. Ich hatte das Gefühl, dass sie zu mir sprach. Erneut öffnete ich sie und begann wieder zu lesen, bis ich zu Römer, Kapitel 2 gelangte: «Ist euch Gottes unendlich reiche Güte, Geduld und Treue denn so wenig wert? Seht ihr denn nicht, dass gerade diese Güte euch zur Umkehr bewegen will? Ihr aber weigert euch hartnäckig, zu Gott zu kommen und euer Leben zu ändern. Es ist allein eure Schuld, wenn Gottes Zorn auf euch immer grösser wird und euch schliesslich am Tag des Gerichts mit ganzer Härte trifft.»

Die Bibel – Macht zur Veränderung

Die nächsten Tage las ich weiter in der Bibel – und dort lernte ich Jesus kennen. Und ich verstand, was die Wahrheit ist: dass ich ein Sünder war, der sein Leben so sehr liebte, dass er bereit war, sein eigenes Kind zu töten, um dieses Leben beizubehalten. Jesus sagt in Johannes, Kapitel 12: «Wem sein eigenes Leben über alles geht, der verliert es.» Durch Gottes Wort verstand ich, dass meine Beziehung zu Gott alles andere als in Ordnung war: Ich war ein Sünder. Aber ich lernte dort auch Gottes Gnade kennen, dass Jesus der Retter der Sünder ist. Und dass wir in ihm Vergebung finden, egal, was wir getan haben. Als er am Kreuz starb, nagelte er mein Todesurteil mit ans Kreuz, auf dem auch meine Abtreibung stand und die unzähligen Sünden, die ich begangen habe.

Es ist gut und richtig, Gesetze zu machen, die Abtreibungen verbieten, und es ist gut und richtig, gegen Abtreibung zu demonstrieren, aber wir dürfen uns nicht täuschen lassen: Die Macht für Veränderung liegt einzig in der Botschaft von Jesus; Jesus verändert Menschen. Deshalb ist es unsere Aufgabe, zu beten, dass Gott Menschen berührt, damit sie erkennen, dass sie durch Abtreibung schuldig geworden sind und bei Jesus Vergebung finden; und dass Kirchen das Evangelium verkünden und leben, damit Frauen, die ungewollt schwanger sind, als erstes zu den Menschen laufen, die Gnade kennen...

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