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Ayuba* nach Boko Haram-Angriff

Ayuba nach Boko Haram-Angriff – «Ich lege alles Jesus zu Füssen»

Als Boko Haram in sein Dorf einfiel, gelang Ayuba – der auf der Todesliste stand – die Flucht. Andere Christen im Ort wurden umgebracht, darunter sein Vater. Doch Ayuba hat innere Heilung gefunden.

Die Gewalt gegen Christen in Subsahara-Afrika hat ein alarmierendes Ausmass erreicht. Militante Islamisten destabilisieren die Region mit extremer Gewalt.

In Nigeria versetzen Kämpfer der Fulani, Boko Haram und die «Provinz Islamischer Staat Westafrika» (ISWAP) die Region – über die Landesgrenze hinaus – in Schrecken. Sie überfallen christliche Ortschaften, töten, vergewaltigen, verlangen Lösegeld oder entführen Frauen in die sexuelle Sklaverei. In diesem Jahr steht Nigeria auf Platz sechs des Weltverfolgungsindex von Open Doors (Rang sieben im Vorjahr), und damit einmal mehr an der Spitze der Länder, in denen Christen weltweit am meisten Gewalt ausgesetzt sind.

Ayubas Vater wurde ermordet

Die Zahl der religiös motivierten Tötungen in Nigeria ist von 4'650 im Jahr 2021 auf 5'014 im Jahr 2022 angestiegen. Weiter wurden 2'510 Christen in Nigeria wegen ihres Glaubens entführt, und Tausende weitere vertrieben oder sie sind zu Flüchtlingen geworden.

Ayuba (Name geändert), ein junger nigerianischer Christ, hat die brutalen Auswirkungen der Verfolgung selbst erfahren. Sein Vater und acht weitere Christen wurden bei einem Boko-Haram-Angriff auf sein Dorf im Norden Nigerias im Jahr 2020 getötet. Ayuba war gerade 20 Jahre alt.

Eine niederschmetternde Entdeckung

Ayuba erinnert sich noch gut an den Tag, an dem Boko Haram in sein Dorf einfiel. «Wir hörten Schüsse und sahen, dass ein Gebäude in Brand gesetzt worden war. Die Menschen rannten um ihr Leben, als sie hörten, dass Boko Haram einen Mann getötet hatte. Meine Geschwister und ich flohen. Wir konnten einen Fluss hinter unserem Dorf überqueren. Ich hoffte, dass mein Vater uns folgen würde.» Doch dies geschah nicht…

Als Ayuba und seine Geschwister am nächsten Morgen in ihr Dorf zurückkehrten, erfuhren sie von Verwandten, dass Boko Haram seinen Vater gefangen genommen hatte. Der Vater wurde gefragt, ob er ein Muslim oder ein Christ sei. Er antwortete: «Christ». Diese Antwort genügte den Terroristen, um ihn zu töten. Sie ermordeten Ayubas Vater auf der Stelle.

Im Haus fand Ayuba drei Leichen auf dem Boden. Er erkannte seinen Vater an seiner Kleidung. Er kniete an seiner Seite nieder und betete. Selbst in diesem Moment der Trauer war Ayuba in der Lage, Gott zu danken. Er betete: «Gott, ich bin dankbar – du hast gegeben und du hast genommen. Möge mein Vater bei dir ruhen.»

Immer noch in höchster Gefahr

Später erfuhr Ayuba, dass er und seine Familie immer noch in äusserster Gefahr vor den militanten Islamisten schwebten. «Ein paar Wochen nach dem Angriff schickte Boko Haram eine Liste in unser Dorf – eine Liste mit Menschen, die sie töten wollten. Mein Name stand auch darauf.»

Er erkannte, dass es für ihn und seine Geschwister das Beste wäre, in ein anderes Dorf zu ziehen. Ein örtlicher Pastor sorgte dafür, dass sie von dort aus weiter nach Süden ziehen konnten, etwa acht Autostunden von ihrem Dorf entfernt.

Vergeben lernen

Sein Pastor empfahl Ayuba, der nun der Ernährer seiner Familie ist, eine Traumabehandlung durch die «Open Doors»-Partner im «Shalom Trauma Care Centre» zu besuchen. Heute bezeugt er, dass Gott durch die Traumabehandlung und die geistliche Unterstützung seinen Glauben gestärkt hat. Er habe innere Heilung gefunden. «Es ermöglichte mir, dem Mörder meines Vaters und denjenigen zu vergeben, die Boko Haram geholfen haben, Christen im Dorf zu identifizieren. Ich habe gelernt, alles Jesus zu Füssen zu legen.»

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