Skateboard-Profi Shaun Hover – «Ich hatte nichts zu geben»

Dass er einmal zu denen gehören würde, die viel zu geben haben, dachte Shaun Hover nicht. Er brauchte sechs Monate, bis er einen der einfachsten Skateboard-Tricks beherrschte. Talent hatte er keines. Doch plötzlich wurde alles anders.

Dass er einmal zu denen gehören würde, die viel zu geben haben, dachte Shaun Hover nicht. Er hing mit anderen Skatern rum, rauchte Gras und brauchte satte sechs Monate, bis er den «Ollie» erlernt hatte – einen der einfachsten Tricks. Das Skate-Board-Talent war ihm offenbar nicht in die Wiege gelegt worden. Doch plötzlich wurde alles anders.Shaun Hover war vom Status Profi-Skate-Boarder ungefähr so weit entfernt, wie der FC Feusisberg-Schindelleggi vom Champions-League-Titel. «Es war ganz einfach nicht möglich. Da war viel Unsicherheit. Und viele Lügen, denen ich glaubte.» Im Laufe der Jahre aber verbesserte er sich. Und er redete sich nicht mehr ein, dass es unmöglich war.

In seinen späten Teenager-Jahren stellten sich Sponsoren ein – und er wurde Profi. «Es war nicht mein Job, sondern meine Identität.» So wie bei anderen Skateboarden.

Als er 17 Jahre alt wurde, erhielt er von seinem Bruder eine Bibel geschenkt. «Das schlechteste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten, wie ich mir dachte.» Doch zwei Jahre später nahm er sie wieder hervor und beschloss, sie zu lesen. Dazu betete er: «Gott, ich weiss nicht, ob es dich gibt und ob ich jetzt mit jemandem rede. Aber ich hörte, dass dies dein Wort ist, dass du treu bist und dass du deine Versprechen hältst. Wenn es dich gibt, wirst du mit mir sprechen?»

«Willst du Gras rauchen?»

«Sobald ich anfing, in der Bibel zu lesen, bekam ich einen Hunger danach, der nicht mehr wegging.» Er entschied sich für ein Leben mit Jesus Christus. Kurz danach rief ein Freund an: «Hey, willst du mit uns rumhängen und Gras rauchen? So wie üblich?» Hover sagte, dass er gerade in der Bibel liest.

Er vermutete, dass Gott ihn nicht zum Skateboarden rufen würde, liess diesen Teil des Lebens aber vollends in Gottes Hand. «Es war, als hätte ich ihm meine Identität gegeben. Wenn du noch willst, dass ich skate, tue ich es – sonst nicht.»

Er erkannte deutlich, dass Gott ihn weiterhin da haben wollte. Also kniete er sich noch mehr rein und gewann einige grosse Wettbewerbe. Bald arbeitete er mit dem US-Zweig von «Jugend mit einer Mission» zusammen.

Herz für Skater wuchs

«Ich war jeden Freitag in unserem lokalen Skatepark. Wir hatten Barbecues und Wettbewerbe. Je mehr Zeit ich in diesem lokalen Skatepark verbrachte, desto mehr wuchs mein Herz für Skater.» Die Skateboarder wurden für ihn zu einer Gemeinschaft, die er erreichen wollte.

Bald darauf entstand das «Calling All Skaters Discipleship Training Ministry». Hierbei treffen sich Skater aus verschiedenen Teilen der Welt, verbringen sechs Monate zusammen, lesen die Bibel und führen Einsätze in Los Angeles durch. Sie gingen beispielsweise nach China, wo es nicht viele Skater gibt, dafür viele skatefähige öffentliche Plätze. Oder nach Barcelona – heute erstrecken sich die Kreise bis nach Europa.

Das Glück gefunden?

Heute ist Hover teils in Barcelona, teils in Los Angeles, den beiden Skateboard-Hauptstädten der Welt. Leute, die ihn von früher kennen, sagen: «Ich bin so froh, dass du etwas gefunden hast, das dich glücklich macht.»

Doch eigentlich sei das anders: «Ich habe nicht versucht, das Glück zu finden. Sondern ich habe versucht, Jesus nachzufolgen.»

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