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Boota und Nasreen Masih sind glücklich, dass Gott ihre Gebete erhört hat

Pakistanische Christin erzählt – «Ich habe nie aufgegeben – selbst als ich mein Bein verlor»

Die pakistanische Christin Nasreen Masih erinnert sich noch ganz genau an den Tag, an dem sie sich bei der Arbeit schwer verletzte. Damals hätte sie nie gedacht, dass sie eines Tages wieder aufrecht stehen könnte. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Mein Name ist Nasreen Masih. Gemeinsam mit meinem Mann Boota habe ich fast mein ganzes Leben körperlich hart gearbeitet – zuerst auf Feldern für einen Grossgrundbesitzer, dann 15 Jahre in einer Ziegelei. Die Arbeit war anstrengend, die Bedingungen schlecht und wir lebten unter der ständigen Last unserer Schulden beim Chef. Unser Lohn reichte nicht für Unvorhergesehenes.

Eines Tages verletzte ich mich beim Anrühren von Schlamm für die Ziegelherstellung. Ich rutschte ab und schnitt mich mit einem Spaten tief ins Bein. Es kam zu einer Entzündung. Weil wir uns keine richtige medizinische Versorgung leisten konnten, musste mein Bein schliesslich amputiert werden. Seither war ich auf eine Krücke angewiesen.

Auch mein Mann hat Schmerzen. Nach einem schweren Fahrradunfall ist sein Bein nicht richtig verheilt. Er hinkt, aber auch er arbeitete weiter. Es gab keine andere Option.

Gebet als Halt im Alltag

Wir lebten von einem Tag zum nächsten. Für den Besuch der Kirche blieb kaum je Zeit. Unser Alltag drehte sich um die Ziegelei, um Schulden, ums Überleben. Halt bot uns dabei das Gebet. Es war Teil unseres Tages – ob wir arbeiten konnten oder nicht, ob wir genug zu essen hatten oder nicht.

Ich erinnere mich gut an die Abende, an denen Boota betete. Leise, oft mit Tränen in den Augen. Und trotzdem voll Vertrauen. Er sagte: «Gott, nur du kannst uns retten.» Wir glaubten daran, auch wenn es keine Zeichen dafür gab, dass sich etwas ändern würde. Doch das tat es.

Ein Schritt in die Freiheit

Lokale Partner von CSI (Christian Solidarity International) wurden auf uns aufmerksam – und schenkten uns einen Neuanfang. Unsere Schulden wurden übernommen. Wir mussten nicht mehr zurück in die Ziegelei. Für uns war das kaum fassbar.

Boota erhielt einen Eselkarren, mit dem er nun Gemüse verkauft. Jeden Tag bringt er ein kleines Einkommen nach Hause. Für ihn ist das nicht nur Arbeit, sondern Würde. Er kümmert sich um mich, massiert mein Bein, wenn ich Schmerzen habe. Ich spüre, wie sehr wir zusammengewachsen sind.

Ich selbst kann heute dank einer Prothese wieder aufrecht gehen. Zehn Jahre ging ich an Krücken. Dass ich jetzt wieder stehen kann, ist für mich ein kleines Wunder.

Ein Alltag in neuer Würde

Heute gehen wir regelmässig zur Kirche. Wir beten gemeinsam, zu Hause und mit anderen. Wir besitzen sogar eine eigene Bibel. Auch wenn wir beide nicht lesen können, schlagen wir sie beim Gebet auf – als Zeichen unseres Vertrauens. Sie erinnert uns daran, dass Gott uns nicht vergessen hat. Wir haben nicht viel. Aber wir sind frei. Und wir sind unendlich dankbar.»

Nasreen Masih (50) lebt mit ihrem Mann Boota Masih (55) in Chak bei Gojra, Pakistan. Jahrzehntelang arbeiteten sie unter sklavenähnlichen Bedingungen in der Landwirtschaft und in einer Ziegelei. Dank der Hilfe von CSI konnten sie 2024 aus der Schuldknechtschaft befreit werden. Heute führen sie ein einfaches, aber freies Leben – mit neuer Kraft und in Würde.

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