Flüchtlingsarbeit persönlich – «Ich hab' doch nichts Besonderes getan…»

Christiane Spanka ist die Art von Mensch, mit der man sich nach kürzester Zeit über all das unterhält, was einen wirklich beschäftigt. Kein Wunder, dass die Hessin gern mit Menschen zusammen ist und ihnen weiterhilft. Auch mit Menschen wie Daryaa.

Christiane Spanka ist die Art von Mensch, mit der man sich nach kürzester Zeit über all das unterhält, was einen wirklich beschäftigt. Kein Wunder, dass die Mittelhessin gern mit Menschen zusammen ist und ihnen weiterhilft. Auch mit Menschen wie Daryaa.Als Christiane Spanka (54) von ihren Begegnungen mit Daryaa (Name geändert) erzählt, meint sie zuerst: «Ich hab' doch nichts Besonderes getan. Aber es ist toll, was Gott gemacht hat…» Ihre Geschichte beginnt vor einem knappen halben Jahr. Campus für Christus in Deutschland feiert da seinen 50. Geburtstag. Dabei stehen allerdings keine Festreden im Mittelpunkt, sondern sogenannte «Geschenke für die Stadt». Die Missionsbewegung veranstaltet 50 Geburtstagsaktionen, um die Menschen in Giessen und Umgebung zu segnen. Christiane kümmert sich zusammen mit anderen Campusmitarbeitern und der Begegnungsstätte «Café Hope» darum, Flüchtlingen in Giessen den Jesusfilm zu zeigen.

Mehr als ein schöner Abend

Natürlich könnte man einfach Handzettel verteilen, doch die Veranstalter buchen zusätzlich einen Bus. Er bringt alle Interessierten aus dem grossen Erstaufnahmelager der Stadt zum improvisierten Kino. Etliche kommen, weil sie sich für den Jesusfilm interessieren. Andere freuen sich auf das gemeinsame Essen oder einfach mal einen schönen Abend ausserhalb des Lagers.

Auch Daryaa (40) mit ihrer dreijährigen Tochter lässt sich einladen. Nach dem Film steht die Iranerin zunächst etwas verloren herum, und Christiane spricht sie an. Die beiden reden über Gott und die Welt. Irgendwann ist es Zeit, nach Hause zu fahren. Christiane begleitet Daryaa noch zum Bus. Diese will sie kaum gehen lassen, so steigt sie kurzentschlossen mit ein und bietet der Iranerin auf dem Weg zurück ins Erstaufnahmelager an, Telefonnummern auszutauschen. «Sie hat begeistert zugestimmt. Seitdem telefonieren und schreiben wir fast täglich miteinander», meint Christiane. «Ich helfe ihr ab und zu beim Einkaufen, habe ihr einen ausrangierten Buggy für ihre Tochter besorgt und wir reden viel – also eigentlich nichts Besonderes…»

Freundschaft mit Folgen

Nichts Besonderes? Doch, es ist etwas Besonderes. Daryaa erhält nicht nur Dinge, die sie für sich oder ihre Tochter braucht. Sie hat eine Freundin gefunden – und das verändert ihr ganzes Leben. Inzwischen liest sie regelmässig in der Bibel, die sie von Christiane bekommen hat. Sie besucht einen Bibelkreis auf Farsi. Und vor ein paar Wochen liess sich die ehemalige Muslimin taufen. Sie lebt in ihrem neuen Glauben und hat eine grosse Liebe für Gott. Möglicherweise wird sie in einigen Monaten abgeschoben – noch ist ihre Zukunft nicht geklärt –, doch sie ist dankbar, dass sie Gott begegnet ist und Menschen wie Christiane, die sich um sie kümmern. Wo Christiane meint, eigentlich nichts Besonderes zu tun, sagt Daryaa ganz klar: «Solche Liebe zu erleben, ist das Grösste, was mir in meinem Leben passiert ist.»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story

[TA] Nacktszenen? Nein danke! | «Es ist Zeit für Hollywood aufzuwachen»

Im Alter von drei Jahren wurde Madeline Carroll entdeckt. Bald darauf war sie in verschiedenen Werbespots zu sehen. ...

Story
Laine und Steve Craft

Der Feind in meinem Bett – Wenn aus Liebe Hass wird

Es war romantisch wie im Märchen. Doch dann verwandelten sich die «Wolke Sieben»-Gefühle für Laine und Steve Craft in ...

Story
Sheila unterstützt nun christliche Frauen in Brunei (Symbolbild)

Heute in Brunei tätig – Sheila wird durch zwei Träume Christin

Sheila wuchs als Atheistin in einem asiatischen Land auf und begegnete Jesus zuerst auf einem Bild, dann in einem ...

Story
Andy und Lumi Kuret

Andy und Lumi Kuret – Flitterwochen in der Warteschleife

Andy Kuret arbeitete als Landwirt und Pilot in Mosambik, seine Frau Lumi als Wycliff-Bibelübersetzerin in Äthiopien. ...

Story
Chris Rappazini

Nach schwerem Schlag – Zwei Brüder finden durch Vergebung zurück zueinander

Nach dem Verlust ihres Vaters drifteten zwei Brüder auseinander – der eine fand Halt im Glauben, der andere stürzte ab. ...

Story
Lisa-Jo Baker

Schmerz, Vergebung und Hoffnung – Eine Mutter schreibt ihre Familiengeschichte neu

Lisa-Jo Baker wuchs in Südafrika zwischen den Fronten der Apartheid auf, erlitt Verluste und kämpfte mit familiären ...

Story
Dave Gibbons

Von Schmerz zu Heilung – Wie Dave Gibbons nach Verrat Identität fand

Der Autor und Gemeindeleiter Dave Gibbons hat Schmerz, Verrat und Vergebung am eigenen Leib erfahren. Er zeigt, wie ...

Story
Amaya betet für ein Wunder

Sri Lanka – Das inständige Gebet einer verfolgten Frau

Zu Hause kann Amaya nicht offen in ihrer Bibel lesen, nicht beten und nicht einmal mit ihren Söhnen über Jesus ...

Story
Väter sagen auf viele Arten, dass sie ihre Kinder lieben.

Gesegnet – Die Liebessprache des Vaters verstehen

Mit 18 schenkte Andreas Links Vater ihm ein Auto und später einen teuren CD-Player dazu. Jahre später erkannte er: Das ...