Radprofi Ben King über Essstörung – «Ich glaubte, schneller zu werden, je leichter ich bin»

Spätestens seit den Skandalen um etliche Skispringer ist allgemein bekannt, dass auch Männer von Essstörungen betroffen sein können. Einer von ihnen ist der Radprofi Benjamin «Ben» King (28). Nun enthüllt er, wie Gott ihm aus der Sucht heraushalf.

Spätestens seit den Skandalen um etliche Skispringer ist allgemein bekannt, dass auch Männer von Essstörungen betroffen sein können. Einer von ihnen ist der Radprofi Benjamin «Ben» King (28). Nun enthüllt der Teilnehmer prestigeträchtiger Rundfahrten – unter anderem der Tour de France –, wie Gott ihm aus der Sucht heraushalf.

Ben King gewann die US-Meisterschaft sowohl als Junior wie auch als Aktiver. Zudem startete er am Königsevent des Radsports, an der Tour de France, sowie zweimal an der Spanienrundfahrt «Vuelta a Espana».

Das Training an der Spitze dieses Sports ist brutal, der Druck enorm. Um möglichst an Gewicht zu sparen und aus seiner Sicht noch wettbewerbsfähiger zu werden, wurde er besessen von der Zusammenstellung seines Speiseplans, bis es völlig entgleiste und sich zu einer Essstörung entwickelte.

Leichter = schneller(?)

Seine Gleichung las sich bald so: «Ich glaubte, schneller zu werden, je leichter ich bin.» Das Training blieb hart und er begann sich regelmässig zu übergeben.

Das ganze Prozedere nagte mehr und mehr an ihm. Körperlich, emotional, mental und geistlich begann eine Abwärtsspirale. Sein Körper geriet aus der Balance. «Das Ding, das ich kontrollieren wollte, begann mich zu kontrollieren.»

Alles zersplittert

Irgendwann kam es zum Knall. «Ich war gerade etwas am Geschirrspülen. Dabei zerbrach ich eine Salatschüssel, die meine Mutter gern mochte. Sie wurde wütend und ich sah rot.» King rannte aus dem Haus, in den Wald hinein.

Die Bäume schienen unheimliche Gesten zu ihm zu machen. «Ich spürte eine böse Präsenz um mich herum. Es mag wohl einfach das Böse gewesen sein, dem ich erlaubt hatte, in mein Leben zu kommen. Ich schrie: 'Tu etwas oder geh zurück in die Hölle!'» Doch es passierte nichts.

Zurück zum Gebet

Dann half ihm sein Vater, zum Gebet zurückzukehren. Doch noch war er nicht bereit, jemandem zu erzählen, was er durchmachte. Sein Vater betete: 'Gott, was immer im Leben meines Sohnes geschieht, wir beten, dass du es wegnimmst. Wir wissen, dass du die Kontrolle über alles hast.'» In diesem moment realisierte Ben King, dass er nicht nur sich selbst verletzte, sondern auch die Menschen, die ihn liebten. Doch weil er nicht mit jemandem darüber reden konnte, sprach er zu Gott. «Ich wendete mich zu Gott, weil ich es nicht vor ihm verbergen konnte. Er wusste bereits alles.»

Durch den neu gefundenen Glauben fand er Ermutigung und Kraft. Und mehr noch: er fand Schritt für Schritt zu einem gesünderen Lebensstil.

Radfahren als Worship

«Als ich realisierte, dass da Dinge in meinem Leben waren, die ich nicht kontrollieren konnte, und mich dazu entschied, Gott darin zu vertrauen, kontrollierten sie mich nicht mehr.»

King fand in Gott wieder seinen König in allen Bereichen seines Lebens. Im laufenden Jahr gewann er die Sprintwertung der Burgos-Rundfahrt. «Radfahren ist etwas, das mir grosse Freude bereitet. Für mich ist es ein Weg, mit Gott zu interagieren und ein Akt der Anbetung.»

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