Vom Laufsteg zur Schule für Mission – «Ich bekam eine neue Chance»

Vor dem Bürgerkrieg aus Kinshasa geflohen, ging Gautianna Mbula einen ungewöhnlichen Weg: Nach einer steilen Karriere als Model in Stuttgart besuchte sie eine Schule für Mission.

Vor dem Bürgerkrieg aus Kinshasa geflohen, ging Gautianna Mbula einen ungewöhnlichen Weg: Nach einer steilen Karriere als Model in Stuttgart besuchte sie eine Schule für Mission.

Mit 21 Jahren schien es, als hätte Gautianna alles erreicht. Sie war ein angesagtes Model, verbrachte die Nächte auf Partys und führte ein Leben, das sich viele junge Frauen wünschen. Für sie war es wichtig, anerkannt und bewundert zu werden. Denn in der Schule war sie als Farbige die Aussenseiterin. «Egal was war, ich war immer die Schuldige. Viele wollten mit mir nichts zu tun haben.»

Das Leben, das sie sich wünschte

Doch als erfolgreiches Model war sie angesagt, wurde von Männern begehrt und von Frauen bewundert. «Ich wurde oft angesprochen und bekam Komplimente. Das hat mir ein schönes Gefühl gegeben.» Das Leben, das sie führte, war das, was sie sich immer wünschte. «Ich hatte keine anderen Ziele für mein Leben. Ich wollte modeln und ein It-Girl sein – so sah ich meine ganze Zukunft.»

«Mein Leben ging den Bach runter»

Von einem Tag auf den anderen aber änderte sich alles. Sie verlor zwei Jobs und wurde nicht mehr als Model gebucht. «Es gab keine grossen Begründungen. Die Leute wollten mich einfach nicht mehr. Mit einem Mal ging mein Leben den Bach runter.» Gautianna war frustriert. «Es fühlte sich an, als sei ich gestorben.» Sie fühlte sich allein und wusste nicht, wie es weitergehen sollte.

In dieser Zeit nahm ihre Mutter, die schon einige Zeit zuvor gläubig geworden war, sie in einen Gottesdienst mit. Gautianna konnte an ihr sehen, dass sie sich verändert hatte. Im Umgang mit ihr und ihren Geschwistern war sie viel liebevoller geworden. Trotz dieser positiven Veränderungen machte sie sich über den Glauben ihrer Mutter lustig.

Nach dem Gottesdienst schaute sie sich im Internet nach Infos über Jesus um. Sie fand ein Gebet, das jeder Mensch sprechen könne, um sein Leben Jesus anzuvertrauen. «Ich habe dieses Gebet gesprochen. Ich habe zwar nicht viel damit verbunden. Aber ich hatte ein gutes Gefühl danach.» Sie schrieb auf ihrer Facebookseite darüber und bekam dazu einige Likes.

«Ich verstand, wie kostbar mein Leben ist»

Einige Zeit später auf dem Weg zu einer Silvesterfeier in Berlin, macht Gautianna eine krasse Erfahrung: Sie nimmt Drogen, die ihr Freunde angeboten hatten, und bricht auf der Fahrt in der S-Bahn zusammen. Die Freunde ziehen sie aus dem Wagon auf den Bahnsteig. «Ich hatte keinerlei Kontrolle mehr über meinen Körper. Ich war am Sterben und hörte eine Stimme, die sagte: 'Wenn du leben möchtest, musst du deiner Mutter deine Sünden beichten'.» Heute sagt sie über das Nahtoderlebnis: «Bis zu diesem Tag hatte ich nicht viel Sinnvolles gemacht. Nun bekam ich eine neue Chance und verstand mit einem Mal, wie kostbar mein Leben ist.»

Lernen, sich selbst zu vergeben

Nachdem sie in einem Gottesdienst sehr bewusst ihr Leben in die Hände von Jesus gelegt hatte, bemühte sie sich, einiges von dem wieder gut zu machen, was in der vergangenen Zeit falsch gelaufen war. Sie schrieb Briefe an Menschen, die sie belogen oder mies behandelt hatte. «Ich erlebte, dass Jesus mir meine Sünden vergab. Ich suchte auch die Vergebung von Menschen, denen ich weh getan hatte. Aber ich musste dann auch lernen, mir selbst zu vergeben, wo ich mich schlecht verhalten habe.»

Leidenschaft, anderen von Jesus zu erzählen

Dann arbeitete Gautianna, um eine dreimonatige Missonarsschule in Mosambik finanzieren zu können. Es ist ihre grosse Leidenschaft, anderen von Jesus zu erzählen. Das tut sie auch bei Aktionen auf der Strasse. Hier hat sie immer wieder erlebt, wie Jesus sie durch seinen Geist bei den Gesprächen führt. «Ich glaube, allen Menschen, die Jesus nicht kennen, fehlt etwas. Sie haben, auch wenn sie es nicht wissen, ein Loch in ihrem Leben, das Gott füllen kann. Und wenn er das tut, ändert sich das ganze Leben. Das habe ich auch erfahren.»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Anna Shammas im Klassenzimmer

Neun Jahre heimatlos

Das Magazin «Amen» hat in Form von Kurzfilmreportagen festgehalten, wie Menschen heute Jesus erleben. Heute berichtet ...

Story
 Günther Klempnauer blickt mit 90 Jahren auf ein Leben mit zahlreichen tiefen Begegnungen zurück

Günther Klempnauer – Am Frühstückstisch mit Johnny Cash

Günther Klempnauer feiert seinen 90. Geburtstag. Bekannt machten den Pastor, Lehrer und Journalisten seine Gespräche ...

Story
Marianne Awaraji Daou

«Dennoch machen wir weiter» – Mutter und Führungskraft in Kriegszeiten

Der Muttertag findet im Libanon bereits am 21. März statt, mitten in einer Zeit, in der viele Familien mit Unsicherheit ...

Story
Ariana untersützt trotz der Unsicherheit im neuen Land afghanische Flüchtlingsfrauen (Symbolbild)

Ein Zeugnis aus Afghanistan – Von der Angst in die Freiheit

Ohne es zu wissen, heiratete Ariana einen heimlichen Christen in Afghanistan. Sie mussten in ein anderes Land fliehen, ...

Story
Craig DeMartino überlebte den Sturz und kann heute wieder klettern

Nach 30-Meter-Sturz – «Gott ist nicht eine Krücke, sondern die Brücke»

Von rund dreissig Metern auf einen Felsen zu stürzen, würde für viele Menschen tödlich enden. Doch Spitzenkletterer ...

Story
Sarah Drew

Geplant waren nur zwei Folgen – Wie Dr. April Kepner Generationen ermutigt

Eigentlich sollte ihre Rolle in «Grey's Anatomy» nach zwei Folgen enden. Doch aus Dr. April Kepner wurde eine der ...

Story
Melanie Rivas

«Vollständig verwandelt» – Vom «Borderline-Satanismus» zur Gottesbegegnung

Melanie Rivas’ Freude an Jesus ist ansteckend. Noch vor einem Jahr jedoch war die 22-Jährige obdachlos, mittellos und ...

Story
Mike Flynt

College-Spieler mit 59 Jahren – Reue brachte ihn zu einem unglaublichen Comeback

Mit 59 Jahren war Mike Flynt einer der ältesten College-Spieler der Geschichte. Das Durchhaltevermögen des Sohnes eines ...

Story
Gabrielas Startbedingungen waren extrem schwierig (Symbolbild)

Trotz schlechter Startbedingungen – «Gott hat mich von meiner Angst befreit»

Als Gabriela Withs Adoptivvater sie sexuell missbraucht und die Adoptivmutter davon erfährt, versucht diese, ihn vor ...