Frei von Leistungsdruck – Helikopterpilot Thomas Bolzli: Ein Leben in neuen Dimensionen

Thomas Bolzli aus Blankenburg ist leidenschaftlicher Helikopterpilot. Seit seiner Kindheit gehört der christliche Glauben zu ihm. Aber es dauerte viele Jahre, bis er es lernte, ganz für Jesus zu leben – gerade auch in seinem Beruf.

Thomas Bolzli aus Blankenburg ist leidenschaftlicher Helikopterpilot. Seit seiner Kindheit gehört der christliche Glauben zu ihm. Aber es dauerte viele Jahre, bis er es lernte, ganz für Jesus zu leben – gerade auch in seinem Beruf.

Als Kind und Jugendlicher führte Thomas Bolzli ein Doppelleben. Jeden Sonntag traf man ihn in der Kirche an, während der Woche hörte man ihn jedoch nie über seinen Glauben sprechen. Gott war ihm zwar wichtig, andere Dinge aber wichtiger – insbesondere Sport und später Helikopter. Sein Ehrgeiz trieb ihn zu Höchstleistungen an. Später bezahlten seine Frau und seine vier Söhne den Preis für seine Rastlosigkeit. Stets strebte er nach Erfolg und die Kaderstellen in der Helikopterbranche beanspruchten ihn sehr.

Piloten und Geschäftsleute: keine Zweitklassechristen

Trotz seiner ansehnlichen Leistungen in der Helikopterbranche fühlte sich Thomas Bolzli nicht erfüllt. Neben Pastoren und Missionaren fühlte er sich als zweitklassiger Christ. Wenigstens Missionspilot hätte er doch schon werden sollen, so dachte er. Ab 2003 absolvierte er die zweijährige Schule für biblische Geschäftsprinzipien (siehe sbgnet.ch). Dadurch wurde sein Denken zutiefst verändert. Er erkannte, dass er genau dort Gott dienen konnte, wo er war. In der Folge begann er, sich nach Gottes Willen für sein Leben auszustrecken.

Absturz und Kündigung: Zwei Weckrufe

In den folgenden Jahren waren es zwei Weckrufe, die Thomas zu einem Gott hingegebenen Leben drängten. 2007 stürzte er mit dem Helikopter ab. Nach Ausfall der Turbine befand er sich sieben Sekunden zwischen Leben und Tod. Sein Leben zog an ihm vorbei, bis er unmittelbar vor dem Aufprall laut «Jesus» rief – und, abgesehen von zwei kleinen Schrammen, unverletzt aus dem total demolierten Hubschrauber ausstieg. Dabei erkannte er, wie sehr Jesus seine Hoffnung war. Doch die Sehnsucht, sich diesem Jesus 100 Prozent auszuliefern, blieb noch Theorie.

Mehrere Jahre später erhielt Thomas die Kündigung. Als ehrgeizigen Berufsmann traf ihn dies äusserst hart. Es zog ihm richtiggehend den Boden unter den Füssen weg. Und genau in dieser Situation, wo er sich am Tiefpunkt fühlte, traf er die Entscheidung, dass sein Glaube an Jesus Christus von nun an jeden Bereich seines Lebens ausfüllen sollte.

Leben in neuen Dimensionen

Damals, im Jahr 2013, entschied sich Thomas für drei Grundsätze:

  1. Er gab der Gemeinschaft mit seinem Schöpfer oberste Priorität. Zeit für Bibellesen, Gebet und Gemeinschaft mit aufgeweckten Christen sollte einen festen Platz in seiner Agenda finden.
  2. Er entschied, sich nicht mehr um sein Leben, seinen Erfolg oder sonst irgendetwas zu sorgen. Gemäss der Bibel, Matthäusevangelium, Kapitel 6, Vers 33 wollte er vertrauen, dass Gott selbst sich um alles kümmerte, was er zum Leben brauchte.
  3. Zeit mit seiner Frau und seinen Söhnen waren Gott wichtig. Das erkannte er und setzte entsprechend seine Prioritäten.

Was mit diesen drei Grundsätzen begann, nahm bald schon sein ganzes Leben ein. Thomas Bolzli hatte sein ganzes Leben Jesus übergeben – und dies nicht länger nur theoretisch. Als Folge wuchs sein Hunger nach Gott und seinem Wort immer mehr. Sein ganzes Leben hat sich seither verändert. Voller Freude kann Thomas heute sagen: «Meine innere Unruhe, die Hast und der ständige Leistungsdruck sind verschwunden. Zutiefst in meinem Herzen ist echte Ruhe eingekehrt.»

Mit Gott im Beruf

Es erstaunt eigentlich nicht, dass sich auch der Berufsalltag von Thomas grundlegend veränderte. Im Gegensatz zu früher fürchtet er sich heute kaum mehr, über seinen Glauben zu sprechen. Gespräche über Gott empfindet er sogar als grosse Freude. Einmal schickte er einen persönlichen Brief an 25 seiner Berufskollegen. Dabei legte er auch eine CD mit christlichen Botschaften bei. So etwas hätte er sich früher niemals vorstellen können – doch heute macht er dies gerne. Er bezieht Gott in Entscheidungen jeder Art mit ein. Immer wieder verspürt er beispielsweise Impulse von Gott, wann er welcher Person eine E-Mail schreiben oder jemanden anrufen soll. Er hat erlebt, wie Gott Menschen heilt und durch seine Liebe berührt.

Das Leben ist lebenswert

Heute blickt Thomas Bolzli gerne auf die Jahre zurück, in welchen er von Gott geformt wurde. Auch wenn er etliche Umwege machen musste, ist er doch begeistert, dass Gott ihn niemals aufgegeben hat. «Durch meinen Ehrgeiz brachte ich mich mehrmals in Lebensgefahr und erlebte dabei Gottes Bewahrung. Auch wenn meine Entscheidungen nicht immer nach seinem Willen waren, hat er mich weitergeführt und etwas Gutes daraus gemacht.»

Heute strebt Thomas nicht mehr nach immer grösserem Erfolg und Erlebnissen jeder Art. Er weiss, dass die Erfahrungen der zukünftigen Welt dies alles ohnehin bei weitem überragen. Innere Ruhe und eine tiefe Lebensfreude zeichnen ihn heute aus. Er braucht keine zusätzlichen Kicks und Erfolge mehr. Vielmehr lohnt es sich, möglichst viele Menschen auf dieses Leben mit Jesus hinzuweisen. Denn nur in Jesus ist dieses neue Leben zu finden. Das ist das höchste Ziel seines Lebens – und wenn er dabei auch noch mit einem schnellen Helikopter durch die Luft fliegen kann, umso besser!

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