Ex-Dschihadist leitet Hauskreis – «Grosser Unterschied zwischen Gott von früher und dem, den ich heute anbete»

In nur vier Jahren veränderte sich Bashir Mohammed vom wütenden Dschihadisten zum Bibelkreisleiter, der andere Konvertiten in ihrem Glauben unterstützt. Wie kam es zu dieser Veränderung?

In nur vier Jahren veränderte sich Bashir Mohammed vom wütenden Dschihadisten zum Bibelkreisleiter, der andere Konvertiten in ihrem Glauben unterstützt. Wie kam es zu dieser Veränderung?

Bashir Mohammed gehörte zu den vielen Männern, die sich aufgrund ihres Glaubens einer militanten muslimischen Gruppe anschlossen, in seinem Fall der al-Nusri, einer Splittergruppe von al-Kaida in Syrien. Er war bereit, für seinen Glauben zu töten. Doch innerhalb von vier Jahren veränderte er sich komplett und wurde von einem wütenden Islam-Verteidiger zum Friedensverfechter: Er leitet eine Bibelgruppe in der Türkei und hilft anderen Konvertiten, im christlichen Glauben zu wachsen. Eine ungewöhnliche Geschichte, findet auch Mohammed selbst. «Ehrlich gesagt hätte ich früher jeden umgebracht, der dies gesagt hätte», erklärte er gegenüber der Times of India.

Enttäuschung und Flucht

Doch wie kam es zu dieser Veränderung? Im Alltag erlebte der al-Nusra-Kämpfer Tod, Massenhinrichtungen und die Folter der Gefangenen. Doch als er eines Tages per Fernglas beobachtete, wie die Soldaten der syrischen Regierung ihre Gefangenen hinrichteten, merkte er: Es gab keinen Unterschied zwischen dem Feind und ihnen – worin lag der Sinn? Dass Muslime andere Muslime töteten, enttäuschte ihn und so desertierte er und floh mit seiner Frau nach Istanbul.

Gebet übers Telefon

Obwohl er nicht mehr Teil einer Terrorgruppe war, lebte er immer noch für den Islam. Doch dann wurde seine Frau Rashid ernsthaft krank. Nichts konnte ihr helfen. Und so tat Bashir das, was er nie für möglich gehalten hätte: Er erlaubte seinem Cousin, der in Kanada lebte, dass dieser mit seiner Gebetsgruppe am Telefon für Rashid betete. Und schon nach ein paar Tagen ging es seiner Frau wieder besser. Konnte es sein, dass der Gott der Christen doch der wahre Gott war?

Träume bringen Klarheit

Sein Cousin brachte ihn in Kontakt mit einem Missionar in der Türkei. Bei ihm konnte er viele Fragen loswerden. Auch die Gastfreundlichkeit der Christen und Gemeinden, die er nun besuchte sprachen ihn an. Auch das Lesen in der Bibel schenkte ihm einen Frieden, wie er ihn im Koran nie gefunden hatte. Doch noch hatte er sich nicht für den christlichen Glauben entschieden. In dieser Zeit hatten seine Frau und er Träume: Rashid träumte davon, wie eine Person aus der Bibel das Meer teilte – und Bashir träumte von Jesus, der ihm zu essen gab. Nun war den beiden klar, dass Jesus der einzige Weg zu Gott war und gaben ihm ihr Leben ganz hin.

Ein grosser Unterschied

Obwohl viele Konvertiten aus dem Nahen Osten nach Europa fliehen, war es für Bashir und Rashid nie die Frage, die Türkei zu verlassen. Sie möchten anderen Konvertiten helfen, im Glauben zu wachsen. Deshalb gründeten sie eine Bibelstudien-Gruppe in ihrem Hochhaus in Istanbul. Und Bashir ist unglaublich glücklich in seinem neuen Leben: «Es gibt einen grossen Unterschied zwischen dem Gott, den ich früher anbetete, und dem, den ich heute anbete. Früher beteten wir voller Angst zu Gott. Doch heute hat sich alles verändert.»

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