OpenDoors UK
Simin drohte eine lange Haftstrafe im Iran (Symbolbild)

Wenn das Gefängnis droht – «Gott war mit jedem Schritt bei uns»

Simin musste ihr Heimatland, den Iran verlassen, nachdem ihr eine lange Haftstrafe drohte. Heute arbeitet sie mit Iranerinnen in 35 Städten zusammen, ermutigt sie und bereitet sie vor, um Hausgemeinden zu leiten.

Als ihr Freund Moshen (Name geändert) der jungen Simin (Name geändert) eine Bibel schenkte, schien das Christentum für die Iranerin eine attraktive Alternative zum Islam «wegen seiner Einstellung zur Ehe; das war anders als in der islamischen Welt. Frauen haben hier (im Christentum) so viel Wert…»

Sie las weiter in der Bibel, aber erst als sie einen Film über Jesus sah, veränderte sich ihr Leben. Insbesondere die Szene, in der Jesus sein Kreuz trägt, löste etwas in ihr aus. «Ich hatte das Gefühl, mit Jesus zu laufen», erinnert sie sich. «Ich kniete nieder und weinte stundenlang – ich konnte gar nicht begreifen, was da in mir geschah. Etwas zerbrach in mir – und das veränderte mich.»

Konsequenzen

Sechs Monate später besuchte sie ihre erste Hausgemeinde. Die Freude der Menschen war ansteckend. Hier begann sie, in ihrem Glauben zu wachsen und auch anderen von Jesus zu erzählen und Bibeln zu verschenken. Auch in der Klinik, in der sie als Krankenschwester arbeitete. Als es einem Fünjährigen nach einer Herz-OP schlecht ging, beteten sie und Moshen, den sie in der Zwischenzeit geheiratet hatte, für ein Wunder. Am nächsten Tag wachte der Junge gesund auf.

Doch ihre Familie machte sich über die junge Frau lächerlich, wenn sie von Jesus sprach. «Sie sagten, ich sei verrückt geworden.» Nach dem Umzug in eine kleinere Stadt kamen Drohungen von Nachbarn dazu, etwa aufgrund ihrer Kleidung. Auch im Krankenhaus bemerkten die Kollegen, dass sie während des Ramadans nicht fastete und die Gebetszeiten nicht einhielt.

Verhört

Als der Pastor ihrer Hausgemeinde verhaftet wurde, starteten die beiden eine eigene Hausgemeinde. Es kamen immer mehr Menschen zum Glauben. Doch die verärgerte Familie eines Konvertiten gab den Behörden einen Tipp – sofort kam die Polizei zu ihnen nach Hause und durchsuchte das ganze Haus. Sie wurden von ihrer zweijährigen Tochter getrennt und 18 Tage lang getrennt voneinander verhört. «Sie wollten durch mich andere Christen finden und dann wollten sie andeuten, dass ich politisch mit anderen Ländern verbunden bin und andere gegen den Islam und die Regierung aufwiegeln will – doch ich wollte einfach Menschen zu Jesu Liebe führen.»

Selbst mit der drohenden Gefängnisstrafe hielt das Ehepaar am Glauben fest und betete um Schutz für die kleine Tochter. Nach ihrer Freilassung wurde Simin aus dem Krankenhaus entlassen. Zudem drohten weiterhin längere Gefängnisstrafen. So trafen sie die schwere Entscheidung, das Land zu verlassen. «Es machte uns Angst, aber wir mussten dieses Opfer bringen.»

Neustart und ein neuer Dienst

Sieben Monate dauerte ihre Reise aus dem Iran in Sicherheit. Doch sie durften Gottes Hilfe spürbar erleben. «Gott war mit jedem Schritt bei uns», berichtet Simin. «Wir brauchten 18 Stunden, um über die Grenze zu kommen. Wir befanden uns in einem kalten, dunklen Lastwagen zusammen mit anderen Leuten, doch meine kranke Tochter wurde auf dem Weg geheilt und schlief friedlich!»

Heute leben sie in einem anderen Land, doch auch hier haben sie noch keine Stabilität gefunden. In ihrem neuen Leben werden sie vom Hilfswerk Open Doors unterstützt. Dadurch konnten sie einen Online-Dienst starten, bei dem Simin Frauen im Iran Bibelunterricht erteilt und sie vorbereitet, um Hausgemeinden zu leiten. Sie hat mit Frauen in 35 Städten des Irans Kontakt. «Ich befinde mich zwar noch nicht völlig in Sicherheit, aber ich kann den Schmerz dieser Frauen nachvollziehen», erklärt Simin ihre Motivation. «Ich möchte sie trösten und ihnen dienen. Auf der Reise meines Lebens habe ich viel Verfolgung erlitten. Aber ich habe immer Gottes Wirken erlebt!»

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