Wenn es bergab geht – «Gott nutzt unseren Schmerz für etwas Gutes»

Lysa TerKeurst hat in verschiedenen Bereichen ihres Lebens erlebt, was Schmerz bedeutet. Doch sie hat erkannt, dass Gott manchmal Schmerz zulässt, daraus aber Gutes macht. Heute ermutigt sie, Gott zu vertrauen, auch wenn man keinen Sinn darin sieht.

Lysa TerKeurst hat in verschiedenen Bereichen ihres Lebens erlebt, was Schmerz bedeutet. Doch sie hat erkannt, dass Gott manchmal Schmerz zulässt, daraus aber Gutes schafft. Heute ermutigt sie, Gott zu vertrauen, auch wenn man keinen Sinn darin sieht.Lysa TerKeurst war seit über 20 Jahren verheiratet und als Sprecherin und Bestseller-Autorin unterwegs, um Frauen zu einem Leben mit Jesus zu ermutigen. Als ihr Mann, der jahrelang Drogen konsumiert hatte, ihr eröffnete, dass er eine Affäre hat, überfiel sie dies wie ein Eimer kaltes Wasser… Trotzdem wollte die Mutter von fünf Kindern für ihre Ehe kämpfen – doch ihr Mann war nicht interessiert daran, die Affäre zu beenden. So veröffentlichte Lysa vor einem Jahr über die Sozialen Medien ihre Entscheidung, sich trennen und anschliessend scheiden zu lassen. Was ihr Mann ihr angetan habe, sei «die schlimmste Art des Verrats». Wenig später wurde sie zusätzlich mit Brustkrebs diagnostiziert. «Wieso, Gott?», war damals ihre grösste Frage. Und «warum ich?».

«Unterdessen macht Gott Gutes…»

Heute, nur ein Jahr später, sieht Lysas Leben komplett anders aus. Sie hat nach einer erfolgreichen Operation und den dazugehörigen Behandlungen den Krebs besiegt – und ist wieder mit ihrem Mann zusammen. Doch die 180-Grad-Wendung liegt nicht an ihr, dessen ist sie sich bewusst. Und die vergangenen Monate seien «wahnsinnig schmerzvoll» gewesen. Doch Gott, so TerKeurst im Interview mit The Christian Post, hat immer einen guten Plan. «Egal, wie ich mich heute fühle, kann ich mit Gott immer wissen, dass er Gutes macht, selbst wenn ich es nicht sehen kann. Zu wissen, dass Gott existiert, gibt mir einen Sinn inmitten meines Schmerzes. Das hebt meine Perspektive.»
Nachdem ihr Mann letztlich einwilligte, konnten die beiden durch Seelsorge und schmerzvolle Gespräche an ihrer Ehe arbeiten. Die Reise zur Wiederherstellung sei lang und schwer, «aber es ist eine Reise, die wir machen wollen», egal wie lange es dauert, das gegenseitige Vertrauen wiederaufzubauen.

Die Last abgeben

Inmitten dieser Reise durfte sie erleben, dass Gott auch in den dunkelsten Zeiten am Wirken ist. Obwohl das oft anders läuft, als man sich selbst das vorgestellt hat. Sie selbst habe Gott so viele Vorschläge gemacht, wie er ihre Situation verändern könnte. «Ich habe Stunden damit verbracht, die Dinge auszusortieren und zu versuchen, sie zu regeln, während Gott schon längst einen guten Plan hatte. Aber Gott möchte nicht, dass wir inmitten unserer Umstände stehen und die Last tragen, alles erklären und regeln zu wollen. Er möchte, dass wir uns einfach hinstellen und sagen: ‚Gott, ich mag das nicht, ich will das nicht, aber ich werde dir vertrauen und nach deiner Hand greifen.‘»

Geheimnisse sind tabu

Ihren eigenen Kampf in diesem Thema hat sie in einem neuen Buch aufgeschrieben. Damit möchte sie vor allem Frauen ermutigen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Und sie rät Ehepartnern, die schwierige Zeiten durch machen, offen und ehrlich zu kommunizieren, gerade über die Kämpfe, die jeder einzelne durchmacht. «Manchmal denken wir, das muss ich meinem Partner gar nicht erklären, das wird nur seine Gefühle verletzen.» Doch Geheimnisse innerhalb der Ehe seien extrem gefährlich, ein One-Way-Ticket in eine katastrophale Situation. «Ich möchte zu ehrlichen Gesprächen ermutigen über diese Gedanken, mit denen Sie kämpfen, wenn Sie nachts um 2 Uhr aufwachen… Verstecken Sie diese Dinge nicht, denn sonst nutzt Satan das, um Sie anzugreifen.»

Jede Situation ist einzigartig

Trotzdem weiss Lysa TerKeurst, dass die Situation jedes Menschen anders ist. Deshalb könne man bei Gott auch keine mathematischen Gleichungen aufstellen – und darum rufe Gott uns auch nicht zur Religion, in der einfach Regeln befolgt werden. «Gott ruft uns zu einer Beziehung mit ihm, in der wir ihm vertrauen können, selbst wenn wir die Umstände unseres Lebens nicht verstehen. Wir vertrauen einem guten Gott, aber es ist ein guter Gott, der manchmal Schmerzhaftes in unserem Leben zulässt.» Doch auch aus dem Schmerz könne er immer etwas Gutes machen. «Wir dienen einem Gott, der unseren Schmerz für etwas Gutes nutzen wird, jedes Mal. Seine guten Dinge sehen vielleicht anders aus als das, was wir uns unter etwas Gutem vorstellen, aber er ist immer treu und vertrauenswürdig!»

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