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Matthias Degen musste bereits viele Berge erklimmen

Nicht aufgeben – «Gott liess mich stets wieder auf die Füsse fallen»

Als Kind zur Adoption freigegeben, musste Matthias Degen immer wieder Hürden überwinden. Mobbing, ADHS, Eheprobleme, gesundheitliche Herausforderungen, falsche Anschuldigungen, Arbeitslosigkeit. Doch Gott begleite ihn treu, erklärt er zuversichtlich.

«Meine Mutter war gerade mal 18-jährig, als ich 1980 in Zürich geboren wurde», erzählt Matthias Degen. Die Beziehung zum Kindsvater war nicht so, dass die beiden jungen Leute als Familie hätten zusammenleben wollen. Ihr Sohn wurde daher in einer Pflegefamilie untergebracht und nach ein paar Monaten adoptiert. «Ich bekam später eine Schwester, die ebenfalls zur Adoption freigegen worden war. Das war nicht ganz einfach – drei verschiedene Herkunftsgeschichten und Prägungen mussten miteinander verflochten werden…» Die vier lebten im Baselland, und die Schulzeit war ebenfalls herausfordernd für Matthias. «Ich wurde oft gehänselt, weil ich abstehende Ohren hatte und sehr kleine Adoptiveltern.» Er ist heute 1,90 gross – die Diskrepanz fiel auf.

Seine Mutter betete abends mit ihren Kindern, dank ihr besuchte er die Cevi-Jungschar. Hier vertraute er mit 16 Jahren sein Leben Jesus an. Während seiner kaufmännischen Ausbildung in einem Autohaus trieb er viel Sport, ging oft abends weg, trank reichlich Alkohol. Bodybuilding, Oldtimer, schöne Autos – das war damals sein Lebensinhalt. Langsam versickerte seine Beziehung zu Jesus. Er lebte leidenschaftlich für Autos und wechselte mit 20 Jahren er in den Automobil-Verkauf. Sein Elternhaus verliess er jung, da sein Lebensstil Konflikte verursachte.

Familienzeit

«Jesus hat mich nie aufgegeben, und durch Freunde wurde ich motiviert, die Beziehung zu ihm wieder zu leben», schaut er zurück. Über das Internetportal Jesus.ch lernte er als 24-Jähriger seine Frau kennen. Ein Jahr später waren sie verheiratet. «Mit 29 Jahren wurde ich zum ersten Mal Vater einer wunderbaren Tochter», erinnert sich Degen. Nun wollte er mehr über seine Wurzeln wissen und machte sich auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter. 2009 trafen sie sich und sie erzählte ihm seine Geschichte. Sein biologischer Vater war bereits verstorben. Drei Jahre später kam die zweite Tochter zur Welt: «Für mich sind meine beiden Mädchen Gottes Geschenk an mich.»

Matthias arbeitete hart, um seiner Familie einen guten Lebensstandard zu bieten. Dabei überforderte er sich oft selbst und vernachlässigte seine Gesundheit sowie seine psychische Verfassung. Heute weiss er, dass seine Mitmenschen darunter litten. Auch seine Frau war gesundheitlich herausgefordert, das belastete ihre Ehe. Sie besuchten damals den ICF Basel und redeten mit Gott und Freunden über ihre Not und wurden von ihnen im Gebet unterstützt.

Angeschuldigt und vor Gericht gestellt

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Matthias Degen

Als Matthias seine Stelle kündigte, wurde er angeklagt, Geld im fünfstelligen Bereich unterschlagen zu haben. Es folgten zahlreichen Einvernahmen und eine Wohnungsdurchsuchung. Nach drei Jahren Gerichtsverfahren wurde der Automobilfachmann aus Mangel an Beweisen freigesprochen. «Doch die Erfahrung hinterliess Spuren in meinem Leben», stellt er klar. «Noch heute habe ich Mühe, Menschen zu vertrauen…»

2013 verstarb unerwartet sein Vater, zu dem er ein enges und gutes Verhältnis gehabt hatte. Auch er hatte zum Glauben an Jesus gefunden. «Wenn mich etwas bewegt, steige ich aufs Velo und fahre los. Dann rede ich mit Gott.» Langsam überwand Matthias den grossen Schmerz. Doch in seiner Ehe kriselte es weiter. Während einer Ehetherapie wurde ihm empfohlen, sich auf ADHS abklären zu lassen. Nun fand er eine Erklärung für verschiedene Verhaltensmuster. Der Psychologe begleitete ihn damals eine Zeitlang und bespricht seither zweimal pro Jahr sein Befinden mit ihm. Dank Medikamenten und Merkzetteln kann er sich heute besser organisieren.

Ihre Ehe hielt den vielen Belastungen nicht stand. Seine Frau wollte die Beziehung nach eigener gesundheitlicher Krise nicht mehr weiterführen. Das Paar trennte sich 2018, zwei Jahre später kam es zur Scheidung. Matthias suchte erneut Ablenkung im Alkohol. Er erkannte, dass das nicht zielführend ist und bat Gott aufrichtig um Hilfe. «Er hat mir das Verlangen nach Alkohol völlig weggenommen», bestätigt er heute. «Ich trinke nicht mehr.» Für ihn ist das ein Zeichen der liebevollen Begleitung durch seinen himmlischen Vater.

Allein in die Wohnung zurückzukehren, war sehr hart: «Ich musste immer die Kinderzimmertüren geschlossen halten, wenn meine Mädchen nicht da waren.» Er habe viele tränenreiche Abende erlebt. Wenn sie am Wochenende dann bei ihm waren, wurde ihm leicht ums Herz. Dank vieler fröhlicher Ausflüge wuchsen sie wieder zusammen. Allerdings gestaltete sich die gemeinsame Verantwortung für die Eltern als herausfordernd. «Unsere Kräfte waren damals am Limit – wir mussten zahlreiche Krisen überwinden, brauchten viel Unterstützung und Familienbegleitung, um einen gangbaren Weg zu finden.»

Arbeitslos

Im Oktober 2020 verlor Matthias seine Arbeitsstelle. «Mein Arbeitgeber verkündete, er habe Konkurs anmeldet – innerhalb von 20 Minuten standen wir während der Corona-Pandemie auf der Strasse...» Er kämpfte mit emotionaler Belastung, Unsicherheit und Existenzängsten. Doch Gott liess ihn wieder auf die Füsse fallen. «Man kann entweder den Kopf in den Sand stecken oder weitermachen», findet Matthias. Er habe sich immer fürs Zweite entschlossen. Innerhalb weniger Monate fand er eine neue Anstellung, wenn auch mit einem deutlich niedrigeren Gehalt. Mittlerweile ist er auch wieder glücklich verheiratet. «Dass wir im Mittelland ein gemeinsames Zuhause fanden, ist für mich nochmals ein Geschenk Gottes», stellt er klar. Seit 1,5 Jahren leben sie zu dritt dort, die jüngere der Töchter ist zu ihnen gezogen. Gemeinsam besuchen sie nun eine Freikirche in der Nähe, und er durfte neue Freundschaften knüpfen. Trotz aller Schwierigkeiten zieht Matthias Degen ein positives Fazit. Er habe Vergebung erlebt und sie selbst zugesprochen. «Ich habe in jedem Bereich meines Lebens die Versorgung Gottes, sein Eingreifen und seine Unterstützung erlebt. Das stärkt meine Zuversicht, dass er mir auch weiterhin hilft, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.»

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