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Dawn Knighton

Ex-Prostituierte Dawn Knighton – «Gott hatte einen anderen Plan für mein Leben»

Von der Crack-abhängigen Prostituierten zur Pastorin und Hausleiterin für ehemalige Gefangene, so könnte man Dawn Knightons Leben beschreiben. Doch dass Gott alles Hässliche in ihrem Leben in etwas Wunderschönes verwandelt hat, sieht sie als Wunder.

Von der Crack-abhängigen Prostituierten zur Pastorin und Hausleiterin für ehemalige Gefangene, so könnte man Dawn Knightons Leben beschreiben. Doch dass Gott alles Hässliche in ihrem Leben in etwas Wunderschönes verwandelt hat, sieht sie als grosses Wunder.

Wenn jemand noch vor wenigen Jahren Dawn Knighton gesagt hätte, dass sie einmal christliche Seelsorgerin und ordinierte Pastorin sein würde, hätte sie demjenigen wohl einen Vogel gezeigt. «Ich hätte es verdient, lebenslänglich im Gefängnis zu bleiben; allein aus Gnade hatte Gott einen anderen Plan für mein Leben», erklärt sie heute überglücklich.

Der schlimmste Albtraum

Schon früh konsumierte und dealte Dawn mit Drogen. Als sie ihre Crack- und Kokainabhängigkeit nicht mehr finanzieren konnte, begann sie, ihren Körper zu verkaufen. «Bevor es mir wirklich bewusst wurde, war ich obdachlos und lebte ein Leben, das ich mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht vorgestellt hätte. Ich hatte keinerlei Moral und tat einfach alles, um irgendwie zu überleben.»

Die Feindin mit dem Megafon

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Kathy Tolleson

Doch auch das Leben als Prostituierte hat seine «Feinde». Kathy Tolleson, beispielsweise, eine Christin, die in der Strasse lebte, in der sich Dawn prostituierte, war ausser sich. Sie hängte überall in der Gegend «Prostitution verboten»-Schilder auf, und um Freier zu vertreiben, ging sie mit einem Megafon durch die Strasse und rief: «Dies ist kein Rotlichtviertel! Verlassen Sie die Gegend oder wir rufen die Polizei!» Doch in ihrem Haus betete Kathy für die Frauen, auch für Dawn.

Zurück zu Gott

Vergewaltigt, verprügelt und missbraucht, wurde Dawn wiederholt festgenommen und landete schliesslich für 15 Jahre hinter Gittern. Das einzige, was sie in ihrer Zelle haben durfte, war eine Bibel. Sie begann, das Buch zu lesen und entschied sich, wieder zu dem Glauben zurückzukehren, den sie bereits als Kind gehabt hatte – sie entschied sich für ein Leben mit Jesus. «Ich betete: 'Gott, wenn du wirklich der bist, der du zu sein behauptest, und wenn du mich frei machen kannst, dann werde ich den Rest meines Lebens damit verbringen, anderen zu erzählen, was du in meinem Leben getan hast…' Und er befreite mich!»

Entlassen – und Doktorantin

Sie begann, mit anderen Häftlingen zu beten und sie zu beraten. Noch im Gefängnis beendete sie ihr erstes Jahr an der Fern-Bibelschule – nach nur eineinhalb Jahren im Gefängnis wurde sie bereits entlassen, «durch Gottes Gnade». Sie zog bei ihrer Mutter ein, arbeitete als Friseuse und beendete sowohl die Bibelschule als auch ein Theologiestudium. 2013 erhielt sie sogar einen Doktortitel in Theologie. Dass sie nicht rückfällig geworden ist, ist für Dawn ein riesiges Wunder. «Ich hatte noch nie jemanden gesehen, der es geschafft hätte, aus einem Lebensstil wie meinem auszubrechen. Und so sagte ich zu Gott: 'Ich möchte die erste sein, die es schafft!'»

Ein Leben für andere

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Dawn Knighton mit Ex-Häftlingen in ihrem Haus

Doch Dawn war von Anfang an klar, dass sie ihr Leben für andere Frauen in ähnlichen Situationen einsetzen möchte. Sie besucht regelmässig das Gefängnis, in dem sie selbst einmal sass, um den Frauen von Jesus zu erzählen. Dabei arbeitet sie mit verschiedenen Organisationen zusammen – unter anderem auch mit Kathy Tolleson, der Frau, die sie von «ihrer» Strassenecke vertrieben hatte. An einer christlichen Konferenz hatte Dawn ihre ehemalige Erzfeindin wieder getroffen. Dawn ging auf die ältere Dame zu und fragte: «Sie erinnern sich nicht an mich, oder? Sie sind die Frau mit dem Megafon…» Woraufhin Tolleson antwortete: «Und Sie sind die Frau von der Strassenecke…» Heute gehen die beiden in dieselbe Gemeinde und Dawn nennt die ältere Frau ihre «geistliche Mutter». Gemeinsam besuchen sie auch Frauen, die in der Todeszelle sitzen, um ihnen «Leben zu bringen».

Ein Haus für ehemalige Gefangene

Doch das ist noch nicht alles: 2008 gründete Dawn die Organisation «Radical Restoration Ministries» (Radikale Wiederherstellung). Was bedeutet das konkret? In ihrer Drei-Zimmer-Wohnung bringt sie Frauen unter, die aus dem Gefängnis entlassen werden, um sie bei der Arbeitssuche und Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu unterstützen. Die Regeln des Hauses sind äusserst streng: Jeder Tag beginnt mit einem obligatorischen fünf bis acht Kilometer langen Lauf am Strand, ausserdem müssen die Frauen täglich am gemeinsamen Gebet sowie dem Bibelkreis teilnehmen und im Gespräch Rechenschaft über ihr Leben abgeben. Es ist ihnen auch verboten, intime Beziehungen einzugehen, bis sie verheiratet sind.

«Gott verwandelt Hässliches in etwas Wunderschönes»

Doch das schreckt die Frauen nicht ab; das Programm ist vielmehr extrem beliebt, besteht doch mittlerweile eine 98-prozentige Erfolgsrate. Bis zu einem Jahr müssen interessierte Frauen auf der Warteliste warten, bis sie ins Haus einziehen können. «Wir brauchen Orte, die uns eine zweite Chance geben», erklärt Susan Dascanio, eine der Hausbewohnerinnen. «Wir sind keine schlechten Menschen, wir haben einfach in der Vergangenheit schlechte Entscheidungen getroffen.» Belinda Kitchens dagegen hat das Programm bereits beendet und wird in Mosambik in einer christlichen Mission mit Heidi Baker mitarbeiten. «Ich bin so dankbar, dass Gott jemanden wie mich oder wie uns alle nimmt und alles Hässliche in uns in etwas Wunderschönes verwandelt hat!»

Dawn Knightons Hoffnung ist nun, dass sie bald auch Jüngerschafts-Häuser für Männer eröffnen kann. «Ich werde weiterhin für Jesus leben und voller Leidenschaft für ihn bleiben. Ich möchte in den Gefängnissen eine Erweckung erleben!»

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