Ellie Holcomb – «Gerade in der Zerbrochenheit sehen wir die Kraft des Evangeliums»

Die christliche Sängerin Ellie Holcomb rät dazu, nicht über andere zu richten, sondern für sie zu beten. «Wir sind alles Menschen, und wir sind alle gebrochen.» Weiter hält sie fest: «Die Gemeinde soll ein Krankenhaus sein, kein Museum.»

Die christliche Sängerin Ellie Holcomb rät dazu, nicht über andere zu richten, sondern für sie zu beten. «Wir sind alles Menschen, und wir sind alle gebrochen.» Weiter hält sie fest: «Die Gemeinde soll ein Krankenhaus sein, kein Museum.»

«Wir alle kämpfen und scheitern wegen unserer sündigen Natur, aber nichts ist zu weit entfernt oder zu gebrochen, um nicht vom Evangelium aufgefangen werden zu können», erklärt Ellie Holcomb. «Wir müssen diese Dinge auf uns selbst anwenden und unsere Herzen untersuchen. Wir sollen in Dankbarkeit für seine Barmherzigkeit leben.»

Das Leben im Rampenlicht könne auch für viele Christen herausfordernd sein: «Auf einer Bühne zu stehen ist wie ein Schaufenster, in welchem viele Leute auf dich schauen: Da gibt es einige Hürden und Kämpfe, die damit einhergehen.» Das Herz sei nicht für Bekanntheit geschaffen: «Ich bin ein grosser Fan von Begleitung, gerade wenn viele Leute sagen: 'Oh, du bist so toll.'»

Wichtig sei, auf Jesus zu hören, wie er sagt: «Schau nicht nach rechts oder links. Richte deine Augen auf mich. Wenn du mich ansiehst, wird es dir gut gehen.»

Keine Christen «vergöttern»

Die Sängerin warnt auch davor, christliche Leiter zu «vergöttern»: «Unsere Herzen wurden geschaffen, um denjenigen anzubeten, der uns erschaffen hat, aber wir vergessen das oft. Ich ermutige dazu, dass man die Leute, die im Rampenlicht stehen, nicht auf einen Sockel stellt.»

Gleichzeitig hält sie fest, dass auch die gebrochensten Personen erlöst werden können. Zudem sei Transparenz innerhalb der Gemeinde nötig, denn sie sollte ein sicherer Ort sein, um Zweifel und Fragen des Glaubens zu erforschen. «Die Gemeinde soll ein Krankenhaus sein, kein Museum.» Ein Ort, an dem Gebrochene aufgerichtet werden. Und sie deutet auf David, der seine Fragen und Zweifel ständig an Gott richtete.

«Nicht in Ordnung ist in Ordnung»

«Wir müssen von der Kanzel aus hören, dass es in Ordnung ist, nicht in Ordnung zu sein. Ich denke, so oft wird in Predigten und Lobpreismusik nur präsentiert, dass es im Evangelium darum geht, gut zu sein und Gott und andere Menschen zu lieben. Und das ist alles gut und schön, aber es ist nicht das volle Evangelium.»

Ellie Holcomb erklärt weiter: «Gott ist nicht weit weg von unserem Schmerz; er versteht unsere Trauer und unser Leiden. Wir können durch das Opfer von Jesus mit all dem zu ihm kommen.»

Viele Menschen wollen gerne «die schwierigen Dinge überspringen, aber oft sehen wir gerade in der Zerbrochenheit die Kraft des Evangeliums».

Entgegen der Kultur

Kulturell gesehen sei es schwierig, verwundbar zu sein und zu unseren Schwächen zu stehen, «aber das ist so zentral für das Christentum». Auch sie selbst ging durch schwierige Zeiten, «wir konnten keinen Sinn in dem sehen, was wir durchgemacht haben. Was mich inmitten des Gefühls, dass alles zusammenbricht, traf, war die Person Jesu, ein Mann, der mit Trauer vertraut ist. Es war damals ein grosser Trost zu wissen, dass wir nicht allein sind und dass wir unsere Hoffnung nicht begraben müssen, weil Jesus selbst bereits für uns begraben wurde und aus diesem Grab auferstand.»

Ihr Vater hatte eine Krebs-Diagnose erhalten, enge Freundinnen ihre Babies verloren und ihr Mann kämpfte mit Meningitis. «Wenn uns Leid widerfährt, sagen wir: 'Gott, wir wissen, dass du gut bist, aber das fühlt sich nicht gut an.' Doch Gott sagt uns in diesem Moment: 'Du musst nur still sein, und ich werde für dich kämpfen.' Er schafft einen Weg, wenn es keinen gibt.»

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