Samya Johnson – «Früher habe ich Muslime gehasst»

Im kriegsgebeutelten Libanon aufgewachsen, lernt Samya Johnson von klein auf, Muslime zu hassen. Erst als junge Erwachsene entdeckt sie in der Bibel, dass Gott alle Menschen liebt und ihr Hass beginnt zu bröckeln.

Im kriegsgebeutelten Libanon aufgewachsen, lernt Samya Johnson von klein auf, Muslime zu hassen. Erst als junge Erwachsene entdeckt sie in der Bibel, dass Gott alle Menschen liebt und ihr Hass beginnt zu bröckeln. Heute ist Liebe zu Muslimen nicht nur ihr Motto, sondern auch ihr Beruf...

Als ich ein Kind war, herrschte bei uns im Libanon Bürgerkrieg. Es war ein Konflikt zwischen pro-westlichen Christen und nationalistischen Muslimen. Damals machten Christen mit 70 Prozent eine Mehrheit im Libanon aus, wir hatten als einziges arabisches Land einen christlichen Präsidenten. Dann gab es einen Anschlag radikaler Muslime auf eine Kirche. Der Grossteil der Bevölkerung hatte Angst, dass Muslime die Macht an sich reissen und das Land übernehmen würden - und schlugen zurück. Es wurde zu einem gegenseitigen, schrecklichen Blutvergiessen, das 15 Jahre lang dauerte. Ich kannte nichts anderes als Krieg.

Leben, um zu überleben

Bei jedem Bombenalarm flüchteten wir in den Keller. Viele Monate meines Lebens verbrachte ich dort. Der Keller war feucht und kalt, voller Kakerlaken und Mäuse. Oft hatten wir keinen Strom, und für Wasser mussten wir zwei Kilometer gehen. Dann verlor mein Vater auch noch seinen Job. Meine Eltern, gläubige Christen, lebten im Vertrauen darauf, dass Gott uns irgendwie versorgt. Tatsächlich hörte Gott unsere Gebete und kümmerte sich auf unglaubliche Weise.

Viele meiner Freunde und Nachbarn kamen durch den Krieg ums Leben, drei Mal entging ich nur haarscharf einem Anschlag. Ich wusste, dass Gott mich bewahrte. Und trotzdem wuchs meine Bitterkeit und mein Hass gegen unsere Feinde: Muslime.

Ein hartes Herz, aber Sehnsucht nach Jesus

Schon als Kind war mir Gott sehr nahe. Als ich das erste Mal hörte, wie Jesus für meine Schuld am Kreuz gestorben ist, bewegte mich das tief. Ich ahnte, dass es nicht reicht in einer christlichen Familie zu leben, ich wollte selbst zu Jesus gehören. Mit fünf Jahren lud ich Jesus in mein Leben ein. Obwohl ich mit entschieden hatte, Christ zu sein, wurde nicht automatisch alles in meinem Leben gut. Als Studentin kämpfte ich schwer mit den Traumata, die der noch immer anhaltende Krieg bei mir hinterliess.

Doch Gott liess mich nicht los und hörte nicht auf, an mir zu arbeiten. Ganz sanft berührte er mein hartes Herz. Immer wenn ich in der Bibel las, sprach Gott zu meinem Herzen. Dadurch veränderte er mich.

Als Gott Hass in Liebe verwandelte

Während meines Studiums jobbte ich bei einem christlichen Radiosender und beantwortete Leserbriefe. Damals hatte ich zum ersten Mal persönlichen Kontakt mit Muslimen. Als ich die Briefe in den Händen hielt, wurde mir bewusst, dass dieses Papier Muslimen gehört hatte. Es schrieben Menschen aus Saudi Arabien, Iran, Yemen und anderen Ländern. Wie Schuppen fiel es mir von den Augen, dass wir alle gleich sind. Wir alle sind abhängig von der Liebe und der Gnade Gottes. Wie ich, sehnten sich auch diese Menschen nach Gottes Liebe und seinem Frieden. Schritt für Schritt fing ich an, die Worte der Bibel in die Tat umzusetzen. Ich begann zu vergeben und damit nahm Gott die Bitterkeit und den Hass aus meinem Herzen. Stattdessen erfüllte er mich mit einer tiefen Liebe für diese Menschen.

Damals machte Gott den Anfang und führte mich in meine Berufung: ein Leben voller Liebe. Wer mit Hass auf Hass reagiert steckt in der Spirale des Todes. Aber Jesus hat uns aufgerufen unsere Feinde zu lieben, zu vergeben und zu erkennen, dass Gott unser aller Vater im Himmel ist. Ich glaube, es gibt nur einen Weg gegen den Terror: die Worte von Jesus.

2001 haben mein Mann und ich die «Call of Love Ministries» ins Leben gerufen. Wir möchten allen Menschen, besonders aber Muslimen, von der Liebe Gottes erzählen. Und wir möchten Christen Mut machen, Muslime voller Liebe zu begegnen. Denn Gott liebt alle Menschen.

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