zVg/Medialog
Sandra Räber in ihrem Atelier

Heilung durchs Malen – Familientreffen im Himmel

Sandra Räbers Sohn ist vor acht Jahren ums Leben gekommen. Damit erstarb auch ihr Lebenswille. Doch statt aus einer Narkose nicht mehr aufzuwachen, traf sie ihn im Himmel und lebt nun mit neuer Perspektive weiter.

«Welche Kleidung hat Ihr Sohn getragen, was für Schuhe hatte er an, als Sie ihn zuletzt gesehen haben?» Sechs Polizisten standen vor Sandra Räbers Tür und stellten ihr Fragen. Sie hatte sich dort gemeldet, als der zwölfjährige Pascal über zwei Stunden nicht mehr zu finden war. «Polizisten, die nach Pascal fragen – es muss etwas Schreckliches geschehen sein», schoss ihr durch den Kopf. Die Männer sahen sehr mitgenommen aus – ihr Anblick löste alle Alarmglocken in Sandras Herz aus. Sie konnte nur noch losschreien. Für sie stand fest: «Das kann nicht sein!»

«Gott, wo warst du?»

Die zweifache Mutter war mediale Lebensberaterin gewesen, hatte als Esoterikerin jahrelang eine entsprechende Buchhandlung geführt. Das lag hinter ihr, inzwischen folgte sie Jesus nach. Doch nun wollte sie nichts mehr von Gott wissen, zu gross war ihr Schmerz. «Wo warst du? Warum hast du das nicht verhindert?», schrie sie ihn an. «Pascal war ein fröhliches Kind, aber auch sehr herausfordernd», erzählt Sandra. «Er wollte alles selbst ausprobieren, wäre wohl viele Risiken eingegangen, hätte er länger gelebt.»

Sie konnte nicht fassen, dass sie einen Brief von ihm fand, in dem er schrieb: «Liebes Mami, es tut mir so leid, ich ertrage das alles nicht länger. Der ganze Druck ist zu schwer für mich. Ich habe dich sehr lieb, sag allen, dass ich sie liebe. Vielleicht sehen wir uns im Himmel wieder.» Dass er aus dem Leben scheiden wollte, hätte sie nie erwartet. Nun musste sie damit leben. Ihre Ehe hielt diesen Einschnitt nicht aus, später wurde sie geschieden.

«Ich sehe keine Zukunft für mich»

«Meine Trauer war unsagbar gross», erinnert sich die Mutter. Sie konnte lang nicht wahrhaben, dass Pascal von einem Zug überrollt worden war. Bis heute weiss niemand, ob es ein Unfall war oder eine Verzweiflungstat. Sandra verlor ebenfalls ihre Lebensfreude, obwohl sie mit Jesus unterwegs war. «Ein Teil von mir ist ebenfalls gestorben, ich habe nur noch funktioniert.» Doch sie wollte wieder mit Pascal zusammen sein. Als sie ihre Venen operieren lassen musste, hoffte sie daher, aus der Narkose nicht mehr aufzuwachen.

Wiedersehen

Doch sie erlebte etwas Überraschendes: Sie traf im Himmel ihre Familie, ihren bereits verstorbenen Vater, Pascal und weitere Familienangehörige. Ihr Vater entschuldigte sich bei ihr für sein Fehlverhalten ihr gegenüber; Pascal strahlte: «Mami, es geht mir gut, hier bin ich zuhause, es ist so schön.» Er hatte Jesus gekannt, den 23. Psalm mit einem Marker gekennzeichnet. Am liebsten wäre Sandra nun hiergeblieben, doch sie erwachte im Spitalbett.

Laut schrie sie immer wieder: «Ich habe meinen Sohn gesehen!» Sie war nicht zu beruhigen, bis sich eine der Schwestern zu ihr ans Bett setzte und sie nach ihrem Erleben fragte. «Die Frau war Christin und wusste, dass Pascal gestorben war. Sie war wie ein Engel für mich und ermutigte mich, mein Leben wieder anzunehmen. Meine Tochter bräuchte mich noch.»

Er ist bei mir

Eines Abends nahm eine Freundin sie mit zu einem Lobpreis-Anlass. Während der Lobpreiszeit hatte Sandra eine Vision. Sie hörte eine laute Stimme, die sie aufforderte: «Schau hin! Schau genau hin! Er ist bei mir.» Sandra sah Pascal in Jesu Armen. «Ohne diese Erlebnisse wäre es mir schwergefallen, weiterzuleben», gesteht Sandra. Pascal hatte sie aufgefordert: «Mami, bleib bei Jesus!» Sehr berührt war es ihr nun möglich, ihr Herz wieder für Jesus zu öffnen.

Heilung durchs Malen

Sandra Räber malt Bilder, und während sie um ihren Sohn trauerte, ist ihr Jesus immer wieder begegnet. Sie malte unter seiner Leitung Sujets, die ihr aufzeigten, was in ihrem Inneren ablief. «Das war eine ganz persönliche Zeit mit Gott, in der ich Heilung erfuhr und seine Liebe spürte», bestätigt Sandra. Das Malen liess ihre Seele zur Ruhe kommen und genesen, während ihr die Kraft für eine Erwerbstätigkeit oft fehlte.

«Ich erlebte Gottes Versorgung, sowohl kräftemässig wie auch finanziell», bestätigt sie. Gott versorgte sie und ihre Tochter, während sie beim Malen ihm begegnete. Sie vernahm die Aufforderung, sich auf Gottes Ressourcen zu verlassen und erlebte: «Er versteht mich, hält alles aus, Trauer, Wut, Anklage, Frust, Enttäuschung. Heute erlebe ich einen Frieden und Lebensfreude, die ich nie erwartet hätte.»

Sehen Sie hier ein Interview von WunderHeute.tv mit Sandra Räber:

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