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Ex-Wrestler Marc Mero

Völlig allein – Ex-Wrestler Marc Mero nahe am Abgrund

Marc Mero erreichte den Höhepunkt des Profi-Wrestlings – und kämpfte gleichzeitig im Verborgenen gegen eine Drogensucht, die sein Leben zerstörte. Als die Fassade schliesslich fiel, verlor er den Lebenswillen.

«Ich wurde im jüdischen Glauben erzogen. Mein Grossvater hatte unseren Familiennamen von Merowitz in Mero geändert, aber unser kulturelles Erbe blieb tief in der jüdischen Tradition verwurzelt», erinnert sich der langjährige Wrestler Marc Mero.

«Meine Mutter konvertierte meinem Vater zuliebe zum Judentum – doch als ich acht Jahre alt war, liessen sie sich scheiden. Danach zogen wir in den Westen von Buffalo, New York, in eine der gefährlichsten Gegenden der Stadt, geprägt von Drogen und Bandenkriminalität.»

Die örtliche Schule war hart, daher meldete seine Mutter ihn und seine Geschwister mit zehn Jahren an einer nahegelegenen katholischen Schule an. «Um aufgenommen zu werden, musste ich getauft werden und meine erste Kommunion empfangen. Ich verstand das alles nicht, ich tat einfach, was man mir sagte.»

«Wie ein Superheld»

Im Unterricht erzählte man ihm von einem Mann, der Kranke heilte und auf dem Wasser ging. «Zu Hause begann meine Mutter, mir Gute-Nacht-Geschichten über ihn vorzulesen, wie er Blinden das Augenlicht schenkte und den Sturm stillte. Für mich klang Jesus wie ein Superheld. Ich war fasziniert, aber ob ich mein Leben wirklich bewusst Christus übergeben habe, weiss ich nicht. Mit den Jahren verlor ich mich immer mehr.»

Mit 21 nahm ihn ein Freund mit in eine charismatische Kirche. «Der Prediger sprach über Hölle, Gericht und darüber, was mit Menschen geschieht, die den Herrn nicht kennen. Es machte mir Angst. Ich ging nach vorn, betete und bekannte meinen Glauben an Jesus Christus. Eine Zeit lang brannte ich für den Glauben. Ich las täglich die Bibel, wollte Gott kennenlernen. Doch ich liess mich von der Welt ablenken. Ich wurde wie die Menschen, mit denen ich mich umgab, verfing mich in Drogen und wurde kokainabhängig.»

Ruhm, Geld und tiefes Leid

Gleichzeitig verfolgte er seinen Traum, Wrestler zu werden. «Ich wusste, ich musste mein Leben ändern. Ich stürzte mich ins Training und schaffte den Sprung zur World Championship Wrestling (WCW), als ‘Johnny B. Badd’.»

Ruhm und Geld kamen schnell. Nach aussen hin schien er alles erreicht zu haben. Doch innerlich führte er ein Doppelleben. Trotz seines Erfolgs konsumierte er weiter Drogen und trank viel ... bis alles zerbrach.

«Ich war auf Tournee in Japan, als mitten in der Nacht der Veranstalter an meine Zimmertür klopfte: Ich müsse sofort zu Hause anrufen. Meine damalige Ehefrau nahm ab, sie konnte kaum sprechen. Dann die Worte: ‘Marc, deine Mutter ist gestorben.’ Ich rannte durch die Hotellobby, auf die Strasse, schrie. Zwei Wochen später brach mein jüngerer Bruder beim Arzt zusammen, schlug mit dem Kopf auf und starb an den Folgen. Er war erst 21.»

Gescheitert

Kurz davor hatte er sein Leben bereits verändert. «Ich hatte geheiratet, kehrte in die Kirche zurück und widmete mein Leben erneut Jesus. Doch irgendwann scheiterte diese Ehe. Meine Frau verliess mich für einen anderen Mann, und ich stürzte erneut ab. Nach der Scheidung verprasste ich meinen Anteil – flog Freunde ein, feierte, jagte dem nächsten Kick nach. Mein Leben war ein einziges Chaos.»

Die Abwärtsspirale setzte ein. «An Weihnachten 2003 hatte ich nichts mehr – kein Geld, keine Arbeit, keine Familie. Meine Mutter, mein Vater, mein Bruder und meine Schwester waren tot. Über 30 Freunde aus der Wrestling-Szene hatte ich verloren, die meisten durch Drogen. Ich war allein und tief depressiv. Ich fuhr nach Cocoa Beach, Florida, setzte mich unter einen Pier und starrte aufs Meer. Ich dachte an all das, was ich einmal hatte, Ruhm, Geld, Bewunderung. Jetzt war nichts mehr davon übrig.»

Auf den Knien

Er fuhr nach Hause, stellte sich in die grosse Dusche und setzte sich eine Waffe an die Schläfe. «Ich stand da, das Herz raste, und vor meinem inneren Auge sah ich meine Familie. Ich vermisste sie so sehr. Ich wollte einfach nur bei ihnen sein.»

Dann erinnerte er sich an die Predigt, die er mit 21 gehört hatte, in der es um die Hölle ging. «Menschen, jeder in seinem eigenen Leid, allein, abgeschnitten von allem. Diese Angst kehrte zurück. Ich konnte es nicht tun. Ich fiel auf die Knie, weinte, flehte Gott um Vergebung an und bat ihn, mein Leben zu verändern. Und ich sage euch: Als ich auf die Knie ging, erreichte ich meinen höchten Punkt. Denn ab da änderte sich alles. Ich habe seitdem keine Drogen mehr angerührt. Und Gott begann, Türen zu öffnen.»

Der Weg zurück ins Leben

Er hatte kein Geld, keine Karriere und keine Ahnung, wie es weitergehen sollte. «Mein erster Job war als Trainer im Gold’s Gym. Die Leute kamen rein und sagten: ‘Oh mein Gott – Marc Mero? Was machst du denn hier?’ Es war eine demütigende, aber heilsame Erfahrung.»

2007 rief dann die Melbourne High School an. Sie fragten, ob er mit ihrer Football-Mannschaft über die Gefahren von Drogen und Steroiden sprechen könne. «Was ich nicht wusste: Der Coach empfahl mich danach einer anderen Schule weiter – und sagte: ‘Sprich nicht nur mit den Spielern, sondern mit der ganzen Schule.’ So begann alles. Seitdem halte ich durchschnittlich 230 Vorträge pro Jahr – seit 18 Jahren!»

Für Marc Mero ist klar: «Es ist unglaublich, was Gott tun kann, wenn man auf die Knie fällt und ihn anruft. Wenn du Jesus als deinen Herrn und Erlöser annimmst und glaubst, dass er für deine Sünden gestorben ist – dann kann er wirklich alles verändern. Ich werde bald 65 – und habe das Gefühl, dass mein Leben erst jetzt beginnt. Der Rest meines Lebens wird der beste Teil meines Lebens sein.»

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