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John James

In Doppelleben abgeglitten – Ex-«Newsboys»-Sänger: «Du bist nutzlos»

Mit der christlichen Band «Newsboys» verbreitete er Hoffnung. Doch wenn das Rampenlicht erlosch, wurde John James zu einem anderen Menschen. Er verlor die Bodenhaftung und glitt ab in Alkohol und Drogen.

John James ist ehemaliger Sänger und Gründungsmitglied der Band «Newsboys». «Leider wurde ich in eine missbrauchende, giftige und kaputte Familie hineingeboren», gibt er Einblick in sein Leben. Der Vater verliess die Familie und John fühlte sich schon früh abgelehnt. Immer wieder hörte er: «Du bist nichts, es gibt keine Hoffnung für dich, du bist nutzlos. Du wirst es nie zu etwas bringen.»

Doch als John James 15 Jahre alt war, «hatte mein Vater ein unbeschreibliches Erlebnis mit Gott. Er tat aufrichtig Busse und führte seine Familie zu Christus.»

Veränderung

John James erinnert sich: «Es war bizarr: Die Person, die für die Zerstörung der Familie verantwortlich war, wurde nun von Gott gebraucht, um ein Wunder der Hoffnung zu werden.»

Als er 19 Jahre alt war, orchestrierte Gott eine weitere besondere Begegnung in seinem Leben. «Ich traf einen jungen Schlagzeuger, der mit anderen eine Band gründen wollte – die ‘Newsboys’. Ich wurde ihr Sänger.»

Die Band erzählte von der Hoffnung, die Gott schenkt. «Ich hatte das Privileg, bei den ersten sechs Alben dabei zu sein.

«Erfolg wie ein Tsunami»

Der Zuspruch sei überwältigend gewesen: «Der Erfolg kam wie ein Tsunami.» Die Arbeit war hart, die Tourneen lang. «Wir haben die grössten Arenen gefüllt. Wir verkauften 100’000e Alben und gewannen den ‘Dove Award’. Wir gewannen Goldene Schallplatten, heirateten und bekamen Kinder.»

Schöne Häuser und teure Autos kamen hinzu. Geld, Lifestyle, Erfolg, Ruhm. Aber auch charakterliche Defizite. «Es ist leicht, im Rampenlicht gut auszusehen. Aber hinter verschlossenen Türen, wenn man nicht auf der Bühne steht, kommt der Charakter zum Vorschein.»

«Bodenhaftung verloren»

Er habe die Bodenhaftung und die Demut verloren. «Ich beging den schrecklichen Fehler, die Heiligkeit meiner Ehe zu missachten und begann, online mit anderen Frauen zu chatten. Es wurde zur Sucht. Hier ein Kompromiss, da noch einer.» Das breitete sich auf jeden Bereich seines Lebens aus.

«Ich hatte einen Lebensstil, wenn ich auf der Bühne stand – und neben der Bühne war ich ein ganz anderer Mensch», erinnert sich John James. «Ich glaubte an die Botschaft des Evangeliums. Aber ich begann, Anker in meinem Leben zu verlieren.»

Er vertraute sich einem Bandmitglied an und musste die Band verlassen. «Meine Welt brach zusammen.»

«Ich fühlte mich nackt»

«Ich fühlte mich nackt, ich erkannte schockiert, dass mein Wert und meine ganze Identität aus dem bestand, was ich mit den ‘Newsboys’ war. Das bedeutete mir mehr als meine Ehe. Solange ich bei den Newsboys war, war ich jemand. Ich hatte einen Sinn im Leben und eine Zukunft. Ich hatte Erfolg und Ruhm.»

Als seine Karriere zu Ende ging, begann er zu trinken. Dann fand seine Frau Briefe von einer anderen Frau – und sie verliess ihn. Es folgten Drogen und noch mehr Alkohol.

John James musste sterben

«Dann führte mich Gott in die Wildnis, wo dieser John James sterben musste. Es war das Schmerzhafteste, das Herzzerreissendste, sich selbst zu sterben und Gott die Wunden heilen zu lassen», blickt John James zurück. Die Ehe mit seiner ersten Frau zerbrach. John James fragte sich, wie Gott jemanden wie ihn heilen könnte.

Eines Tages sass er gebrochen in einer Kirche. «Dort war ein Pastor, der nicht wusste, wer ich war. Plötzlich stieg er von der Kanzel, kam auf mich zu, zeigte auf mich und sagte: ‘Lies meine Botschaft.’»

John James begann zu spüren, dass Gott ihn immer noch liebte und sah. «Ich tat Busse und kehrte zum Kreuz zurück.» Später heiratete er erneut und leitet heute mit seiner Frau Tanya das Missionswerk «I reach USA», mit sie Schulen, Drogen- und Alkohol-Reha-Zentren und andere Einrichtungen erreichen. Immer wieder erlebt das Ehepaar, wie ihre Geschichte Menschen berührt. «Gott ist nicht nur ein Gott der Gipfel, sondern auch ein Gott der Täler, des Sturms und des Schmerzes. Er ist bei jedem Schritt des Weges da.»

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