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Jörg Engler

Als Kind missbraucht – «Es gibt einen liebenden Gott, der seine Kinder rettet»

Schon als kleiner Junge wird Jörg Engler aus Offenburg von seinem Vater geschlagen. Später sucht er nach einer Vaterfigur – und wird immer wieder von anderen Männern sexuell missbraucht, bis er seinem Leben ein Ende setzen will...

Schon als kleiner Junge wird Jörg Engler aus Offenburg von seinem Vater geschlagen. Später sucht er nach einer Vaterfigur – und wird immer wieder von anderen Männern sexuell missbraucht, bis er seinem Leben ein Ende setzen will. Gerade noch rechtzeitig wird er von der Freiwilligen Feuerwehr entdeckt. Heute weiss er: Gott lebt und er liebt mich!Bis er fünf Jahre alt ist, erlebt Jörg Engler eine schöne Kindheit in Flensburg. Doch mit der Einschulung ist das schlagartig vorbei. Der bisher liebevolle Vater wird streng, fordert nur noch Leistung von ihm. «Mein Vater verlangte sofort Einsen und Zweien, das konnte ich aber nicht immer liefern.» Schlechte Noten bringen ihm Schläge ein, oft auch Stubenarrest bis zu acht Wochen. Das wird zu viel und der damals Neunjährige beginnt, von zu Hause wegzulaufen. Insgesamt 30 Mal wird er immer wieder von der Polizei nach Hause gebracht. Dann schaltet sich das Jugendamt ein.

Ausgenutzt

Auf eigenen Wunsch kommt der Junge ins Kinderheim. Auch hier ist er ein Aussenseiter. Als er eines Tages im Flensburger Fussballstadion einen Mann kennenlernt, der freundlich zu ihm ist, erkennt er in ihm sofort eine Vaterfigur. Die beiden freunden sich an, doch dann kommt es zu einem sexuellen Übergriff – wieder ist sein Vertrauen missbraucht. Und es bleibt nicht bei dem einen Mal. «Ich suchte nach dieser Vaterfigur, nach einem Menschen, der mich annimmt, wie ich bin. Und ich muss das irgendwie ausgestrahlt haben, denn diese Männer haben sich immer wieder mein Vertrauen erschlichen.» Insgesamt acht Männer vergehen sich an ihm, bis er eines Tages vergewaltigt wird. Doch als er das seiner Mutter erzählt, sagt diese nur: «'Geh schlafen…' Das war für mich das Signal, dass über dieses Thema nicht gesprochen wird, weder in der Familie, noch in der Öffentlichkeit.»

Gerettet in letzter Minute

In der Folge wird Jörg sehr depressiv. Als er Selbstmordgedanken hat und bei seiner Mutter Hilfe sucht – der Vater ist mittlerweile gestorben –, stösst er auf Unverständnis. Also schluckt er neun Tabletten, eine tödliche Dosis. «Ich bin sehr benommen aus dem Haus gewankt, über eine Ausfallstrasse in Flensburg und bin dann zusammengebrochen und in ein Gebüsch gefallen, das zwei Meter unter dem Strassenniveau liegt.» Bewusstlos im Gebüsch unterhalb der Strasse – wer kann ihn hier finden?

Doch an dem Tag macht die Freiwillige Feuerwehr eine Müllsammelaktion genau an der Stelle – man findet den Jungen und bringt ihn ins Krankenhaus. «Die Ärzte bescheinigten mir, dass ich nur noch 30 Minuten zu leben gehabt hätte…» Jetzt weiss Jörg, dass es einen Gott gibt – und dass dieser Gott will, dass er lebt. Denn dass er gefunden wurde, war kein Zufall. «Von der Freiwilligen Feuerwehr wird schon im November ein Jahresplan fürs nächste Jahr erstellt und schon da wurde beschlossen, dass an dem Tag genau das Gebüsch von Müll befreit werden sollte. Gott wusste da schon, was mit seinem Kind passieren würde und dass er es retten will – und das ist für mich der Beweis, dass es einen Gott, einen liebenden Vater gibt, der seine Kinder rettet.»

Echtes Mitgefühl

Einige Zeit später erzählt ihm erst eine Arbeitskollegin und dann noch ein guter Freund von Jesus – zunächst will er damit nichts zu tun haben, aber dann wird er doch neugierig und lädt Jesus letztlich in sein Leben ein. Durch eine Freundin wird ihm ein Seelsorger vermittelt, mit dem er übers Internet und am Telefon viele Gespräche führt. Diese sind teilweise sehr heftig, Jörg ist mit vielem nicht einverstanden. «Das Erstaunliche war, ich habe diesen Mann beleidigt bis aufs Blut und richtig niedergemacht – und am nächsten Tag hat er wieder bei mir angerufen und gefragt: 'Geht's dir heute besser?'» Erstmals in seinem Leben erlebt er echtes Mitgefühl und Interesse an ihm.

Die Vision

Wenig später zieht Jörg nach Offenburg, findet dort eine christliche Gemeinde, heiratet und beginnt ein neues Leben. Trotzdem bricht er nach sechs Jahren bei der Arbeit scheinbar grundlos zusammen. Er wird für sechs Wochen an eine christliche Klinik überwiesen.

Hier hat er nach der Hälfte der Zeit ein einschneidendes Erlebnis: In einer Gruppentherapiestunde wird er ganz plötzlich mit seiner Angst konfrontiert. Jörg explodiert, er weint, schreit und tobt. Am selben Abend möchte eine Mitpatientin mit ihm beten. «Während des Gebets sah ich vor meinem geistigen Auge, dass Jesus mit mir zusammen am Strand ist, an sein Kreuz gelehnt. Die acht Männer, die mich sexuell missbraucht haben, sind im Meer am Ertrinken. Eigentlich müsste ich diese Männer retten, aber das kann ich nicht, weil es zu viele sind. Aber Jesus zwinkert mir zu und sagt: 'Gib mir diese acht Männer in meine Hand und überlass sie mir – ich mach dich jetzt frei!'» Jörg zweifelt: Ist das echt oder nur eine Halluzination? Dennoch schreit er laut: «'Ja, Jesus, ich gebe dir die acht Männer und mein ganzes Leben in deine Hand!' In dem Moment war ich frei. Die ganze Last fiel plötzlich von mir… Sie ist weg und kommt nie wieder!»

Heute bezeichnet sich Jörg Engler als glücklichsten Menschen der Welt. Und er hilft anderen weiter, die in ähnlichen Situationen stecken wie er früher. «Jesus hat mich von meiner Last befreit und wenn er das bei mir geschafft hat, dann kann er das auch bei anderen!»

Hier erzählt Jörg Engler seine Geschichte:

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