Mit 88 getauft – «Er wusste, dass Gott jemanden vorbeischickt»

Im Frühjahr 2016 erfuhr Baptistenpastor Michael Waters, dass Harvey Overcash wegen eines Unfalls mit einer Gartenfräse in einem Pflegeheim war. Overcash besuchte keine Gemeinde, doch seine Frau war bereits mehr als 40 Jahre lang treues Mitglied...

Im Frühjahr 2016 erfuhr Baptisten-Pastor Michael Waters, dass Harvey «Pete» Overcash wegen eines Unfalls mit einer Gartenfräse in einem Pflegeheim zur Rehabilitation war. Overcash besuchte keine Gemeinde, doch seine Frau Norma war bereits mehr als 40 Jahre lang ein treues Mitglied.Norma war Sonntagsschullehrerin, während Pete keine Lust zeigte, mit ihr in die christliche Gemeinde zu gehen. Aber sie betete stets treu für ihn.

«Als ich in sein Zimmer ging, lächelte Pete und sagte mir, er sei froh, mich zu sehen, obwohl wir uns nicht sehr gut kannten», erinnert sich Baptisten-Pastor Michael Waters.

Nachdem er von seinem Unfall und den nächsten Schritten zur Besserung erzählte, begann er, Fragen zu stellen, die für ihn untypisch waren. Waters berichtet: «Ich spürte, dass Gott sich rührte. Es war Mittwochnachmittag, und ich musste in die Kirche zurückkehren, um den Mittwochabend-Gebetsgottesdienst zu leiten. Ich fragte Pete, ob ich am nächsten Tag wiederkommen könnte, um seine Fragen zu beantworten. Er nickte ohne zu zögern und sagte, das wäre in Ordnung.»

Das Gebet

«Ich rief den ehemaligen Pastor Darrell Coble an, der 35 Jahre lang Normas Pastor war, und fragte, ob er am nächsten Tag mit mir gehen würde, da er den Samen des Evangeliums in Gesprächen mit Pete viele Jahre zuvor gepflanzt hatte.» Zudem bat Pastor Waters während des Mittwochabend-Gottesdienstes um Gebet für Pete.

«Am nächsten Tag schob ich Pastor Coble im Rollstuhl in das Pflegeheim, da er sich von einer Operation erholte. Er fragte Pete: 'Erinnerst du dich, als ich dir vor etwa 30 Jahren das Evangelium erklärt habe?'» Pete sagte, er erinnere sich, damals wollte er aber nichts damit zu tun haben.

Die Wende

Diesmal war es anders. Pete betete gerne, um Christus in sein Leben aufzunehmen. «Ich konnte es kaum glauben. Später, als wir das Zimmer verliessen, bedankte sich Pete für den Besuch und lud uns ein, jederzeit wiederzukommen.»

Bei den weiteren Besuchen sei Petes Gesicht völlig verändert gewesen. «Er las alle vier Evangelien in wenigen Wochen und stellte viele Fragen über das, was er las. Pete war 86 Jahre alt, als er Christus annahm und nicht genug davon bekommen konnte, Gottes Wort zu lesen.»

Er wusste vom Besuch

Einige Wochen später sagte Pete dem Pastor, dass er vor dem ersten Besuch wusste, dass ihn jemand besuchen würde. «Er wusste, dass er mit Gott klarkommen musste, aber er brauchte jemanden, der es ihm sagte. Das war der Tag, an dem ich in Petes Zimmer kam. Er wusste, dass Gott mich geschickt hat, um über seine Erlösung zu sprechen», erinnert sich Michael Waters.

Als Pete nach Hause konnte, besuchte er bald danach die Gemeinde und sagte Waters: «Pastor, ich habe mich immer gefragt, wie es wäre, hier zu sitzen, und es ist schöner, als ich es mir je vorgestellt habe.»

Die Taufe

Bei einem der jüngsten Besuche sagte Pete: «Pastor, ich muss wirklich getauft werden, bevor ich sterbe.» Darüber hatten die beiden schon früher gesprochen, Pete wollte zunächst aber noch warten, bis seine bettlägerige Frau wieder gesund sei, damit sie dabei sein könne. Doch sie starb im Oktober 2017.

Am Palmsonntag des laufenden Jahres wurde ein Taufgottesdienst mit Abendmahl durchgeführt. Waters sagte: «Pete, es würde die Anwesenden segnen, deinen Gehorsam und deine Entschlossenheit, getauft zu werden, zu sehen, wenn du in Betracht ziehen würdest, dich an diesem Sonntagabend taufen zu lassen.» Pete war gerne dabei.

«Als wir den Flur entlang gingen, sagte Pete: ‘Weisst du, ich dachte immer, das wäre alles ein Märchen, aber so sicher, wie ich weiss, dass mein Zuhause hinter dieser Kirche ist, weiss ich, dass ich die Ewigkeit bei Gott verbringe, wenn ich sterbe.’»

Im Alter von 88 Jahren wurde Pete getauft. «Als ich ihn aus dem Wasser holte, stand die Gemeinde auf, klatschte und jubelte zur Ehre Gottes.»

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