Unsplash/ el mahdi ben mekki
Junger Mann aus Somalia (Symbolbild)

Wunder oder Verrat? – Er wurde Christ, clean … und verstossen

Ein junger Mann kehrt clean aus dem Drogensumpf zurück – doch als seine Familie erfährt, dass er Christ geworden ist, wird er verstossen. In Somalia bedeutet der Glaube an Jesus nicht Hoffnung, sondern Lebensgefahr.

Seine muslimischen Eltern im Süden von Somalia waren überglücklich, als ihr seit langem verschwundener 20-jähriger Sohn – ein drogenabhängiger junger Mann – unerwartet und frei von jeglichem Suchtverhalten nach Hause zurückkehrte.

Doch als sie erfuhren, dass seine Veränderung auf seinen neu gefundenen Glauben an Jesus Christus zurückzuführen war, wendete sich das Blatt: Sie verwiesen ihn des Hauses in Hararoba, nahe Afmadow in der Region Lower Juba.

Die Wende

Der junge Mann hatte sich am 20. April zum Christentum bekehrt, nachdem ihm ein Untergrundpastor das Evangelium verkündet hatte.

«Am 17. Mai fasste er den Entschluss, nach Hause zurückzukehren», berichtet der Pastor, der aus Sicherheitsgründen, gleich wie der Bekehrte, anonym bleiben muss. «Die Familie war überglücklich, ihren Sohn wiederzusehen – ordentlich gekleidet, gepflegt, wie verwandelt. Zwei Tage lang beobachteten sie ihn, dann begannen sie, ihn zu befragen. Sie wollten wissen, wie er es geschafft hatte, den Drogen zu entkommen, und was die Ursache für seinen Wandel sei.»

Der junge Mann schilderte seinen Eltern offen, wie der Pastor ihn zum Glauben an Christus geführt hatte.

Aus dem Haus geworfen

«Ich erzählte ihnen, was mit mir geschehen war – dass ich Jesus (Isa) in mein Leben aufgenommen habe, und dass meine Veränderung mit dieser Entscheidung begann, als ich ihn als meinen Herrn und Erlöser annahm», sagte er gegenüber «Morning Star News». «Daraufhin forderten sie mich auf, auf islamische Weise zu beten.»

Als er dies verweigerte, erklärte sein Vater: «Du warst besser, als du noch gebetet hast. Jetzt, nach der Annahme von Isa, bist du schlimmer geworden. Verlass dieses Haus – und komm nie wieder.»

Schmerzhafte Erfahrung

«Ich hätte nie mit einer so schmerzhaften Erfahrung gerechnet, nachdem ich Isa angenommen habe», sagt er. «Meine Mutter, die früher liebevoll und fürsorglich war und mir heimlich Geld für Zigaretten gab, hat sich vollkommen von mir abgewandt. Selbst das Frühstück verweigert sie mir. Seit ich Isa liebe, habe ich keine Familie mehr, die zu mir steht. Ich weiss nicht, wohin mit mir. Ich brauche Gebet.»

Der Untergrundpastor bemüht sich unterdessen, ihn mit einer christlichen Hausgemeinde zu vernetzen. «Die Situation ist sehr schwierig, aber wir vertrauen darauf, dass Gott in dieser schweren Zeit eine Tür öffnet», sagt er. «Wir bitten um Gebete – für Schutz, Nahrung und eine Unterkunft.»

Drogen hinter sich gelassen

Der Pastor erinnert sich noch an die erste Begegnung. «Er war süchtig nach allen Arten von Drogen und völlig hoffnungslos. Ich begann, ihm von der Liebe Gottes zu erzählen, der Isa gesandt hat, um die Verlorenen zu suchen und zu retten», berichtet der Pastor. «Er sagte, es sei das erste Mal, dass er sich als Mensch geliebt fühlte – von Gott selbst. Er wollte mehr über Isa erfahren. Schliesslich erkannte er: Die gute Nachricht von Isa gilt für alle.»

Nach einem ganzen Tag des intensiven Gesprächs entschloss sich der junge Mann, Christus als seinen Herrn und Retter anzunehmen. «Ich blieb fünf Tage bei ihm. Zu meinem Erstaunen veränderte er sich komplett und liess die Drogen hinter sich.»

Islam ist Staatsreligion in Somalia

Die Verfassung des 17-Millionen-Staates Somalia schreibt den Islam als Staatsreligion vor und verbietet die Verbreitung anderer Religionen. Alle Gesetze müssen mit den Prinzipien der Scharia (islamisches Recht) übereinstimmen – auch für Nicht-Muslime gibt es keine Ausnahmen.

Apostasie (Abfall vom Glauben) kann gemäss der gängigen islamischen Rechtsschulen mit dem Tod bestraft werden. Die islamistische Gruppe Al-Shabaab, ein Ableger von Al-Qaida, bekennt sich zu dieser Lehre. Auf dem Weltverfolgungsindex 2025 von «Open Doors» belegt Somalia den zweiten Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

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