Afro-amerikanischer Zamperini – Er dachte, dass er seinen 27. Geburtstag nicht erleben würde

Eingekreist von Maschinengewehr-Feuer dachte Willie N. Rogers, dass er seinen 27. Geburtstag nicht mehr erleben würde. Vor kurzem feierte er nun seinen 101. Lenz. In St. Petersburg, Florida ist der gläubige Christ ein lokaler Held.

Eingekreist von Maschinengewehr-Feuer dachte Willie N. Rogers, dass er seinen 27. Geburtstag nicht mehr erleben würde. Vor kurzem feierte er nun seinen 101. Lenz. In St. Petersburg, Florida ist der gläubige Christ ein lokaler Held.

Er erhielt schon vor einiger Zeit den symbolischen Schlüssel zur Stadt und zu seinem Geburtstagsfest erschienen Massen, darunter Politiker, im «St. Pete's Museum of History». Alt und jung nennen ihn einfach «Mister Rogers». Willie N. Rogers sagt jedoch, dass er nichts Besonderes sei. «Grossvater und Vater lehrten mich und meinen Bruder Roy: 'Du bist nicht besser als irgendjemand anderes. Und niemand anderes ist besser als du.'»

Doch nur wenige haben ein Leben wie Willie N. Rogers, nur wenige leben überhaupt so lange. Erst vor wenigen Wochen überraschten ihn seine Freunde mit einem öffentlichen Fest zu seinem 101. Geburtstag. «Ich hatte nicht die leiseste Ahnung davon; ich dachte, dass ich meine Schwester besuchen gehen werde.» Gertrude Glover ist mit 92 Jahren die einzige seiner Geschwister, die noch am Leben ist.

«Die Kirche von Mister Rogers»

Das Alter scheint den Senior nicht zu bremsen. Er lebt noch immer eigenständig, zeigt einen scharfen Verstand und liest täglich in der Bibel. Ausserdem ist er – mit einem Stock – noch immer gut zu Fuss unterwegs. Einmal pro Woche läuft er in seine Gemeinde, eine Methodisten-Kirche, die nur wenige Hundert Meter von seinem Haus entfernt ist. Diese besucht er seit rund 70 Jahren, fast so lange, wie er in St. Petersburg in Lakeland lebt. Die Gemeinde ist auch die älteste afro-amerikanische Gemeinde und er das älteste Kirchenmitglied.

Der neue Pastor, Kenneth F. Irby, erinnert sich an die Reaktion, als er mit jemandem darüber sprach, dass er in der «Bethel A.M.E. Church» Prediger werde: «Ah, das ist die Kirche, in die Mister Rogers geht!»

«Nicht wie ein Feigling sterben»

Willie Rogers kam am 4. März 1915, rund ein Jahr nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges, zur Welt. Die USA zählte damals rund 100 Millionen Einwohner, weniger als ein Drittel der heutigen Bewohner des Landes. 1942 wurde er in die Armee eingezogen; bald diente er in den Luftstreitkräften mit dem Ziel, im Zweiten Weltkrieg in Übersee eingesetzt zu werden. Er diente in der Tuskegee-Airmen-Einheit.

In einer Situation war er vom feindlichen Feuer eingekesselt, er dachte, dass er nicht überleben und seinen 27. Geburtstag nicht mehr erleben werde. «Ich dachte: 'Wir werden ohnehin getötet. Also will ich nicht wie ein Feigling umkommen.'» Rogers entkam, wurde aber von einer Kugel eines deutschen Soldaten im Bauch getroffen. «Während drei Monaten lag ich in einem Spital in London.»

Erst vor kurzem hörte seine Familie davon. «Er hat nie davon erzählt», erinnert sich Veronica Williams, die ältere seiner beiden Töchter.

Das Geheimnis

«Seine Liebe für die Menschen und für Gott motiviert unsere Jugendlichen», hält Pastor Kenneth F. Irby fest. Obschon neun Jahrzehnte Altersunterschied vorlägen, seien die Grosskinder begeistert, ihn zu kennen.

Und für sein langes Leben gibt es ein Geheimnis: «Gott lieben und nach der goldenen Regel leben: Die Leute so behandeln, wie man selbst behandelt werden will.»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Anna Shammas im Klassenzimmer

Neun Jahre heimatlos

Das Magazin «Amen» hat in Form von Kurzfilmreportagen festgehalten, wie Menschen heute Jesus erleben. Heute berichtet ...

Story
 Günther Klempnauer blickt mit 90 Jahren auf ein Leben mit zahlreichen tiefen Begegnungen zurück

Günther Klempnauer – Am Frühstückstisch mit Johnny Cash

Günther Klempnauer feiert seinen 90. Geburtstag. Bekannt machten den Pastor, Lehrer und Journalisten seine Gespräche ...

Story
Marianne Awaraji Daou

«Dennoch machen wir weiter» – Mutter und Führungskraft in Kriegszeiten

Der Muttertag findet im Libanon bereits am 21. März statt, mitten in einer Zeit, in der viele Familien mit Unsicherheit ...

Story
Ariana untersützt trotz der Unsicherheit im neuen Land afghanische Flüchtlingsfrauen (Symbolbild)

Ein Zeugnis aus Afghanistan – Von der Angst in die Freiheit

Ohne es zu wissen, heiratete Ariana einen heimlichen Christen in Afghanistan. Sie mussten in ein anderes Land fliehen, ...

Story
Craig DeMartino überlebte den Sturz und kann heute wieder klettern

Nach 30-Meter-Sturz – «Gott ist nicht eine Krücke, sondern die Brücke»

Von rund dreissig Metern auf einen Felsen zu stürzen, würde für viele Menschen tödlich enden. Doch Spitzenkletterer ...

Story
Sarah Drew

Geplant waren nur zwei Folgen – Wie Dr. April Kepner Generationen ermutigt

Eigentlich sollte ihre Rolle in «Grey's Anatomy» nach zwei Folgen enden. Doch aus Dr. April Kepner wurde eine der ...

Story
Melanie Rivas

«Vollständig verwandelt» – Vom «Borderline-Satanismus» zur Gottesbegegnung

Melanie Rivas’ Freude an Jesus ist ansteckend. Noch vor einem Jahr jedoch war die 22-Jährige obdachlos, mittellos und ...

Story
Mike Flynt

College-Spieler mit 59 Jahren – Reue brachte ihn zu einem unglaublichen Comeback

Mit 59 Jahren war Mike Flynt einer der ältesten College-Spieler der Geschichte. Das Durchhaltevermögen des Sohnes eines ...

Story
Gabrielas Startbedingungen waren extrem schwierig (Symbolbild)

Trotz schlechter Startbedingungen – «Gott hat mich von meiner Angst befreit»

Als Gabriela Withs Adoptivvater sie sexuell missbraucht und die Adoptivmutter davon erfährt, versucht diese, ihn vor ...