«Ich trank mir mein Leben schön» – Endlich frei von der Sucht

Jana Greene versucht es immer allen recht zu machen, doch irgendwann kann sie nicht mehr. Durch Alkohol findet sie eine Flucht aus ihrem Alltag und erkennt viel zu spät, dass sie nicht mehr aufhören kann zu trinken.

Jana Greene versucht es immer allen recht zu machen, doch irgendwann kann sie nicht mehr. Durch Alkohol findet sie eine Flucht aus ihrem Alltag und erkennt viel zu spät, dass sie nicht mehr aufhören kann zu trinken.

Als ich auf die Welt kam, waren meine Eltern noch Teenager. Immer hatte ich das Gefühl, dass ich für ihre Probleme verantwortlich bin. Ich glaubte, dass meine Mutter ohne mich ein besseres Leben gehabt hätte, und um das wieder gutzumachen, versuchte ich, sehr brav zu sein.

Ich wurde eine Einserschülerin und schloss mich einer christlichen Jugendgruppe an – das gehörte für mich zum Bild einer «braven Tochter». Ich nahm keine Drogen, trank keinen Alkohol, lebte keusch und trug meine Bibel immer bei mir. Doch obwohl ich mich so bemühte, änderte sich bei uns zu Hause nichts. Irgendwann fühlte ich mich nur noch ausgelaugt und leer.

Der erste Rausch

Mit 18 Jahren trank ich das erste Mal Alkohol. Zu der Zeit war ich so leer, dass mir alles egal war. Ich kippte sechs Drinks nacheinander und mochte das Gefühl, betrunken zu sein. Ich dachte: «Wenn das so ist, warum sind dann nicht alle ununterbrochen blau?»

Von da an war ich die totale Partymaus. Jede Nacht betrank ich mich hemmungslos. Mit Gott und dem Glauben wollte ich nichts mehr zu tun haben.

Mein kleines Geheimnis

Als ich heiratete, ging ich nicht mehr aus, aber ich trank heimlich weiter. Wenn mich niemand sah, kippte ich mir Alkohol rein. Im Rausch war alles schöner.

Dann gründeten wir eine Familie und in dieser Aufgabe fand ich einen neuen Lebenssinn. Ich hörte auf zu trinken, denn mehr als alles andere, wollte ich eine gute Mutter sein. Sechs Jahre lang rührte ich keinen Tropfen an.

Doch mit der Zeit hatten mein Mann und ich Eheprobleme und meine frühere Angst zu Versagen meldete sich wieder. Eines Abends, als die Kinder schon im Bett waren, dachte ich, dass ein Drink doch nicht schaden könnte.

Aus dem Glas Wein wurde eine ganze Flasche und die mir so wohl bekannte Benommenheit fühlte sich grossartig an. Jetzt gönnte ich mir jeden Abend einen kleinen Rausch.

Die Sucht hat mich im Griff

Was sich anfangs so gut anfühlte, wurde zu einem Fluch. Auch wenn ich mir jeden Morgen vornahm, heute nicht zu trinken, griff ich immer wieder zur Flasche. Ich konnte nicht mehr damit aufhören, nicht mal für meine Kinder. Ich war süchtig und schämte mich schrecklich deswegen. Nichts half, ich war ein Versager und die Sucht zeigte sich jetzt auch schon körperlich.

Hilfeschrei

Mitten in meiner Verzweiflung fiel mir Jesus ein. Intuitiv wusste ich, dass er die Antwort ist. Ich schloss mich im Badezimmer ein, fiel auf die Knie und schüttete Gott weinend mein Herz aus. Ich schrie: «Jesus, ich schaff das nicht mehr alleine. Ich hab es so lange versucht. Ich gebe dir meine Sucht, ich gebe dir mein ganzes Leben.»

Und Gott hörte mein Gebet. Er kam deutlich spürbar in den Raum. Er war wirklich da. Jesus hockte mit mir am Badezimmerboden. Es gab keine Zweifel, dass er mir helfen wollte, er würde mir die Sucht wegnehmen.

So eine Nähe hatte ich früher nie zu Gott gehabt. Aber jetzt, wo ich ihn wirklich suchte, offenbarte er sich mir. Ich hatte plötzlich den Mut, zu den Anonymen Alkoholikern zu gehen und eine christliche Suchtberatung zu machen.

Seit 15 Jahren bin ich nun trocken. Aber Gott hat mir nicht nur das geschenkt, sondern mir auch gezeigt, dass er mich bedingungslos liebt. Er hat mir die Versagensängste genommen. Er ist nicht nur mein Retter, sondern auch mein Freund. Seine Gegenwart ist alles, was ich brauche.

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