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Bobby Conway mit seiner Frau Heather

Bobby Conway – Einmal Zweifel und zurück

Einst konnte sich der Pastor und Apologet Bobby Conway nicht vorstellen, je an seinem Glauben zu zweifeln. Doch dann entstand ein Gewitter in seinen Gedanken. Die eigenen Fragen prasselten nur so auf ihn ein – bis er sogar an Suizid dachte…

Einst konnte sich der Pastor und Apologet Bobby Conway nicht vorstellen, je an seinem Glauben zu zweifeln. Doch dann entstand ein Gewitter in seinen Gedanken. Die eigenen Fragen prasselten nur so auf ihn ein – bis er sogar an Suizid dachte…

Im Alter von 19 Jahren wurde Bobby Conway Christ. Er dachte, er wäre immun gegen Zweifel. «Ich war verliebt in Jesus. Und wenn jemand mit Zweifeln kämpfte, dachte ich, was mit dieser Person wohl los ist.»

Er befasste sich vertieft mit Philosophie und Apologetik. Dabei wälzte er eine wachsende Anzahl Fragen. Im Laufe der Zeit forderte sein Verlangen nach sofortigen Antworten seinen Tribut. «Einige der Fragen, die mich herausforderten, waren sehr komplex.» Er las zahlreiche Bücher. «Aber mit jedem Buch, das ich auf der Suche nach der Antwort las, tauchten zehn neue Fragen auf.»

Wie das Maulwurfspiel

Sein christliches Leben wurde zum berühmten «Whack-a-Mole»-Spiel, bei dem ein Kind mit einem Plastik-Hammer auf einen Maulwurf schlägt. Dieser verschwindet und alsbald tauch aus einem anderen Loch der nächste auf. «Ich schlug auf den einen Maulwurf, und schon tauchte der nächste aus. Ich hatte das Gefühl, dass mein ganzes christliches Leben nur aus dem Schlagen von Maulwürfen bestand. Ich war erschöpft von all den Fragen.»

Die Zweifel waren während seiner Ausbildung zum Pastor ein unwillkommener, fortwährender Begleiter. Und als er anschliessend eine blühende Gemeinde leitete, kämpfte er heimlich weiterhin mit Zweifeln.

«Gott, mein Herz hasst diese Zweifel»

Er habe seine Zweifel gehasst, berichtet er heute. Conway war trotzdem weiterhin Pastor. Er betete: «Gott, ich kämpfe darum, zu glauben. Ich frage mich, ob du da bist. Ich möchte, dass du weisst, dass mein Herz diese Zweifel hasst.»

Er war deprimiert. «Ich hatte Selbstmordgedanken. Am Ende landete ich in einer Therapie und nahm Antidepressiva. Ich litt, weil ich nicht wusste, wie ich leben sollte.»

Gleichzeitig fühlte er sich seinen Gemeindemitgliedern gegenüber heuchlerisch. «Und ich ärgerte mich, weil Jesus für mich bedeutungsvoll war. Es war, als wäre die wichtigste Beziehung, die ich je in meinem Leben hatte, weg. Ich wusste nicht, wohin er gegangen war. Ich wusste nicht, was mit all diesen erstaunlichen Momenten war, die wir früher gemeinsam erlebt hatten.»

Gott bricht herein

Vor ungefähr fünf Jahren trat die Wende ein: «Gott brach in seiner Gnade absolut zu meiner dunklen Nacht der Seele durch und beseitigte meine Zweifel.»

Heute sieht Conway sein Erleben positiv. «Gott hat diese Phase genutzt.» Zuvor litt er unter den Fragen, wo er hingehen würde, wenn er nicht mehr als Christ leben würde. «Was wäre, wenn ich Atheist wäre? Was wäre, wenn ich Agnostiker wäre? Was wäre, wenn ich Buddhist sein würde?» Diese Fragen hatte er sich gestellt.

Und er überlegte auch, welche Fragen und Zweifel ihm in diesen anderen Weltanschauungen begegnen würden. Nachdem er sich mit diesen Fragen – und der Aussicht auf neue Fragen – beschäftigt hatte, schien es ihm, «dass das Christentum die grossartigste, stärkste, schönste und wunderbarste Weltanschauung von allen ist».

Der Wow-Effekt

Es war auch die Erkenntnis: «Wow, Gott, du hast mich nicht verlassen. Du warst wirklich da.» Bobby Conway stellte ausserdem fest: «Es hat mir sehr viel bedeutet, weil ich das Gefühl hatte, mich wieder in ihn zu verlieben.»

Weiter bilanziert Bobby Conway: «Ich konnte wieder glauben wie ein Kind. Ich habe mich auf der Reise verlaufen. Zweifel sind kein christliches Problem. Sie sind ein menschliches Problem. In Ermangelung an Gewissheit gibt es immer Raum für Zweifel. Die Frage ist, welche Weltanschauung die Zweifelslücke am besten schliesst. Plötzlich konnte ich erkennen: 'Warum habe ich als Christ immer das Gefühl, in der Defensive sein zu müssen?' Der Atheist muss auch Antworten geben. Und wir sind bei diesem Unterfangen nicht allein. Es war einfach so befreiend.»

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