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Person mit Messer

Aborigine erhält neues Leben – «Einen Zentimeter weiter und ich wäre nicht mehr hier»

Richard wuchs in einer Aborigines-Siedlung auf. Irgendwann wurden die Aborigines Australier (Richard: «Ich weiss nicht, was ich vorher war») und Richard Alkoholiker – bis ihm jemand mit dem Messer in den Hals stach und ihn beinahe tötete…

Richard wuchs in einer Aborigines-Siedlung auf. Irgendwann wurden die Aborigines Australier (Richard: «Ich weiss nicht, was ich vorher war») und Richard Alkoholiker – bis ihm jemand mit dem Messer in den Hals stach und ihn beinahe tötete…

«Ich bin in Phillip Creek aufgewachsen, in einer von der Regierung geführten Aborigines-Siedlung. Ich habe Milch von Ziegen getrunken, mein Vater war Lastwagenfahrer.» In der Region regnete es nicht viel, «so dass die Regierung uns eines Tages in einen grossen Lastwagen setzte und uns nach Warrabri brachte. Damals hörte ich vom Herrn Jesus.»

Regelmässig ging er am neuen Wohnort nun auch in die Sonntagsschule und später zu christlichen Teenager-Treffen. «Manchmal habe ich den Gesang geleitet. Es war gut.»

Plötzlich Australier – und Alkoholiker

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Richard

Mit 14 war seine Schulbildung zu Ende. «Manchmal musste ich auf grossen Viehzuchtbetrieben im Osten arbeiten. Wir schliefen auf Bodenmatten und assen Rationen. Manchmal bekam ich Arbeit in Darwin bei der Armee.»

Dann wurde in Downunder vieles anders: «1967 änderte sich alles. Die Aborigines wurden australische Staatsbürger. Ich weiss nicht, was wir vorher waren, aber 1967 wurden wir australische Staatsbürger. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich anfing, Alkohol zu trinken. Ich wandte mich vom Herrn Jesus ab, weil es Grog gab. Ich wurde zum Alkoholiker.»

«Einen Zentimeter weiter…»

Er habe gewusst, dass er falsche Dinge tat, «aber ich konnte nicht aufhören. Ich versuchte viele Male, aus eigener Kraft das Trinken aufzugeben, aber ich schaffte es nicht. Ich war ein Sklave des Alkohols.»

Zumindest hatte er Arbeit. «Doch dann, eines Nachts, hatte ich getrunken und schlief zu Hause. Jemand kam durch das Fenster herein und stach mir mit einem Messer in den Hals. Als ich zu mir kam, lag ich im Krankenhaus von Alice Springs. Der Arzt kam zu meinem Bett und sagte zu mir: 'Richard, du hast Glück, dass du noch lebst. Wenn das Messer noch einen Zentimeter weiter eingedrungen wäre, wärst du nicht mehr hier.'»

Gott statt Grog

Das machte ihm Angst. «Was ich in der Sonntagsschule gehört hatte, strömte ihn mich zurück. Ich wusste, dass ich weit weg vom Herrn war. Aber dann begann er, mein Leben zu berühren.»

Wieder daheim, wurde Richard zur Eröffnung des Gebäudes der australischen Inland-Mission eingeladen. «Ich gab mein Leben nun ganz dem Herrn Jesus hin, und von da an änderte sich alles – der Grog, die Arbeit, alles. Ich hatte keine Lust mehr zu trinken, nie wieder.»

Alles vorbei?

«Aber dann zwei Jahre später, 1986, erblindete ich im Alter von 36 Jahren wegen eines Gehirntumors.» Dieser konnte entfernt werden. «Ich dachte, das war's. Ich bin blind. Ich kann nichts mehr sehen. Ich bin nutzlos für den Herrn. Ich kann nicht mehr predigen. Es ist alles vorbei.»

Doch dann erhielt er noch im Krankenhaus von einem Freund einige Kassetten, die von der Bibelgesellschaft aufgenommen worden waren. «Ich hörte sie mir an und entdeckte, dass ich die Gabe hatte, Bibeltexte auswendig zu lernen. Ich begann, den Römerbrief auswendig zu lernen, und dann machte ich weiter. Ich lernte grosse Brocken auswendig. Und nun teile ich seit über 30 Jahren die Bibel auf diese Weise in der Gemeinde. Gott gab mir ein erstaunliches Talent.»

«Es ist nicht vorbei»

«Es begann mit dem Kassettenspieler, aber dann hatten wir CDs und dann folgte 'MegaVoice'. Und von Anfang an war mein Lieblingsbibeltext Sprüche Kapitel 3, Verse 5 bis 6. Darin heisst es: 'Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.'»

Ihm sei wichtig, den Menschen zu sagen, «was der Herr in deinem Leben tun kann, wenn du ihm die Chance dazu gibst. Manchmal haben wir das Gefühl, dass es vorbei ist und wir niemandem mehr von Nutzen sind ... aber das ist nicht wahr, es ist nicht vorbei. Wenn wir bereit sind, Gott in unserem Leben wirken zu lassen, wird er es auch tun.»

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