Nach jahrelanger Ausbeutung – Eine Stripperin findet den Sinn ihres Lebens

Als Tochter einer Drogenabhängigen ist Harmony Grillo mit nur 13 Jahren allein für ihren achtjährigen Bruder zuständig. Die Situation führt sie in eine Beziehung des Missbrauchs. Ihr Freund wird zu ihrem Freier, bald tanzt sie im Stripclub...

Als Tochter einer Drogenabhängigen ist Harmony Grillo mit nur 13 Jahren allein für ihren achtjährigen Bruder zuständig. Die Situation führt sie in eine Beziehung des Missbrauchs. Ihr Freund wird zu ihrem Freier, bald tanzt sie regelmässig im Stripclub, bis eine besondere Freundschaft ihr die Augen öffnet.

Harmony Grillo wächst inmitten von Gewalt auf. In ihrem Stadtteil bekämpfen sich Gangs, jede Nacht gibt es Schiessereien. Aber auch ihre Familiensituation ist chaotisch. «Meine Mutter war ein gebrochener Mensch – kein schlechter Mensch, aber gebrochen.» Sie flüchtet sich in eine Kokain-Abhängigkeit und kann Harmony dadurch nicht die Sicherheit geben, nach der sich das Mädchen sehnt. Mehrmals wird Harmony sexuell missbraucht, zum Schweigen gebracht und mit enormen Schuldgefühlen beladen.

«Ich dachte, das wäre normal»

Mit 13 Jahren wird sie vom Freund ihrer Mutter vergewaltigt – und ihre Mutter gibt ihr die Schuld daran. Kurz darauf geht der Freund nach Kanada und die Mutter folgt ihm. Sie lässt die 13-Jährige mit ihrem 8-jährigen Bruder allein zu Hause, mit nur 20 US-Dollar und ein paar Essensmarken. «Als die Essensmarken alle waren, begann ich zu stehlen, um uns versorgen zu können.»

Als ein älterer Junge der Nachbarschaft beginnt, ihnen Essen zu kaufen und sie damit beschützt, fühlt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben sicher. Die beiden beginnen eine Beziehung, in der bald auch Missbrauch geschieht. «Ich dachte, das wäre normal…»

Sieben Jahre bleibt sie in der Beziehung. Mit 19 kommt sie durch ihren «Freund» in die Sex-Industrie und arbeitet dort als Stripper. «Letztlich war er mein Freier und benutzte mich, um andere Frauen anzuwerben, aber ich sah ihn nicht als Ausbeuter, ich sah mich selbst nicht als Opfer, ich sah ihn einfach als meinen Freund…»

Bedingungslose Freundschaft

Die Situation verändert sich, als Harmony in einem Ballettkurs ein Mädchen kennenlernt. «Sie liebte mich bedingungslos und verurteilte mich nicht.» Sie lädt Harmony in die Kirche ein, zeigt ihr aber, dass ihre Freundschaft nicht daran hängt, dass sie die Einladung annimmt. «Ich sah in ihr jemand, der Grenzen setzt, sich selbst respektiert. Vieles, was sie in ihrem Leben hochhielt, fehlte mir.»

Harmony selbst will nicht in die Kirche. Sie ist sich sicher: Wenn es einen Gott gibt, will er sicherlich nichts mit jemandem wie ihr zu tun haben. Doch das Leben ihrer Freundin fasziniert sie. Was, wenn das, was ihr fehlt, diese ganze Gott-Sache ist? Nach langer Zeit geht sie doch mit in die Gemeinde – und fühlt sich sofort zuhause.

Veränderung – ein Prozess ohne Druck

Als sie eine Beziehung mit Gott beginnt, verändert sich ihr Leben nicht über Nacht. «Heilung ist ein Prozess. Eines der Dinge, die mir meine Freundin schenkte, war die Zeit für diesen Prozess.» Harmony geht, wann immer sie nur kann, zur Kirche, doch sie arbeitet weiterhin im Strip-Club und ist immer noch mit ihrem Freund zusammen. Ihre Freundin setzt sie nie unter Druck, sich zu verändern, sondern lässt Harmony diesen Prozess selbst gehen.

Aber je mehr sie hört, dass sie geliebt ist, dass sie einen Sinn im Leben hat, desto klarer wird ihr: «Wenn ich mit einem Sinn im Leben geschaffen wurde, dann ist das sicherlich nicht das Strippen!» Doch wie kann sie aufhören? Ihr Freund nimmt jeweils das ganze Geld, sie hat nichts angespart, kann keinen Beruf, keine Karriere vorweisen… Da ist es, als ob sie Gottes Stimme hört: «Ich werde mich um dich kümmern, du kannst mir vertrauen!» Noch am selben Abend kündigt sie den Job und kann sich nach einiger Zeit auch von ihrem Freund lösen.

Sicherheit in Jesus

Kurz darauf absolviert sie mit Auszeichnung ein Psychologiestudium und gründet eine Organisation, die Mädchen und Frauen in der Sex-Industrie beim Ausstieg hilft. Ihr Leben ist nach wie vor von Höhen und Tiefen geprägt, doch eine Sache hat sie gelernt: «Meine Sicherheit liegt nicht in meinem Haus, in meiner Ehe, oder sonstwo. Meine Sicherheit liegt in Jesus!»

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