cbn.com
Frau Son, ehemalige Militärbeamte

400 Tage im Gefängnis – Eine Militärbeamtin findet zu Jesus

Insgesamt 36‘000 Nordkoreaner haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten nach Südkorea abgesetzt. Eine von ihnen ist Frau Son, eine ehemalige nordkoreanische Militärbeamtin.

Während der grossen Hungersnot in Nordkorea im Jahr 1998 diente Frau Son im Militär, zunächst in der Verwaltung von Vorräten und später bei der Verbreitung der nordkoreanischen Chuch'e-Ideologie. «Mein Vater war Provinzgouverneur und bestach den Offizier mit einem Schwein. So kamen wir an Essensrationen und mussten nicht hungern wie der Rest der Bevölkerung. Doch als mein Vater schwer krank wurde und schliesslich starb, wandte sich das Blatt. Mein Bruder wurde festgenommen und verhungerte im Gefängnis.»

Um ihr Leben zu retten, flohen Frau Son und ihre Mutter nach China. «Wir bestachen die nordkoreanischen Soldaten und schwammen durch den Fluss Tuman nach China. Dort fanden wir eine christliche Gemeinde, die uns unterstützte.»

Entkommen

Doch nach einigen Monaten begann die chinesische Polizei, sie zu verfolgen. Es war eine furchtbare Erfahrung. «Meine Mutter bemerkte eines Tages, dass die Polizei uns folgte und sagte zu mir, ich solle aus dem Wagen springen. Ich zog meine Kleider und meine Schuhe aus und gab sie meiner Mutter, denn es war Winter und sie sollte sich warmhalten können. Nur mit meiner Unterwäsche bekleidet sprang ich aus dem Wagen, acht chinesische Polizeibeamte verfolgten mich. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits Christin, aber noch nicht sehr überzeugt. Trotzdem wusste ich, dass Gott es war, der mich beschützte und mir eingab, mich unter einem Lastwagen zu verstecken und dort festzuhalten. Ich entkam, doch meine Mutter wurde nach Nordkorea zurückgeschickt.»

400 Tage im nordkoreanischen Gefängnis

«Ich ging zurück und versuchte, sie zu finden – nur um herauszufinden, dass sie im Gefängnis gelitten hatte und gestorben war, weil sie ihren Glauben an Jesus nicht verleugnet hatte.» Frau Son kehrte schliesslich nach China zurück, wo sie einen chinesischen Christen heiratete.

Später wurde jedoch auch sie gefangen genommen und verbrachte 400 Tage in einem nordkoreanischen Gefängnis unter unmenschlichen Bedingungen, wo sie einmal mehr Gottes Hilfe erfuhr. «Der Wärter wurde mein Freund und gab mir Reis. Doch ich musste Insekten essen, um zu überleben. Als ich freigelassen wurde, war ich extrem unterernährt und konnte kaum laufen. Mein Mann schaffte es schliesslich, mich nach Südkorea zu bringen.»

Vision eines vereinten Koreas

Dort schloss sie sich der Seopyoung-Gemeinde an und wuchs im Glauben. Ihr wurde bewusst, durch welche Wunder Gott sie jedes Mal gerettet hatte, wenn sie festgenommen worden war. Der Name der Gemeinde, Seopyoung, ist eine Kombination von «Seoul» und «Pyongyang», den Namen der beiden Hauptstädte Süd- und Nordkoreas. Die meisten ihrer Mitglieder sind Nordkoreaner, die von der Gemeinde Hilfe beim Ankommen und Einleben in Südkorea erhalten haben. Die Vision der Gemeinde ist ein vereintes Nord- und Südkorea durch die Verbreitung der Guten Nachricht in Nordkorea, wo es inzwischen etwa 600‘000 Christen in Untergrundgemeinden gibt.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Anna Shammas im Klassenzimmer

Neun Jahre heimatlos

Das Magazin «Amen» hat in Form von Kurzfilmreportagen festgehalten, wie Menschen heute Jesus erleben. Heute berichtet ...

Story
 Günther Klempnauer blickt mit 90 Jahren auf ein Leben mit zahlreichen tiefen Begegnungen zurück

Günther Klempnauer – Am Frühstückstisch mit Johnny Cash

Günther Klempnauer feiert seinen 90. Geburtstag. Bekannt machten den Pastor, Lehrer und Journalisten seine Gespräche ...

Story
Marianne Awaraji Daou

«Dennoch machen wir weiter» – Mutter und Führungskraft in Kriegszeiten

Der Muttertag findet im Libanon bereits am 21. März statt, mitten in einer Zeit, in der viele Familien mit Unsicherheit ...

Story
Ariana untersützt trotz der Unsicherheit im neuen Land afghanische Flüchtlingsfrauen (Symbolbild)

Ein Zeugnis aus Afghanistan – Von der Angst in die Freiheit

Ohne es zu wissen, heiratete Ariana einen heimlichen Christen in Afghanistan. Sie mussten in ein anderes Land fliehen, ...

Story
Craig DeMartino überlebte den Sturz und kann heute wieder klettern

Nach 30-Meter-Sturz – «Gott ist nicht eine Krücke, sondern die Brücke»

Von rund dreissig Metern auf einen Felsen zu stürzen, würde für viele Menschen tödlich enden. Doch Spitzenkletterer ...

Story
Sarah Drew

Geplant waren nur zwei Folgen – Wie Dr. April Kepner Generationen ermutigt

Eigentlich sollte ihre Rolle in «Grey's Anatomy» nach zwei Folgen enden. Doch aus Dr. April Kepner wurde eine der ...

Story
Melanie Rivas

«Vollständig verwandelt» – Vom «Borderline-Satanismus» zur Gottesbegegnung

Melanie Rivas’ Freude an Jesus ist ansteckend. Noch vor einem Jahr jedoch war die 22-Jährige obdachlos, mittellos und ...

Story
Mike Flynt

College-Spieler mit 59 Jahren – Reue brachte ihn zu einem unglaublichen Comeback

Mit 59 Jahren war Mike Flynt einer der ältesten College-Spieler der Geschichte. Das Durchhaltevermögen des Sohnes eines ...

Story
Gabrielas Startbedingungen waren extrem schwierig (Symbolbild)

Trotz schlechter Startbedingungen – «Gott hat mich von meiner Angst befreit»

Als Gabriela Withs Adoptivvater sie sexuell missbraucht und die Adoptivmutter davon erfährt, versucht diese, ihn vor ...