Open Doors UK
Khada (Symbolbild)

Christen in Afghanistan – Eine Entscheidung fürs Leben

Als Khada eine Bibel geschenkt bekommt, erzählt sie sofort ihrem Mann davon. Gemeinsam lesen sie darin – in Afghanistan etwas sehr Gefährliches. Und sie entscheiden sich für ein Leben mit Jesus. Doch das hat seinen Preis…

Khada (Name geändert) wurde in einer streng-religiösen muslimischen Familie in Afghanistan geboren. Ihr Weg war vorgezeichnet: Sie würde einen muslimischen Mann heiraten, den ihre Eltern zuvor ausgesucht hatten, und dann selbst eine streng-religiöse Familie aufziehen. Doch sie hatte Glück: Ehsan (Name geändert), der Mann, mit dem sie verheiratet wurde, liebte sie sehr.

Zu der Zeit – vor der Machtübernahme der Taliban 2021 – konnten Frauen noch arbeiten. Khada arbeitete in einem Büro und verstand sich gut mit ihrer Chefin. «Wir wurden Freunde und ich fühlte mich wohl, wenn sie da war», erzählt Khada gegenüber Open Doors UK. «Ich erzählte ihr alles aus meinem Leben und sie erzählte mir alles von sich.» Eines Tages machte ihre Chefin etwas ausserordentlich Mutiges: Sie schenkte Khada eine Bibel. Das war auch zu dem Zeitpunkt in Afghanistan äusserst risikoreich – man konnte schnell im Gefängnis landen oder Schlimmeres erfahren.

«Was auch immer du entscheidest»

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Khada und Ehsan lesen in der Bibel (Symbolbild)

Zuhause zeigte Khada ihrem Mann Ehsan die Bibel. Beide kannten den Koran nur zu gut, waren aber neugierig, mehr über die Bibel zu erfahren. Sechs Monate lang lasen sie darin. «Wir hatten viele Fragen – aber wir lösten diese Fragen gemeinsam auf.» Obwohl Frauen in Afghanistan Menschen zweiter Klasse sind, respektierte Ehsan seine Frau. «Er liebte mich sehr und wir entschieden uns immer für denselben Weg. Als wir das Buch lasen, sagte mein Mann: ‘Was auch immer du entscheidest, ich bin dein Verbündeter und werde dir folgen…’» Gemeinsam entschieden sie, Jesus nachzufolgen.

Bald liessen sie sich taufen. Khada wurde an dem Tag der Taufe von heftigen Kopfschmerzen geheilt, die sie zuvor jeden Tag geplagt hatten. Und die zwei begannen auch, ihrer Familie von Jesus zu erzählen. Zunächst einmal Khadas Bruder: «Er machte sich grosse Sorgen, weil er arbeitslos war. Ich bat ihn, die Geschichten aus dem Alten Testament zu lesen, und er glaubte. Später erzählte ich die Geschichten meiner Familie und alle wurden Christen! Mein Mann erzählte seiner Schwester die Geschichten und auch sie wurde gläubig…»

Ein hoher Preis

Sie wussten, dass dies risikoreich war – und es kam der Tag, an dem Ehsan nicht nach Hause kam. Khada konnte ihn auch über das Telefon nicht erreichen. Nach zwei Tagen kam die schreckliche Nachricht: Ehsan war tot aufgefunden worden, sein Körper hatte Anzeichen der Folter. Khada war am Boden zerstört. Einen so hohen Preis hatte ihr Glaube. Trotzdem hielt sie an Jesus fest. «Ich bin weiterhin ein Diener Christi und folge seinem Beispiel von Demut und Grösse. Im schwierigen Taliban-Regime leben wir mit Herausforderungen, aber auch mit einem starken Glauben!»

Trost erhielt sie von ihrer ehemaligen Chefin – seit August 2021 darf sie nicht mehr arbeiten – und von anderen Christen, die sie auch unterstützten, um ein kleines Geschäft zu eröffnen und so sich und die Kinder zu versorgen. Jeden Abend verbringt sie Zeit im Gebet. «Früher habe ich Gespräche mit meinem Mann geführt. Jetzt führe ich sie mit Jesus und erzähle ihm meine Geschichten jeden Tag und jeden Abend. Ich glaube, dass er zuhört und alle meine Gespräche hört.» Sie ist hoffnungsvoll, dass die Christen eines Tages positive Veränderungen im Land ermöglichen können. Bis dahin erzählen sie von Jesus weiter – heimlich, unter vielen Gefahren, aber jeden Tag.

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