Neue Identität gefunden – Ehemaliger Animist gründet heute Gemeinden

Anton Egamankon lebt in einem abgelegenen Dorf von Papua Neuguinea. Seine grösste Sorge sind die Geister, die er besänftigen muss – und die Frage, ob es in diesem Jahr genug Regen und Ernte geben wird. Doch dann hört er von Jesus...

Anton Egamankon lebt in einem abgelegenen Dorf von Papua-Neuguinea. Seine grösste Sorge sind die Geister, die er besänftigen muss – und die Frage, ob es in diesem Jahr genug Regen und Ernte geben wird. Doch dann hört er von Jesus und sein Leben verändert sich. Heute, zehn Jahre danach, ist er Pastor und hat bereits acht Gemeinden gegründet. Dies ist seine Geschichte.

Es war 2006. Ich war ein Animist, war jung und frisch verheiratet. Die Regenzeit hatte begonnen. Ich war dabei, Süsskartoffeln und Taro zu pflanzen, und fragte mich, ob wir die Rituale richtig gemacht, die richtigen Worte gesagt, das rechte Essen gegessen hatten. Die Geister unseres Clans sind launisch und grausam, halten Essen und Regen zurück oder schicken Krankheit und Schmerz, wenn sie nicht richtig verehrt werden. Würden sie uns in diesem Jahr eine Ernte schicken?

Über Gott, die Zukunft oder mich selbst dachte ich nie nach. Ich hatte zu viele alltägliche Sorgen als über meine Sünde nachzudenken. Das war ich – Anton Egamankon, Landwirt, Ehemann, Geister-Anbeter und Überlebens-Kämpfer.

Die Veränderung

Doch dann geschah etwas, im Jahr 2007. Vier Monate hatten Missionare in meiner Sprache vom Wort Gottes erzählt – und damit veränderte sich alles. Ich hörte vom Schöpfergott, der nicht so ist wie wir Menschen – ein Gott der Macht, der Liebe, des Erbarmens und des Gerichts. Und ich lernte viel über mich selbst. Ich merkte, dass ich Anton Egamankon war, ein Kind Adams, ein Sünder, der den Tod verdient. Und dann hörte ich von Jesus, der einen Weg zu Gott freigemacht hat.

Als ich den biblischen Geschichten zuhörte, dachte ich mit einem Mal: «Diese Geister, vor denen wir uns fürchten und die wir anbeten, sind nichts als Lüge. Sie haben keine Macht. Wir sollten eigentlich diesen Gott fürchten, der uns geschaffen hat und der uns nach unserem Tod zur Rechenschaft zieht.» Ich hörte, dass wenn ich an Jesus glaube, er mich durch sein Blut reinmacht. Gott sieht dann meinen Dreck nicht mehr, er sieht nur Jesu Blut. Und nach den vier Monaten glaubte ich an Jesus – meine Identität veränderte sich. Jetzt war ich Anton Egamankon, Kind des grossen Schöpfers, ein Sünder, der Gottes Gnade und Erbarmen erhalten hatte. Und ich freute mich auf den Himmel!

Neue Kreatur im alten Leben

Doch meine Freude war getrübt. Ja, ich war jetzt Gottes Kind. Aber ich lebte immer noch im selben Körper, im selben Dorf Itutang, in derselben Hütte, mit derselben Hitze, denselben Unsicherheiten und Sorgen. Ich musste mich immer noch darum kümmern, dass meine Familie überlebt. Das Leben war immer noch hart, sogar noch härter, weil ich unseren Bräuchen den Rücken gedreht und damit unseren Familien-Clan verärgert hatte.

In den kommenden Jahren versuchte ich herauszufinden, wie ich die biblischen Wahrheiten in meinem Alltag anwenden kann. Ich ging weiter in die Bibelstunde und mein Denken veränderte sich jede Woche, aber manchmal wusste ich einfach nicht, wie ich diese Wahrheit in meinem Leben umsetzen kann. Doch der Missionar Bill, dem ich auch bei der Übersetzung der Bibel in unsere Sprache half, begleitete mich in meinem Chaos und zeigte uns, wie der neue Glaube in unserem Dorf aussehen kann. Er zeigte immer wieder auf Christus, der auch gelitten hatte und sich dafür entschied, zu gehorchen. Nach und nach zeigte Gott mir meine Sünde auf. Meine animistische Weltanschauung begann sich zu verändern. Und die Angst und Sinnlosigkeit, die ich verspürt hatte, begannen zu schwinden. Stattdessen fand ich neue Kraft und Hoffnung.

Ex-«Unerreichter» begleitet andere im Chaos

Heute ist es fast zehn Jahre her, seit ich das erste Mal vom Evangelium gehört habe. Mit Gottes Hilfe haben wir acht Gemeinden in unserer Sprachgruppe gegründet und führen drei evangelistische Projekte in benachbarten Sprachgruppen durch. Ich arbeite jetzt als Evangelist und Gemeindeältester. Doch es ist nicht immer einfach. Manchmal bin ich müde. Ich werde zurückgewiesen, man erzählt Lügen über mich, ich werde falsch interpretiert und fühle mich manchmal einsam. Und viele Abende verbringe ich mit den Gemeindegliedern, die mir der Herr anvertraut hat, und begleite sie in ihrem Chaos, so wie mich Bill begleitet hat. Das ist mein Leben, so wie früher. Aber heute habe ich einen neuen Lebenssinn: Ich habe Hoffnung und ein Versprechen durch das, was Jesus am Kreuz für mich tat. Ich bin Anton Egamankon, ehemaliger «Unerreichter», der heute andere für Jesus erreicht.

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