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Diego Galvan mit seiner Familie

Pastor sollte getötet werden – Drogenkartell schickte Killerkommando

Voller Vorfreude, Gott als Missionar zu dienen, wachte Diego Galvan an seinem ersten Morgen in Tijuana in Mexiko auf. Da fand er den kurz zuvor geköpften Kopf einer Frau auf der Strasse liegen…

Voller Vorfreude, Gott als Missionar zu dienen, wachte Diego Galvan an seinem ersten Morgen in Tijuana in Mexiko auf. Da fand er den kurz zuvor geköpften Kopf einer Frau auf der Strasse liegen…

Der grausame Mord war ein Vorzeichen für das, was ihm bevorstehen würde, sollte er die falschen Leute verärgern. Er erinnert sich: «Ich dachte, wenn ich schon sterben würde, dann lieber für den Willen Gottes, anstatt als Feigling auf der Suche nach Geld und Vergnügen», so der in Uruguay geborene Pastor, der in San Diego, USA aufgewachsen war.

Diego wuchs in der Welt der Waffen auf. Er selbst wurde aber früh Christ, fand einen guten Job, kaufte sich ein Haus und gründete eine christliche Gemeinde. Doch dann spürte er, dass er nach Tijuana gehen sollte. Er übernahm eine Gemeinde, die von seinem Bruder gegründet worden war, der zu einem anderen Dienst weiterzog.

Auf dem Hof seines ersten Hauses wurde ein Mann von Rächern der Kartelle getötet. Also beschloss Diego, umzuziehen. In seinem zweiten Haus wurde ein Mann, der einen Drogenhändler verärgert hatte, vor Diegos Türschwelle getötet. Er zog erneut um. Dabei kam er ungewollt vom Regen in die Traufe. Sein direkter Nachbar war ein Drogenboss…

Für Drogendealer gekocht

Die Handlanger des Drogenbosses waren lästig und parkten vor Diegos Einfahrt. Er bat sie, ihre Autos wegzufahren; sie ignorierten ihn. Er bemerkte, dass er dem Kartell nie entkommen würde. Deshalb bat er seine Frau Kelly, Essen für den Boss zuzubereiten und seiner Frau von Jesus Christus zu erzählen.

Auch verteilte er ihnen Flyer zu Veranstaltungen der Gemeinde. In der Regel nahmen die Kartellmitglieder die Flugblätter entgegen und waren respektvoll. Einer öffnete sogar sein Herz und sagte: «Gott könnte mir niemals verzeihen.»

Dann entschied sich die Frau des Nachbarn für ein Leben mit Christus – was zu einem Krieg mit dem Kartell führte. Sie kam mit blauen Augen in die Kirche und war offensichtlich geschlagen worden.

An der Tür

Diego suchte den Drogenbaron auf. «Männer, die ihre Frauen schlagen, sind Feiglinge. Eines Tages wirst du vor dem lebendigen Gott stehen und Rechenschaft ablegen müssen für all das Chaos, das du anrichtest.»

Da huschte gerade die vierjährige Tochter des Bosses an den beiden vorbei. «Das ist doch deine Tochter. Willst du, dass die Männer deine Tochter so behandeln, wie du deine Frau behandelst? Schau, ich habe die einzige Wahrheit. Es ist Christus. Wenn du ihn rufst, wird er deine Seele retten. Aber du musst dich bessern.»

Doch der Drogenboss sagte nichts. Also ging Diego nach Hause. Ein paar Tage später kam dessen Frau und sagte, ihr Mann habe sich im Zimmer eingeschlossen und sei nicht mehr ganz bei Sinnen. Diego beschloss, ihn zu besuchen, auch wenn seine Frau Kelly eine Falle dahinter vermutete.

Doch die Augen des Drogenbosses sagten alles. «Als ich seine Augen sah, wusste ich, dass sich etwas zum Positiven gewendet hatte», erzählt Diego.

«Sie bringen uns alle um»

Er konsumierte keine Drogen mehr und befand sich auf Entzug. Nun entschied er sich ganz für ein Leben mit Jesus Christus – und er erzählte anderen von dem Wunder, das er erlebt hatte.

Euphorisch hatte der Boss im nächsten Gottesdienst zwei Kilogramm Kokain dabei, welches er das Klo hinunterspülte. Diego hatte davon nichts gewusst, sonst hätte er geraten, dem Kartell das Geld oder die Drogen zu geben und den Ausstieg auszuhandeln. Doch die Drogen waren weg… und die Killer tauchten auf.

Eines nachts war Pastor Diego gerade eingeschlafen, als ihn die markerschütternden Schreie der Nachbarin aufschreckte. «Hilfe, sie werden uns alle umbringen!» Die Familie hatte vier Kinder.

David gegen Goliath?

Diego ging hinüber und lenkte die Killer ab, so dass der Neubekehrte sich wehren konnte, dabei verletzte er einen der Angreifer. Diese flohen.

Bald danach tauchte das Kartell mit kugelsicheren Fahrzeugen und verdunkelten Scheiben auf. Als die herbeigeeilte Polizei dies sah, geriet sie in Panik. Gleichzeitig stoppte das Kartell seinen Angriff, da es eine Konfrontation mit den Elitepolizisten scheute. Da zogen die Polizisten ab. Männer mit Sturmgewehren stiegen aus. Diego suchte am Boden einen Stein und betete: «Gott, wenn du David gegen Goliath mit einem Stein gerettet hast, kannst du auch mich retten.»

Er schrie: «Ich bin ein Pastor. Wir haben nichts getan. Ich habe eine Frau und Kinder. Töten Sie uns nicht.»

Zweimal entkommen

Schliesslich zogen die Kartellmitglieder ohne Blutvergiessen ab. Er nahm die Wertsachen aus seinem Haus und brachte seine Familie über die Grenze in die USA, für die neuen Gemeindemitglieder suchte er ein Hotelzimmer. Er selbst wohnte bei Freunden und wechselte seine Aufenthaltsorte, um weiter in der Gemeinde predigen zu können.

Dann wurde er vom langen Arm des Kartells bei einem Zahnarzt aufgespürt, als er gerade in Behandlung war. Die Wagen fuhren draussen vor. Hastig schrieb er einen Abschiedsbrief, den der Zahnarzt seiner Frau übergeben sollte. Doch einem Polizisten, der in der Nähe war, gelang es, Diego in Sicherheit zu bringen.

Saat geht auf

Diego gab die Gemeindeleitung an seinen Bruder zurück, der die Kirche gegründet hatte. «Die Menschen, die in diesen verrückten Jahren zum Glauben kamen bringen noch heute Frucht», blickt Diego zurück. Heute arbeitet er in den USA als Pastor.

Einer der Männer, die ihm vor seinem Haus gegen das Kartell beigestanden waren, ist heute selbst Pastor. Der ehemalige Drogenboss, der die ganze Auseinandersetzung ausgelöst hatte, weil er zwei Kilo reines Kokain die Toilette hinunterspülte, wurde getötet. Er war wieder vom Glauben abgekommen. «Ich selbst hätte sterben sollen. Durch die Gnade Gottes bin ich heute noch am Leben.»

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