Im Ego gefangen – Die Suche nach dem Glück hätte ihn beinahe zerstört

Jay Holman führt ein rauschendes Leben: viel Geld, schicke Autos, hübsche Frauen. Die Leere in sich versucht er mit Alkohol zu überspielen. Dass er ein Problem damit hat, merkt er lange nicht – bis seine Ehe auseinandergeht.

Jay Holman führt ein rauschendes Leben: viel Geld, schicke Autos, hübsche Frauen. Die Leere in sich versucht er mit Alkohol zu überspielen. Dass er ein Problem damit hat, merkt er lange nicht – bis seine Ehe auseinandergeht. «Das schlimmste, was ein Alkoholiker und Drogenabhängiger haben kann, ist zu viel Zeit und zu viel Geld. Ich meine, wenn man auf einer neuen Harley herumfährt und Schecks über 70'000 US-Dollar einsammelt, ist es wirklich schwer zuzugeben, dass man ein Problem hat.» Mit diesen Worten beschreibt Jay Holman eine Zeit seines Lebens, in der er als Bauunternehmer zwar viel Geld verdient, doch die innere Leere mit Alkohol und Drogen zu übertünchen versucht.

Das Gefühl, etwas zu verpassen

Aufgewachsen ist er in einer christlichen Familie, doch in seinen Augen haben die anderen Kinder immer viel mehr Spass – in ihm wächst das Gefühl, etwas zu verpassen. «Ich bin nicht zufällig an die falschen Freunde geraten, ich suchte sie – und fand sie.» Er beginnt, Marihuana zu rauchen und mit seiner Freundin die Schule zu schwänzen.

Als die Eltern der beiden ihnen verbieten, sich zu sehen, reissen sie von zu Hause aus. Doch jetzt geht der Drogenkonsum erst richtig los. «Wir begannen zu stehlen, in Häuser einzubrechen, um unsere Drogensucht zu finanzieren und Geld zu haben.» Bald landet er für neun Monate in der Jugendhaftanstalt – das rüttelt ihn wach. «Ich war nicht fürs Gefängnis gemacht. Ich wollte nicht, dass irgendjemand abends mein Licht ausschaltet. Es war nicht das, war man sonst im Fernsehen sieht, es war nicht cool, nicht spassig. Und ich war entschlossen, zu tun, was nötig war – das bedeutete, nicht mehr das Gesetz zu brechen.»

Karriere – und Leere

30 Jahre lang arbeitet er hart und macht Karriere als Bauunternehmer. Erfüllung findet er trotzdem nicht. «Ich war hinter all diesen Dingen her – aber sie machten mich nicht glücklich. Ich sagte mir: 'Ich brauche ein grösseres Haus, ein bisschen mehr Grundstücke, eine hübschere Frau, mehr Geld…' (…) Aber wenn ich das bekam, war ich vielleicht für einen Tag, eine Woche oder so glücklich, aber dann kam gleich die Frage: Was kommt als nächstes?»

Diese ständige Suche nach Erfüllung führt ihn zurück in die Abhängigkeit. Er mischt rezeptpflichtige Medikamente mit Alkohol, einfach um alles vergessen zu können. «Ich wollte nichts mehr fühlen, nicht mehr denken müssen. Ich wollte nicht gerade sterben, aber das Leben war mir egal.»

«Gott, hilf mir!»

In dieser Zeit beginnt seine Ehe zu bröckeln. Zum ersten Mal sucht Jay Hilfe – bei Gott. Er betet: «Gott, hör mir zu, hilf mir! Zeig mir, was mit mir nicht in Ordnung ist und hilf mir, es zu ändern!» Kurze Zeit später verlässt ihn seine Frau. In seiner Verzweiflung greift er nach der Flasche. «Ich trank mehrere Tage lang, war richtig betrunken und hörte eine Stimme in meinem Kopf – ich weiss, dass das Gott war – die mir sagte: 'Glaubst du, dass das Trinken dein Problem sein könnte? Glaubst du, dass du vielleicht zu viel trinkst?'» Jay beschliesst, weniger zu trinken, nur noch ein paar Bier. Das schafft er einen Abend lang, bis er wieder diese Stimme hört. «Er sagte ganz klar: 'Du wirst es auf diese Weise nicht schaffen, Jay – du wirst scheitern und direkt wieder (zum Alkohol) zurückkehren. Wenn du wirklich aufhören willst, musst du es tun.' Ich wachte am nächsten Morgen auf, holte allen Alkohol aus dem Kühlschrank und schüttete alles in den Abfluss.»

Eine neue Chance

Jetzt ist der Alkohol weg – doch der Schmerz bleibt. «Alles fühlte sich so unwirklich an, nicht zu trinken, nichts zu wissen, nur die Angst. Ich brauchte irgendeinen Trost.» Etwas in ihm sagt, er solle den christlichen Fernsehsehnder CBN anschalten. Die Frau am Monitor fragt, ob jemand sein Leben Jesus zurückgeben möchte. «Ich wusste, dass das meine einzige Chance war. Ich sprach das Gebet, genau da, am Boden meines Wohnzimmers, und bat Gott, in mein Leben zu kommen. Und das tat er! Ich kann nicht sagen, dass ich sofort Frieden und Trost verspürte, aber ich wusste, dass ich eine Chance hatte.»

Befreit

Er besucht ein Rehabilitierungsprogramm und wächst im Glauben. Gott hatte ihm geholfen herauszufinden, was mit ihm nicht stimmte: «Ich war ein gottloser Alkoholabhängiger. Und er gab mir die Lösung. Er führte mich in eine Gemeinde. Und dadurch bekam ich Gemeinschaft mit anderen Christen, die versuchen, auf eine andere Weise zu leben. Sie unterstützen mich, sie sind meine Anlaufstelle und sie haben mir geholfen, dass ich innerlich heile.» Seither hat er nie wieder Alkohol getrunken.

Heute ist er ein aktives Mitglied in der Gemeinde und arbeitet zudem in einer Unterstützergruppe mit, die regelmässig ein lokales Gefängnis besucht. «Ich bin so froh, dass Gott in mein Herz geredet und mich aus dem Gefängnis meines Egos und des Alkoholismus befreit hat. Ich bin so dankbar, dass er mir eine andere Art zu leben gezeigt hat!»

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