Von IS-Kämpfern verstümmelt – «Die Freude am Leben konnten sie mir nicht nehmen»

Es ist eine Geschichte von menschenverachtender Grausamkeit gegen einen 13-jährigen Jungen. Islamisten stachen Danjuma Shakuru ein Auge aus, hackten einen Arm und sein Geschlecht ab. Doch die Reaktion des Teenagers ist überwältigend.

Es ist eine Geschichte von menschenverachtender Grausamkeit. Und die eines 13-jährigen Jungens, der sich trotzdem nicht unterkriegen lässt. Islamisten stachen Danjuma Shakuru ein Auge aus, hackten einen Arm und sein Geschlecht ab. Doch die Reaktion des Teenagers ist überwältigend.

Seit 1999 nimmt die Islamisierung im afrikanischen Staat Nigeria zu. Tausende fielen seitdem religiösen Progromen zum Opfer. In Teilen des Landes wurde die Scharia eingeführt und islamistische Gruppen wie Boko Haram terrorisieren auf brutalste Art Christen und gemässigte Muslime.

Bei einem der islamistischen Angriffe auf ein christliches Dorf im vergangenen Jahr wäre Danjuma Shakuru fast ums Leben gekommen. Als man seinen leblosen Körper entstellt in einer Blutlache fand, glaubten alle, er wäre tot. Doch wie durch ein Wunder überlebte der 13-Jährige. Heute trägt er schreckliche Narben an seinem Körper, aber auch ein strahlendes Lächeln, das einen sprachlos macht.

Der brutale Übergriff

Danjuma erinnert sich noch genau an diesen Mittwoch Morgen. Gegen sechs Uhr hörte er Schüsse und wusste sofort, dass nun auch sein Dorf angegriffen wurde. Er und seine Nachbarn, alles gläubige Christen, lebten bislang in Frieden miteinander. Nun rannte er um sein Leben. Doch Danjuma konnte den Angreifern nicht entkommen. An jenem Tag waren es rund tausend islamistische Rebellen, die sich blutrünstig auf die Christen stürzten, Häuser niederbrannten und jeden töteten, der ihnen unter die Finger kam. Der Teenager erinnert sich noch daran, welchen Schmerz die Machete auslöste, die mit voller Wucht seinen Kopf traf. Dann verlor er sein Bewusstsein. «Gott war mir gnädig. Alles andere habe ich nicht mitbekommen und kann mich deswegen auch nicht daran erinnern», so der tapfere Teenager.

Danjuma fehlen die Erinnerungen, wie Rebellen seinen linken Arm mit der Machete abhacken und sein rechtes Auge ausstechen. Er erinnert sich auch nicht daran, wie sie sein Geschlechtsteil abschneiden. Als er wieder zu Bewusstsein kommt, haben die Dorfbewohner sein Grab schon ausgehoben. Niemand kann glauben, dass der Junge überlebt hat.

Unfassbar, dass Danjuma nach all dem seinen Glauben an Gott nicht verloren hat. Er sagt: «Ich habe schon als Kind Jesus mein Leben anvertraut. Ich gehöre ihm und er sorgt für mich. Es ist ein Wunder, dass ich überlebt habe, das sagen selbst Ärzte. Gott hat nicht zugelassen, dass ich sterbe und er hält auch meine Zukunft in seiner guten Hand.»

Lebensfreude, die sprachlos macht

Wie kann ein 13-Jähriger, der so etwas erlebt, so positiv und fröhlich sein wie Danjuma es heute ist? Seine Reaktion auf die Angreifer ist unbegreiflich: «Wenn ich auf ihren Hass selbst mit Hass reagiere, werde ich einer von ihnen. Ich vergebe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Wenn sie jemals Liebe erlebt hätten, wären sie nicht so.»

Der 13-Jährige fügt strahlend hinzu: «Sie wollten mir alles nehmen, aber meine Freude konnten sie mir nicht wegnehmen. Denn die Freude kommt ganz von innen und die schenkt mir Gott jeden Tag neu.» Wie der Junge erklärt, ist seine Beziehung zu Jesus durch den Angriff sogar intensiver geworden. «Gott ist mir so nahe. Er führt und beschützt mich.»

Trotzdem ist Danjumas Leben heute sehr anders. Er trägt einen Katheter und muss immer einen Urinbeutel mit sich führen. Er wird sein Leben lang auf medizinische Hilfe angewiesen sein. Danjuma weiss, dass sein Leben nicht leicht wird: «Ich wünsche mir, dass jeder, der meine Geschichte liest, für mich betet. Aber ich hoffe auch, dass ich Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen kann, sich Jesus zu öffnen. Gott hat uns geschaffen und er weiss genau, wie es uns geht. Lasst uns an ihm festhalten und die Liebe füreinander nicht verlieren. Gott allein weiss, wie unsere Zukunft aussieht. Aber mit ihm, dem Herrn und Retter an unserer Seite, können wir alles schaffen.

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