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Troup Foster

Lebenslänglich – für Jesus – «Der Knast ist mein Missionsfeld»

Als Troup Foster nach einem Mord lebenslänglich ins Gefängnis kam, dachte er nur noch an Selbstmord. Doch dann begegnete er Jesus. Er begann ein Theologie-Studium innerhalb der Knastmauern. Heute weiss er, dass Gott ihn genau an den Ort berufen hat.

Als Troup Foster nach einem Mord lebenslänglich ins Gefängnis kam, dachte er nur noch an Selbstmord. Doch dann begegnete er Jesus. Er begann ein Theologie-Studium innerhalb der Knastmauern. Heute weiss er, dass Gott ihn genau an den Ort berufen hat.

Im Darrington-Gefängnis, etwa 50 Kilometer ausserhalb von Houston (Texas), sitzen die gefährlichsten Kriminellen der USA. So auch Troup Foster. Der heute 54-Jährige wurde für einen Mord zur lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Acht Jahre lang verbrachte er in Einzelhaft – und hier wurde sein Leben radikal verändert. «Ich dachte über Selbstmord nach, wollte meinem Leben ein Ende zu setzen. Aber dann erinnerte ich mich an den Jesus, von dem ich in meiner Kindheit gehört hatte. Ich ging auf die Knie und schrie zu Gott: 'Bitte, wenn du hier bist, dann musst du mich da durchtragen!' Und von dem Moment an hat er sich mir immer wieder gezeigt.»

Vom Kriminellen zum Pastor

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Theologiestudenten im Gefängnis

Zur selben Zeit begann eine Zusammenarbeit zwischen dem Gefängnis und dem Theologischen Seminar Southwestern Baptist. Interessierte Häftlinge konnten das vierjährige Studium antreten, das zunächst aus allgemeinen Fächern wie Mathematik, Englisch und Naturwissenschaft besteht, die letzten zwei Jahre konzentrieren sich dann auf die theologische Ausbildung und den pastoralen Dienst. Und am Ende erhalten die Abgänger einen Pastorentitel. In Anlehnung an das Angola-Gefängnis in Louisiana (Livenet berichtete) wurde das erfolgreiche Programm 2010 auch in Darrington eingeführt.

Troup Foster wurde zu einem der ersten Studenten, der das Programm abschloss. Früher gehörte er zur Aryan Brotherhood, der Gefängnis-Gang, heute spricht er mit den Gangmitgliedern über Gott. «Ich ging zurück, lief mit ihnen und erzählte ihnen einfach mein Zeugnis», berichtet Foster. «Einige von ihnen sind zunächst total reserviert, aber dann erkläre ich ihnen, dass ich acht Jahre dort verbracht habe, wo sie jetzt sind… und ich mache das liebevoll… Einige sind bereits zum Glauben gekommen.»

Harte Arbeit…

Leicht ist das Studium allerdings nicht, fehlen vielen der Insassen doch die nötigen schulischen Grundlagen. Doch sie bekommen Hilfe von einem Seminar-Professor, der ihnen zeigt, wie sie Facharbeiten und Buchbesprechungen schreiben können. Auch Foster hatte zunächst hart zu kämpfen. «Zuerst war ich total eingeschüchtert. Ich war 49 Jahre alt und hatte an der Schule nur schlechte Noten gehabt. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Uni-Fächer schaffen würde. Aber ich habe im ersten Semester ganz hart gearbeitet und bekam dann recht gute Noten.»

…und innere Veränderung

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Darrington-Gefängnis

Gemeinsam mit Foster haben bereits über 60 Insassen das vierjährige Studium beendet. Doch es geht nicht bloss um den Titel, den sie erhalten, sondern vielmehr um die innere Veränderung. «Wir wollen ihnen nicht nur eine Theologische Ausbildung geben, sondern ihnen, von Professor zu Student, unser Herz und unsere Leidenschaft für den Dienst, für die Bibel, für die Liebe zu Jesus und für die Liebe zu ihren Mithäftlingen weitergeben», erklärt Seminarleiter Denny Autrey.

Und die Veränderung ist in den Studenten wirklich sichtbar. So kommt es vor, dass Gefängniswächter die Studenten bitten, mit ihnen zu beten oder ihnen eine Frage zur Bibel stellen. Im Vorbild-Gefängnis Angola, dem ehemals blutigsten Gefängnis der USA, ist die Kriminalitätsrate innerhalb der Haftanstalt seit Beginn des Programms um 72 Prozent zurückgegangen. So etwas streben die Verantwortlichen auch für Darrington an.

«Das ist mein Missionsfeld»

Die Abgänger des Programms werden im Anschluss in andere Gefängnisse von Texas geschickt, um dort das Erlernte mit ihren Mithäftlingen anzuwenden. So auch Foster, der erst mit 77 Jahren auf Bewährung freigelassen werden könnte. Doch er ist überzeugt, dass er mit seinem Leben anderen dienen soll, sei dies innerhalb oder ausserhalb der Gefängnismauern. «Manche Leute schliessen das College ab und gehen dann nach Nordafrika, nach Tschechien oder nach Russland auf ihr Missionsfeld», berichtet Foster und fügt überzeugt hinzu: «Das hier ist mein Missionsfeld, ich habe mich schon an die Kultur dieses Missionsfeldes angepasst und kenne die Sprache von hier. Gott hat mich hierher berufen!»

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