Gold-Gewinnerin Helen Maroulis – «Das Wichtigste ist meine Beziehung zu Gott»

Eigentlich wollte die US-amerikanische Ringerin Helen Maroulis schon 2012 bei Olympia antreten. Doch dann wurde sie nicht nominiert. Die Athletin suchte Trost in der Bibel und findet dort immer noch Hoffnung und Erkenntnis.

Eigentlich wollte die US-amerikanische Ringerin Helen Maroulis schon 2012 bei Olympia antreten. Doch dann wurde sie nicht nominiert. Die Athletin suchte Trost in der Bibel und findet dort immer noch Hoffnung und Erkenntnis. Vier Jahre später dann die grosse Überraschung: Dieses Mal war sie bei Olympia dabei und gewann Gold.

«Ich erinnere mich, wie enttäuscht und wütend ich war, als ich es nicht nach London geschafft habe. Dabei hatte ich davon geträumt, bei Olympia eine Heldin für Gott zu sein. Meine Träume waren geplatzt.

In der folgenden Zeit las ich viel in der Bibel. Und dabei fragte ich mich, wo mein Platz in Gottes Geschichte ist. Was, wenn ich kein Held bin, wie zum Beispiel Elia? Was, wenn ich kein David bin? Wie wäre das für mich, wenn ich einfach nur einer der fünftausend bin, die Jesus bei der Brotvermehrung satt gemacht hat? Ich fragte mich, ob mir das reichen würde.

Die Erkenntnis

Als ich über diese Fragen nachdachte, kam mir eine tiefe Erkenntnis. Es würde mir reichen, einer der fünftausend zu sein. Denn dann wäre ich Jesus nahe gewesen und hätte ein Wunder erlebt. Mir wurde auch bewusst: Wenn ich so dringend der Hauptdarsteller sein muss, dann geht es eher um mein Ego als um Jesus.

Ich war schon einige Jahre zuvor Christ geworden. Aber diese Lebenskrise wurde zu einem Wendepunkt in meinem Leben und meiner Beziehung zu Jesus. Bis dahin war Ringen meine oberste Priorität gewesen, ich tat alles, um darin erfolgreich zu sein. Aber es stellte sich heraus, dass mich der Sport nicht dauerhaft erfüllen oder mir Sinn geben konnte.

Nur auf Gott ist Verlass

Ich erkannte, dass ich Gott eher wie einen Glücksbringer gesehen habe. Aber das Wichtigste für mich war nicht er, sondern mein Sport. Ich wusste, dass Gott mich liebt, aber durch meinen Erfolg beim Ringen habe ich mich wertvoll gefühlt. Und jetzt stellte ich fest, dass man sich eigentlich nur auf Gott verlassen kann. Er ist das Einzige im Leben, das einen immer trägt und bleibt.

Ich glaube, Gott hat mir in dieser Zeit gezeigt, dass er Ringen benutzt, um meinen Charakter zu formen. Und diese Priorität hat mein Sport nun für mich eingenommen. Ich liebe Ringen immer noch. Aber bei jedem Schritt, den ich tue, schaue ich auf Gott und er zeigt mir etwas, formt mich, fordert mich heraus. Meine Identität ziehe ich nicht mehr aus meinem Sport. Das Wichtigste in meinem Leben ist meine Beziehung zu Gott.»

Und dann Gold

Als die US-Amerikanerin am 18. August gegen ihre härteste Konkurrentin Saori Yoshida antritt, sagt sie sich immer wieder vor: «Christus ist in mir und ich genüge.» Und dann geschieht das Unfassbare, die gläubige Christin siegt und holt das erste Mal für die USA. Gold im Ringen. Im Interview danach kann sie kaum sprechen, so überwältigt ist sie. «Dass ich meinen Traum und mein Ziel tatsächlich erreicht habe, ich kann gar keine Worte finden, wie das für mich ist. Es ist so eine Ehre!»

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