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Heiko Kienbaum

Heiko Kienbaum – Das Scheitern war sein grösster Gewinn

Heiko Kienbaum verdient richtig viel Geld. Bereits mit Anfang 30 ist ein sechsstelliger Betrag auf dem Girokonto normal. Dann wendet sich das Blatt: Innerhalb kürzester Zeit verliert er alles.

Heiko Kienbaum verdient richtig viel Geld. Bereits mit Anfang 30 ist ein sechsstelliger Betrag auf dem Girokonto normal. Dann wendet sich das Blatt: Innerhalb kürzester Zeit verliert er alles. Doch mitten im Scheitern erlebt Heiko Kienbaum etwas, was er bis dahin nicht kannte: Freiheit und bedingungslose Annahme.Heiko Kienbaum wächst in eher ärmlichen Verhältnissen im Kölner Kietz auf. Kurz vor Antritt eines Wirtschaftspsychologie-Studiums lernt er über Bekannte eine Person kennengelernt, die im Vertrieb arbeitet und ihn ermutigt, direkt in den Job einzusteigen. Heiko hat keine Ahnung von Versicherungen oder anderen Finanzprodukten, aber mit Hilfe eines Crash-Kurses steigt er ein – und hat schnell grossen Erfolg. Sein Ruhm und das grosse Geld sind aber bald wichtiger als Beziehungen und Freundschaften.

Bei einem Seminar lernt er Maja kennen; es ist Liebe auf den ersten Blick. Er erzählt ihr zunächst nur vage von seinem Job. Als er ihr dann sagt, was er wirklich macht, hinterfragt sie schnell seine Geschäfte: «Glaubst du, dass es gut ist, was du da machst?» Die Frage trifft ihn. Er beginnt, nicht nur an den eigenen Erfolg denken, sondern auch daran, was er mit dem Leben der anderen macht – gerade, wenn er Produkte verkauft, die der andere nicht unbedingt braucht.

Gebet mit ungeahnten Folgen

Glaube spielt zu dem Zeitpunkt keine Rolle für Heiko. «Ich wusste, dass es Gott gab – aber nicht in meinem Leben!» Seine Freundin dagegen kommt aus einer Freikirche. Als sie Heiko vorschlägt, einfach mal über die Dinge seiner Arbeit zu beten, ist das für ihn zwar neu, aber er willigt ein. Der Tenor des Gebets ist: Wir legen Gott alles hin und sehen, was passiert.

Nach dem Gebet fliegen die zwei erst einmal in Urlaub. Doch etwas ist anders: «Von dem Moment an war da so ein fahles Gefühl, als ob etwas nicht in Ordnung ist.» Als er seine Zweifel gegenüber Kollegen und dem direkten Vorgesetzen äussert, wird er vor die Geschäftsleitung gezogen und vor ein Ultimatum gestellt: Entweder, er schweigt und kündigt, oder die Leitung könnte ihn wegen gewisser Dinge selbst anzeigen. «Da wusste ich auf einmal, dass das, von dem man manchmal aus der Finanzwelt hört, Realität ist.» Und ihm ist auch klar, dass er die Dinge erzählen muss. Doch innerlich ist er enttäuscht: In seinen Augen ist er gescheitert – und Gott, der Vater, der ihn eigentlich versorgen müsste, hat ihn im Stich gelassen.

Wieder gescheitert

Zusammen mit seiner Frau Maja beginnt Heiko, in Immobilien zu investieren. Sie erholen sich finanziell und haben bald darauf schon zwei Cafés und mehrere Häuser, die sie vermieten. Eines Tages kommt er mit einem Fremden ins Gespräch, der ihm sagt, er wolle für Heikos Geschäft beten. Bald tun sie das sogar zusammen, regelmässig morgens um 5 Uhr.

Nach wenigen Wochen treten mit einem Mal Probleme auf: Ein Bankkredit wird abgesagt, Gespräche mit Kunden geraten ins Stocken, die roten Zahlen auf dem Konto werden immer grösser… Und eines Morgens ist klar: Es ist vorbei. Die Häuser werden ihnen weggenommen und so steht Heiko mit Frau und zwei Kindern plötzlich auf der Strasse. Wieder gescheitert! Sechs Monate lang lebt die Familie in einem der Cafés. Sie versuchen bis zuletzt, das Bild aufrecht zu halten, dass sie alles im Griff haben. «Das Fallenlassen der Fassade war das Schlimmste…» Doch Heiko muss zugeben, dass er versagt hat. «Bezogen auf meinen Lebensplan bin ich gescheitert.»

Das Zeichen

In ihrem Frust gehen Heiko und Maja ans Rheinufer in Bonn. Im strömenden Regen schreien sie Gott ihren Ärger und alle Wut entgegen. Und dann beten sie: «Gott, wir wollen jetzt ein Zeichen von dir; wenn du uns hörst, dann soll der Regen aufhören und Licht auf uns kommen.» Fünf Sekunden später wird der Regen schwächer und am Himmel sieht man ein winziges Stück blauen Himmel – und auf einem kleinen Fleck, genau wo Heiko und seine Frau stehen, scheint ein Sonnenstrahl. Die beiden können nur noch lachen und weinen. Und Heiko weiss ab dem Moment: «Gott ist da! Er ist mein Gott.» Schritt für Schritt beginnen die beiden, ihr Leben wirklich mit Gott zu leben.

Neuanfang

Bei Gott findet er auch, was er bei vielen Freunden vergeblich suchte: Annahme, auch nach dem wiederholten Scheitern. Und das wird zu einer der Grundtriebfedern seines Lebens: «Wenn du im Herzen verstehst, dass egal, was dir passiert, du angenommen und wertvoll bist, dann kannst du viel mehr ausprobieren. Du wirst viel mutiger – weil du verstanden hast, dass die Annahme nicht damit zu tun hast, was du tust, sondern wer du bist.»

Kurz darauf wird die Familie angefragt, ob sie nicht bei der Gründung einer Gemeinde in Düsseldorf mitarbeiten möchte. Heiko und seine Frau wenden sich an Gott. «Wenn du selbst die Dinge nicht mehr managen kannst, bist du am besten beraten, einfach zu beten!» Sie haben kein Geld, sind hochverschuldet, seine Frau ist erneut schwanger und kann nicht arbeiten – aber sie wissen, Gott kann ihnen eine Wohnung in Düsseldorf schenken. Zwei Tage später bekommen sie eine Wohnung. Und sie dürfen erleben, dass Gott seine Zusagen hält.

Verändert

Im Rückblick sagt Heiko Kienbaum heute, dass er durch sein Scheitern auch etwas zurückgewonnen hat: sein Herz. «Ich habe mich nie für Menschen interessiert. Beziehungen waren für mich nicht wichtig. Aber mein Herz hat sich durch diese Zeit komplett verändert: Die Sicht auf meine Frau, auf meine Kinder, aufs Leben hat sich komplett verändert.» Und letztlich hat das Geld für ihn seinen Reiz verloren. Heute tut er das, wohin ihn Gott und sein Herz führen – und Gott versorgt ihn und die ganze Familie.

Hier erzählt Heiko Kienbaum seine Geschichte, ein Beitrag von ERF Medien: 

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