Instagram/ @paige.lohman
Paige Lohman mit ihrem Ehemann

In der Dunkelheit gefangen – Aus Sucht und Sex-Industrie befreit

In den Fängen der Sexindustrie: Um ihre Drogensucht zu finanzieren, begann Paige Lohman zu strippen. Doch schon bald geriet sie in eine Welt aus Sucht und Selbstzerstörung – bis sie auf eine Gruppe traf, die ihr Leben verändern sollte...

Paige Lohman wurde während ihrer Schulzeit drogenabhängig. Um ihre Sucht zu finanzieren, begann sie in ihrem letzten Schuljahr zu strippen. Sie redete sich ein, es würde nur ein paar Monate dauern. Doch schon bald wurde sie von der Sexindustrie vereinnahmt.

«Ich war stolz, und in dieser Industrie zu sein, es gab mir ein falsches Gefühl von Macht», sagte Paige Lohman dem christlichen Fernsehsender «CBN».

Aufmerksamkeit war nicht das Einzige, was sie zum Strippen brachte: Die 21-Jährige brauchte Geld für die Schule und ihre Heroinsucht.

Geliebt durch Leistung?

Sie wuchs in Reno auf, wo ihre Eltern bis spät in die Nacht arbeiteten. Sie fühlte sich einsam und – vor allem von ihrer Mutter – ungeliebt. «Für mich war klar: Wenn ich gut bin und etwas Grosses leiste, dann werde ich geliebt.»

Dann verlor Paige Lohman im Alter von 13 Jahren ihre Mutter nach einem fünfjährigen Kampf gegen den Brustkrebs. Als ihr Vater ihr die schreckliche Nachricht überbrachte, lag Paige selbst im Krankenhaus, angeschlossen an eine Ernährungssonde, um ihre Essstörung zu bekämpfen...

Eine der wenigen, die nicht weinte

«Ich war wie betäubt», erinnert sich Paige Lohman. «Er sagte, ich sei eine der wenigen gewesen, die bei ihrer Beerdigung nicht geweint hätten. Das zeigte, wie ‘ausgecheckt’ ich war.»

Dann fing sie an, Marihuana zu rauchen. Und am Ende der Highschool war sie bei Heroin angelangt. «Ich kämpfte mit Depressionen und einer Essstörung. Das alles wegen des Verlustes meiner Mutter und dem Gefühl, ausgestossen und verloren zu sein.»

Sie hatte das Gefühl, keinen Platz in der Welt zu haben, niemandem vertrauen zu können und jeden Moment jemanden zu verlieren, den sie liebte. «Ich fühlte mich unsicher und hatte Angst.»

«Wenn ich so sterben würde?»

Sie schaffte es, die Highschool abzuschliessen. Auf dem College konnte sie die Essstörung loswerden, aber die Drogensucht blieb. Dann begann sie zu strippen. Und mit der Zeit wurde sie Escort-Girl. «Ich dachte, ich mache das nur für ein paar Monate.»

Die Monate vergingen und bald war sie in der Branche gefangen. Die Drogen waren im Club leicht zu bekommen. «Ich war jeden Abend high und machte schnelles Geld, das ich für Drogen ausgab – und so sah die nächste Nacht wieder aus.»

Sie bat niemanden um Hilfe und hielt ihre Situation vor ihrer Familie geheim. Nach mehreren Jahren in der Industrie begann sie, ihre Lebensumstände in Frage zu stellen. «Ich fragte mich, was wäre, wenn ich so sterben würde? Wohin würde meine Seele gehen?»

«Ich habe schon deine Mutter sterben sehen»

Sie versank immer tiefer in ihrem Loch. Eines Tages kam eine Gruppe von Frauen in den Umkleideraum. Sie brachten warmes Essen, liebevolle Worte und beteten mit den Stripperinnen. Sie ermutigten sie auch, ihre Gebetsanliegen aufzuschreiben und in einen Gebetskasten zu legen.

Paige Lohman hoffte, dass sich ihr Leben ändern würde. Bald erzählte sie einem Freund alles. Auch ihr Vater erfuhr davon und stellte ihr ein Ultimatum: «Entweder du gehst in die Entzugsklinik oder das war's. Ich kann nicht mit ansehen, wie du dich umbringst. Ich habe schon deine Mutter sterben sehen. Ich kann nicht zusehen, wie meine Tochter stirbt.»

Liebe, die durchströmt

Paige wurde bewusst, dass ihr Vater sich um sie sorgte. Nach 30 Tagen in der Entzugsklinik war sie clean. Sie wagte einen Neuanfang, nahm keine Drogen mehr, fiel aber in alte Gewohnheiten zurück: Sie machte wieder Escorts.

«Eines Tages kniete ich nieder und schrie zu Gott: ‘Herr, ich weiss, dass das, was ich tue, falsch ist. Bitte vergib mir.’» Als es in den Clubs und beim Escort am schlimmsten war, «starb er für mich, damit ich eine Beziehung zu ihm haben konnte und mir vergeben wurde. Diese Liebe hat mich überwältigt.»

Sie sagte Gott, dass sie aufhören wolle. «Er führte mich durch einen natürlichen Prozess.» Sie übergab ihr Leben ganz Christu und begann, eine christliche Gemeinde zu besuchen, wo sie geliebt wurde und von anderen Frauen im Glauben unterstützt wurde.

Er ist im Herzen da

Heute ist sie verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Sie gründete die gemeinnützige Organisation «Girl Redeemed» und hilft anderen Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden oder in der Sexindustrie gefangen sind.

Allen erzählt sie von der Freude, der Freiheit und der Liebe, die durch die Liebe Jesu Christi möglich wird. «Vor allem, wenn man seine Nähe spürt, das ist viel besser als jedes High, das ich vorher hatte. Und das geht nicht weg. Er ist immer im Herzen.»

Brauchst du Hilfe oder einfach ein offenes Ohr? Dann melde dich bei der anonymen Lebenshilfe von Livenet per Telefonoder E-Mail. Weitere Adressen für Notsituationen finden sich hier

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