Rahel Schranz – Auge in Auge mit Jesus

Rahel Schranz (55) fühlt sich als Kind ungeliebt und innerlich leer. 18-jährig erleidet sie einen schweren Unfall und begegnet Jesus. Dieses einschneidende Erlebnis wirkt bis heute nach und hat Rahel geholfen, den Tod ihrer Tochter zu verkraften.

Rahel Schranz (55) fühlt sich als Kind ungeliebt und innerlich leer. 18-jährig erleidet sie einen schweren Unfall und begegnet Jesus. Dieses einschneidende Erlebnis wirkt bis heute nach und hat Rahel geholfen, den Tod ihrer Tochter Salome zu verkraften.

Am 31. Januar 1961 kommen im Kantonsspital in Winterthur Zwillingsmädchen zur Welt. Aber nur eines überlebt. Es ist Rahel. Eineinhalb Jahre später bekommt Rahel ein Brüderchen. Kurz darauf stirbt ihr Vater an einer Lungenentzündung. «Ich war drei Jahre alt und musste viel zu früh Verantwortung übernehmen. Das hat mir meine Kindheit geraubt», sagt Rahel. Schüchtern und ohne Selbstwert ist sie leichte Beute für einen männlichen Verwandten, der sich an ihr vergeht.

Die Wucht der Wellen

Mit 18 Jahren hat Rahel das Untersemi bald abgeschlossen. Widerwillig verbringt sie mit der Familie Ferien in der Bretagne – ihre No-Future-Stimmung mit im Gepäck. Dazu sagt sie: «Ich wusste nicht, wer ich war, wohin ich gehörte. Mein Leben schien mir sinn- und wertlos.» An einem stürmischen Tag ist Rahel in den Klippen unterwegs, als sie plötzlich von einer hohen Welle erfasst wird. Doch statt ins Meer gerissen zu werden, bleibt sie wie durch ein Wunder auf einem Felsvorsprung liegen.

Erneut knapp am Tod vorbei

Nach einer Woche in einem französischen Spital zurück in der Schweiz, hat sie noch nicht das volle Bewusstsein erlangt, als all ihre angestauten Aggressionen explodieren. Rahel schreit und wütet so stark, dass man sie mit Lederriemen ans Spitalbett schnallen muss. Eine ältere Patientin betet für sie. Rahel berichtet: «Augenblicklich ging es mir besser, und meine Erinnerung kam zurück.» Mit strenger Bettruhe entlassen, wird sie drei Tage später wegen heftiger Bauchschmerzen erneut eingeliefert. «Fünf Minuten später, und es wäre vorbei gewesen», eröffnet ihr der Arzt am nächsten Morgen. Und er fügt hinzu, sie sei auch jetzt, nach Entfernung der aufgeplatzten Milz, noch nicht über den Berg, aber er wolle für sie beten. Rahel wird bewusst, dass Gott ihr zweifach das Leben gerettet hat. Ohne Gott zu kennen, weiss sie einfach, dass sie ihm danken muss.

Von Licht und Liebe durchflutet

Rahel erinnert sich: «Während ich wortlos betete, wurde es auf einmal hell. Ich spürte, ich war nicht allein. Mir war glasklar, dass Jesus bei mir war, dass es nach dem Tod weitergeht. Ich verstand, dass ich mich heute entscheiden musste, in welcher Welt ich leben wollte, und dass ich bisher ohne Gott gelebt hatte. Jesus so nah zu sein, von seiner Liebe eingehüllt, war unbeschreiblich. Er nahm mich an, so wie ich war, und vergab mir. Meine Entscheidung fiel mir leicht. Ein tiefer Friede erfüllte mich, ein Gefühl, zu Hause angekommen zu sein. Ich wusste, ich gehöre nun zu Gott und werde einmal bei ihm im Himmel sein.»

Schreckliche Diagnose

Rahel schliesst sich einer Freikirche an und lernt immer mehr über Gott und die Bibel. Mit 26 Jahren heiratet die ausgebildete Ergotherapeutin den Schreiner Christian. Ein Jahr später, im November 1988, kommt Tochter Salome zur Welt. Sie ist eineinhalb, als die Ärzte einen Hirntumor diagnostizieren. Nach einer Chemotherapie wird der Tumor 1991 entfernt. Die empfohlenen Bestrahlungen lehnen Christian und Rahel ab. «Salomes Überlebenschancen waren nicht gross, und wir wollten ihr unnötiges Leid ersparen», erklärt Rahel. Ein halbes Jahr danach stirbt die Dreijährige. In der Zwischenzeit ist Rahel Mutter von Tabea geworden, zu der sich in den Jahren 1995 und 2000 Luca und Raphael gesellen.

Häschen im Himmel

Der Schmerz über den Verlust von Salome sitzt tief. Doch ihre Begegnung mit Jesus, damals nach dem Unfall, ging tiefer. Dieses Erlebnis schenkt ihr Trost und Kraft. Rahel sinniert: «Wir schauen immer auf das Sichtbare. Aber es geht es um die Ewigkeit. Unser Leben hier ist nichts als ein Fingerschnipp. Gott hat mir einen Blick in den Himmel geschenkt. Ich sah Salome durch eine Blumenwiese springen und ein Häschen jagen.»

Malen und eine neue Milz

Nach dem Tod von Salome beginnt Rahel zu malen. Sie besucht einen Kurs für naive Kunst, malt sich die Welt ein Stück weit heil. Mit den Jahren wird ihr Ausdruck freier, Rahel fühlt sich beim Malen mit Gott verbunden und von ihm inspiriert. Heute gibt sie Kurse darin. Ihre Kindheit und den Missbrauch hat sie aufgearbeitet und zu einer inneren Stärke und Gelassenheit gefunden: «Die neue Rahel weiss, wer sie ist: von Gott bedingungslos angenommen und geliebt.»

Und die neue Rahel hat kürzlich ein weiteres Wunder erlebt. Bei einem Ultraschall hat der Arzt eine neue Milz gesehen. Dazu sagt Rahel: «Ich hatte dafür gebetet. Gottes Liebe und Macht sind einfach grenzenlos.»

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