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Aicha Dramé

Muslimische Stripperin – Auf der Suche nach Geld, Erfolg und lebenslanger Liebe

Ohne Geld, ohne Familie und ohne Freunde wurde Aicha Dramé im kanadischen Ottawa zur Stripperin. Nicki Minajs Songtexte hätten dazu beigetragen, sie in diesen Lebensstil zu treiben, sagt sie.

Ohne Geld, ohne Familie und ohne Freunde wurde Aicha Dramé im kanadischen Ottawa zur Stripperin. Nicki Minajs Songtexte hätten dazu beigetragen, sie in diesen Lebensstil zu treiben, sagt sie.

«Zu dieser Zeit war Nicki auf dem Vormarsch», erinnert sich die Ex-Muslimin. «Gerade kam ihr Song 'Rich Sex' heraus. Darin geht es darum, dass wenn man mit einem Mann schlafen will, dieser besser wahnsinnig viel Geld haben sollte. Ein Lied, das Stripperinnen verherrlicht. Ein Lied, das käuflichen Sex verherrlicht.»

Aicha Dramé war eine Einwanderin aus dem afrikanischen Guinea. Ihre Mutter betete fünfmal am Tag wie eine traditionelle Muslimin, und ihr Vater schickte sie in die islamische Version der Sonntagsschule, damit sie die Grundlagen der Religion der Familie lernte.

Jeden Tag high

Doch als er aus beruflichen Gründen in eine kleinere Stadt Kanadas umziehen musste, verlor sie den Kontakt zu ihrer muslimischen Gemeinschaft. Sie besuchte Partys und veröffentlichte Spots auf Instagram. Dadurch erhielt sie private Nachrichten von NBA-Spielern in ihrer Mailbox.

Sie wollte Mode studieren, zog nach Toronto und lebte bei ihrer Tante. «Das Leben war fantastisch.» Dort lernte sie eine quirlige, hübsche Freundin kennen, die sie in einen Lebensstil einführte, der Clubbing, Alkohol und Marihuana beinhaltete. «Ich war jeden Tag high», erinnert sich Aicha. «Ich war so high, dass ich nicht einmal zum Unterricht gehen konnte.»

«Wir müssen strippen»

Als ihre Tante sich Sorgen machte, zog Aicha kurzerhand bei ihrer Freundin ein. Diese wurde von einem «Sugar Daddy» unterstützt, der nur jedes Wochenende, manchmal jedes zweite Wochenende kam.

Bis Aichas Freundin mit ihm Schluss machte. «Er drehte den Geldhahn zu. Dieses Mädchen hatte mich dazu gebracht, meine anderen Jobs zu kündigen. Mein Einkommen stammte von ihr, also von ihrem Sugar Daddy – und nun hatte auch ich kein Geld mehr.»

«Wir müssen strippen», sagte ihre Freundin zu ihr. Es war ein schockierender Vorschlag. Aber Aicha war bereits selbst auf dem Weg in die Clubs, in den Rausch und zum schnellen Geld unterwegs. Und die Musik von Minaj ermutigte sie zusätzlich.

Falsche Perspektive

Sie liess sich auf einen Dealer ein. «Das war es, was ich wollte. Ich war so 'billig'. Das war meine Vorstellung von Erfolg und von einem Mann – ich wollte einen Gangster. Ich war so dumm.»

Aicha liess sich mit dem Gangster ein und strippte. Da sie in der Stadt niemand kannte und niemand erfahren sollte, wie tief sie gesunken war, wollte sie Geld sparen und sich später in der Modebranche selbstständig machen.

Als sie jedoch eine Eigentumswohnung kaufen wollte, liess ihr «Freund» sie wissen, dass er «mit der Strasse verheiratet» sei. Ihr Herz brach. Sie war besessen von seinem Image als Gangster, suchte aber eigentlich Sicherheit und lebenslange Liebe. Gleichzeitig fühlte sie sich im Stripperinnen-Lebensstil gefangen. «Viele Frauen kommen an einen Punkt, an dem sie denken, dass sie es nur mit diesem Lebensstil schaffen können. Man kann Tausende und Abertausende pro Nacht verdienen.»

Depressionen

Als sie schwanger wurde, dachte sie nicht daran, das Kind auszutragen, sondern entschied sich direkt für eine Abtreibung. «Es war traurig und eine sehr, sehr harte Zeit. Ich verfiel in Depressionen. Ich fühlte mich sehr lange Zeit nutzlos.»

Der Rausch löste Halluzinationen der Hölle in ihr aus. «Ich hatte Visionen von Feuer. Ich sah diese Gestalten mit unerträglichen Schmerzen. Sie schrien. Das hat mich umgehauen.»

Nach der dritten Halluzination der Hölle sah sie auf dem Weg zur Arbeit überall Kreuze. «Was ist das?», fragte sie sich. In dieser Nacht weinte sie stundenlang. Dann betete sie verzweifelt: «Gott, ich weiss nicht, ob du da bist. Ich weiss nicht, ob du dich an mich erinnerst. Ich weiss nicht, ob du mich hörst. Ich weiss nicht, was ich tun soll. Ich bin in eine Situation geraten, die mir Angst macht, und ich bin verloren. Bitte hilf mir!»

«Alles wird gut werden»

Am nächsten Morgen wachte sie mit einem flauen Gefühl im Magen auf. «Es war wie das helle Licht von Christus. 'Aicha, pack deine Sachen', sagte eine Stimme. 'Du musst nach Hause gehen. Deine Eltern brauchen dich. Alles wird gut werden. Ich werde dir beweisen, dass Jesus real ist.'»

Sie fand kurz darauf Jesus Christus und eine christliche Gemeinde. Ihr Leben wurde komplett verändert. Sie lernte einen Christen kennen, die beiden heirateten. «Er nahm mich mit all meiner Scham und all meinen Verletzungen an.» Heute hat das Paar ein Kind.

«Es gibt ein besseres Leben»

Ihre Eltern waren überhaupt nicht glücklich darüber, dass sie den Islam verliess. Doch als sie erkannten, wie das Leben von Aicha wieder auf geraden Linien verlief, hatten sie nichts mehr dagegen.

Heute hat Aicha ein Mode- und Make-up-Geschäft. «Ich gebe Gott alle Ehre. Ich habe viel durchgemacht und vieles gemacht, auf das ich nicht stolz bin. Ich weiss, dass Gott mich genau das hat erleben lassen, damit ich anderen Menschen erzählen kann, dass es ein besseres Leben gibt.»

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